Statt Drei-Eimer-System: Hebel drücken, Mopp tränken – fertig

Nach rund 20 Jahren Bodenreinigung mit Drei-Eimer-System und Edelstahl-­Flachpresse war es im Klinikum an der Zeit, die ­Reinigungs- und Desinfektionsprozesse neu zu gestalten. Welche Vorteile der Wechsel auf ein Dosier- und Tränkungssystem bietet.

Die Reinigungskräfte des Klinikums Wels-Grieskirchen unterwegs mit dem neuen (li.) und dem bisherigen Reinigungssystem (re.). - © Pfennig Reinigungstechnik

Mit 1.248 Betten ist das Klinikum Wels-Grieskirchen Österreichs größtes Ordensspital. Hier wird großen Wert auf medizinische Versorgung mit hoher Qualität und Transparenz gelegt. Dies spiegelt sich auch in den Reinigungsprozessen wider, wo eine gleichbleibend hohe Qualität, Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit im Fokus stehen.

Bis vor kurzem war im Klinikum auf etwa 130 Reinigungswagen das Drei-Eimer-System im Einsatz: Ein Eimer mit Wischpflege, ein zweiter Eimer mit Sanitärreiniger und ein dritter Eimer unterhalb der Edelstahl-Flachpresse zum Auffangen des Restwassers. Dieses System wurde vor rund 20 Jahren von Pfennig Reinigungstechnik auf individuellen Werkzeugen eigens für das Objekt angefertigt. Die Besonderheit: zwei Flotten auf einem Wagen. Das sollte auch so bleiben – nur mit weniger Gefahrenpotential, mehr ergonomischen Vorteilen und noch besseren Reinigungsergebnissen.

Den größten Schmerz bei der über viele Jahre eingesetzten Drei-Eimer-Lösung bereitete Christian Dollhäubl, Abteilungsleitung Hygiene OMS und ­Reinigungsleitung im Klinikum Wels-Grieskirchen, die große Menge an offener Flüssigkeit, die dabei auf den Reinigungswagen durch das Klinikum rollt. Nicht nur der Eintrag von Schmutz in die saubere Flotte sei problematisch; auch die Gefahr, dass Personen und Kinder unbeaufsichtigt in Kontakt mit der Reinigungschemie kommen, sei nicht zu unter­schätzen. Also sollte ein neues manuelles Reinigungssystem her, welches folgende Anforderungen erfüllt:

  • keine offenen Flüssigkeiten auf dem Reinigungswagen,
  • zwei getrennte Reinigungsflotten,
  • anwenderunabhängige, immer gleiche Tränkung von Wischbezügen,
  • trockene Aufbewahrung von Wischbezügen,
  • kein Bücken und Pressen zur Senkung des Kraftaufwands,
  • leicht verständlich im gesamten Prozess vom Aufbau über den Einsatz bis zum Abbau,
  • schnell und leicht auseinanderzunehmen und desinfizierend zu reinigen,
  • gute Lenkfähigkeit sowie geringeres Gewicht und nicht zuletzt
  • ein modernes Erscheinungsbild.

An diesem Anforderungsprofil gespiegelt, testete Christian Dollhäubl zunächst gemeinsam mit seinem Team in einem Auswahlverfahren verschiedene Reinigungsmethoden und -wagen. Nach ausführlicher Prüfung war es ihm zudem wichtig, in einer weiteren Testphase herauszufinden, wie die Akzeptanz seitens der Reinigungskräfte gegenüber den Systemen ist. "Erfahrene Reinigungskräfte, die schon lange mit dem gleichen Equipment arbeiten, tun sich erfahrungsgemäß etwas schwerer mit Änderungen und damit, Neues anzunehmen", sagt der Abteilungsleiter Hygiene. Doch bei einem System erhielt er von Beginn an ausschließlich positive Rückmeldungen – insbesondere aufgrund des geringen Kraftaufwandes, der für die Bedienung des dort vorhandenen Dosier- und Tränkungssystems notwendig war. Die Rede ist vom MopScoop² von Pfennig Reinigungstechnik.

Bei der genannten Lösung mussten sich die Reinigungskräfte nicht mehr bücken, um den Wischbezug aufzunehmen und nicht mehr pressen, um den Bezug korrekt zu befeuchten. Die Dosierung der Flüssigkeit in eine passgenaue Auffangschale funktioniert über ein leichtes Antippen eines Hebels, die Tränkung erfolgt durch das Einführen des Mopphalters mit einem trockenen Wischtextil in die Auffangschale.

  • Bild 1 von 4
    © Pfennig Reinigungstechnik
    Berührungsfreies Einführen des Wischtextils in die Auffangschale: Durch das Drücken des Hebels wird automatisch Flüssigkeit für den nächsten Wischvorgang vordosiert.
  • Bild 2 von 4
    © Pfennig Reinigungstechnik
    Der Moppbezug nimmt die bereitgestellte Flüssigkeitsmenge von exakt 250 Millilitern auf.
  • Bild 3 von 4
    © Pfennig Reinigungstechnik
    Im direkten Vergleich: Der neue Reinigungswagen mit Dosier- und Tränkungssystem (li.) neben dem Drei-Eimer-System.
  • Bild 4 von 4
    © Pfennig Reinigungstechnik
    Fred Maier, Verkaufsleiter der ­Pfennig Reinigungstechnik, schult das Team vor seinem ersten Einsatz mit dem neuen Reinigungssystem.

Nachdem an allen geforderten Eigenschaften, die das neue Reinigungssystem mitbringen sollte, ein Haken gemacht werden konnte, fiel schließlich die Entscheidung: Das Klinikum Wels-Grieskirchen soll vollständig mit dem genannten Dosier- und Tränkungssystem ausgestattet werden. Im März dieses Jahres war es dann so weit: Der erste Schwung entsprechender Reinigungswagen wurde in Wels-Grieskirchen angeliefert. Bevor das Reinigungsteam damit losziehen konnte, gab es ein 30-minütiges Training durch den betreuenden Außendienstmitarbeiter des Herstellers. Dabei wurden neben der korrekten und prozesssicheren Anwendung des Dosier- und Tränkungssystems auch der fachgerechte Auf- und Abbau des gesamten Reinigungswagens sowie alle ergonomischen Einstellmöglichkeiten ­geschult.

In den ersten Tagen waren die Objektleiterinnen und Vorarbeiterinnen immer wieder auf den Stationen unterwegs, um sicherzugehen, dass sich alle Reinigungskräfte gut einarbeiten. "Die ersten zwei, drei Reinigungsvorgänge waren ein bisschen holprig. Aber dann ist es eigentlich in Fleisch und Blut übergegangen, wie man in Österreich sagt", blickt Christian Dollhäubl auf den Start mit dem neuen System zurück.

Ein Vorteil: weniger Gewicht

Durch den Wechsel der Reinigungsme­thode von der Edelstahl-Flachpresse auf das Dosier- und Tränkungssystem hat sich der gesamte Prozess von der Vorbereitung des Reinigungswagens über den Umgang mit dem Wischtextil während der Reinigung bis zur Nachbereitung verändert. Während in der Vorbereitung der Flachpresse zwei Eimer mit einem Fassungsvermögen von 15 Litern mit Wischpflege und Sanitärreiniger zu füllen waren, sind es bei dem Dosier- und Tränkungssystem jetzt nur noch zwei acht Liter große Behälter. Diese Menge reicht im ­Klinikum Wels-Grieskirchen in den meisten Fällen für eine Schicht. Nur selten müsse einmal nachgefüllt werden.

Ein wesentlicher Vorteil der reduzierten Flüssigkeitsmenge pro Reinigungswagen ist in den Augen von Christian Dollhäubl die Gewichtsreduktion. Zum einen müssen nach Schichtende keine schweren Eimer mehr von den Wagen gehoben und ausgeleert werden, was sowohl ergonomische als auch ressourcentechnische Vorteile mit sich bringt; zum anderen fällt den Reinigungskräften das Schieben und Lenken der gewichtsreduzierten Reinigungswagen leichter.

Weder zu viel, noch zu wenig

Im Reinigungsprozess mit einer Flachpresse gibt es immer einen besonders kritischen Aspekt: Manche Reinigungskräfte pressen zu viel, andere zu wenig. Die Reinigungskräfte, die zu viel pressen, wischen zu trocken. Diejenigen, die zu wenig pressen, wischen zu nass. Bei hohem Patientenverkehr ist dadurch die erhöhte Rutschgefahr besonders riskant. Aber auch das Wischen mit zu wenig Reinigungsflotte sei kritisch zu betrachten, da nicht ausreichend Wirkstoff zur Dekontamination auf die Oberflächen gelangt.

Das Dosier- und Tränkungssystem löst nun mit einem einfachen Mechanismus genau diese Probleme. Durch die Voreinstellung einer bestimmten ­Dosiermenge – zum Beispiel 250 Milliliter – wird immer ­exakt die gleiche Menge an Flüssigkeit zur Tränkung eines Wischtextils in der jeweiligen Auffangschale bereitgestellt. Dies geschieht on demand unmittelbar bevor das Wischtextil zum Wischvorgang eingesetzt wird und vollständig unabhängig von ­Anwendereinflüssen.

Geschlossenes System

Offene Flüssigkeiten auf dem Reinigungswagen sind nicht nur für Patienten und Besucher eines Krankenhauses kritisch, auch im Reinigungsprozess findet sich dieses Gefahrenpotenzial wieder. Wird beispielsweise ein Moppbezug im ersten Eimer des Drei-Eimer-Systems mit Sanitärreiniger getränkt und dann über den zweiten Eimer hinweg zur Flachpresse geführt, tropft schnell mal etwas Sanitärreiniger vom nassen Textil in die Wischpflege. Diese Vermischung von Wirkstoffen ist in der Arbeit mit dem Dosier- und Tränkungssystem nun gänzlich unmöglich, da sich die beiden Flotten in zwei komplett voneinander getrennten Systemen befinden.

Die Flüssigkeitsbehälter sind mit einem entsprechend farbigen Deckel verschlossen, sodass weder Schmutz eingetragen noch die Reinigungsflotte verwechselt werden können. Auch die Auffangschalen des Systems sind getrennt, sodass dort keine Vermischung von Wirkstoffen stattfinden kann. Ein weiterer Pluspunkt: Sollte ein Wischtextil fälschlicherweise einmal mehrfach verwendet werden, wird nicht die gesamte, saubere Reinigungsflotte kontaminiert, sondern ausschließlich die vordosierte Flüssigkeitsmenge in der Auffangschale.

128-mal weniger Bücken pro Schicht

Ist der Reinigungsprozess so gestaltet, dass das Wischtextil nicht mit der Hand aufgenommen, in die Reinigungsflotte eingetaucht und in die Flachpresse eingelegt werden muss, sparen sich Anwenderinnen und Anwender gleichzeitig häufiges Bücken und kritische Handkontakte. In der Reinigung mit dem Dosier- und Tränkungssystem wird genau dies zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen und zur Vorbeugung von Krankheiten im menschlichen Kreuz umgesetzt.

Zunächst wird der trockene Wischbezug im Stehen mit dem Mopphalter aus einer gebogenen Box aufgenommen. Anschließend löst die Reinigungskraft das Dosier- und Tränkungssystem durch ein leichtes Antippen eines Hebels aus und führt den Mopphalter samt Wischbezug in die Auffangschale zur Tränkung ein. Im Vergleich zur Flachpresse spart sie sich hiermit zwei Handkontakte und zweimal Bücken pro Reinigungsvorgang. Hochgerechnet auf 16 Liter Gesamtmenge an Reinigungsflotte bei einer Dosierung von 250 Millilitern pro Wischvorgang sind das mindestens 128 Handkontakte und 128-mal Bücken, die jeder Reinigungskraft damit pro Schicht erspart bleiben.

Aufgrund der Komplexität und den vielen unzugänglichen Stellen beim Einsatz des alten Systems mit der Flachpresse nahm die desinfizierende Reinigung zum Schichtende im Klinikum Wels-Grieskirchen zudem immer viel Zeit in Anspruch. Die neuen Wagen und insbesondere das darauf installierte Dosier- und Tränkungssystem lassen sich im Vergleich viel schneller zerlegen, säubern und trocken lagern. Damit sind die desinfizierende Reinigung und fachgerechte Lagerung nicht nur schneller und leichter zu erledigen, sondern auch hygienisch sicherer.

Nachhaltigkeit mit im Blick

Durch die Implementierung des neuen Systems ­konnte das Klinikum Wels-Grieskirchen schließlich auch in puncto Nachhaltigkeit einen Schritt nach vorne machen. Seit der Umstellung gibt es zum einen keine überschüssige Reinigungslösung und kein überschüssiges Restwasser mehr, welches am Ende der Schicht wegzuschütten ist. Zum anderen können unbenutzte, trockene Textilien einfach auf dem Reinigungswagen bleiben und lassen sich in der nächsten Schicht verwenden, ohne dass sie gewaschen werden müssen. Im Vergleich zu einem Vorpräparationssystem sei die trockene Lagerung der Textilien ein weiterer Vorteil.

Zum Thema Nachhaltigkeit gehören nicht zuletzt die sozialen Aspekte für das Reinigungsteam. Nach ­Aussage von Klinik-Geschäftsführer Mag. Dietbert Timmerer stellen die modernen Reinigungswagen als Hauptarbeitsmittel einen wichtigen Image-Faktor dar, zumal die Mitarbeiterzufriedenheit in der Einrichtung einen sehr hohen Stellenwert einnehme. Und wenn ein gepflegter, hochwertiger Reinigungswagen über die Gänge oder in Patientenzimmer rollt, habe dies am Ende auch einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und Vertrauen der Patienten in die Hygiene der Einrichtung.

Quelle: Pfennig Reinigungstechnik | guenter.herkommer@holzmann-medien.de