Klüh-Stiftung: 25.000 Euro für die Erforschung von SLE

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis der Klüh-Stiftung geht an Prof. Dr. Matthias Schneider, dessen Forschungsergebnisse die Möglichkeiten der Frühdiagnose, Langzeittherapie und Reintegration von SLE-Kranken in ihre Lebens- und Arbeitswelt verbessern.

Bei der Urkundenübergabe (v.li.) Prof. Coordt von Mannstein (Beiratsvorsitzender der Klüh-Stiftung), Yasmin Klüh (Mitglied des Beirats der Klüh-Stiftung), Preisträger Prof. Dr. Matthias Schneider, Hans-Joachim Driessen (Mitglied des Vorstands der Klüh-Stiftung), Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Laudatorin Stefanie Kemp (CTO Sana Kliniken). - © Klüh Service Management/Silke Steinraths

Der Rheumatologe und Spezialist für Autoimmunerkrankungen und Endokrinologie ist seit 1994 Professor für Innere Medizin und Rheumatologie an der Universität Düsseldorf und zudem Direktor des von ihm gegründeten Hiller-Forschungszentrums für Rheumatologie an der Universitätsklinik Düsseldorf. Schneider koordiniert als Direktor der Poliklinik und des Funktionsbereichs Rheumatologie das Rheumazentrum Rhein-Ruhr.

Spezialgebiet von Schneider ist die Erforschung des sogenannten „systemischen Lupus Erythematodes“ (SLE), einer Autoimmun­erkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene gesunde Zellen angreift und Entzündungsreaktionen auslöst, die zur Schädigung von Organen führen können.

SLE ist weit verbreitet: Von 100.000 Einwohnern in Europa sind zwischen 20 und 50 am SLE erkrankt (in Deutschland 36,7). ­Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer. In Deutschland beträgt das Verhältnis von erkrankten Frauen zu erkrankten Männern 4:1. Weltweit bekannt sind die SLE-Patienten Lady Gaga und Seal.

Qualifizierte Datenerhebung

Laudatorin Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer bei den Sana Kliniken, hat in ihrer bisherigen Funktion als Deutschlandchefin des Datenbankspezialisten Oracle die wissenschaftliche Arbeit Prof. Schneiders begleitet und gefördert. Der Verdienst des Mediziners liege hauptsächlich in seinem von großem Engagement getriebenen Ansatz, Therapien auf der Basis europaweiter Datenerhebung zu entwickeln, die auf die Mitwirkung von rund 400.000 Patienten in ganz Europa setze.

Stefanie Kemp: "Die Erkrankung, die Lupus heißt, weist eines der komplexesten rheumatischen Krankheitsbilder auf. Durch die von Prof. Schneider initiierte Datenerhebung werden den Lupus-Zentren in ganz Europa Informationen zur Verfügung gestellt, um mit europäischem Blickwinkel zielgerichtet Therapien anwenden zu können."

Oracle sei führend in der Datenanalyse und damit prädestiniert, das Langzeitprojekt zu begleiten. Durch den Ansatz des Mediziners könnten Muster erkannt werden und so dem Leitbild Schneiders "Gesünder länger gut leben" zu Erfolg verhelfen. "Professor Schneider setzt mit seinem Ansatz auch ein Signal für die breit angelegte Sammlung von Erfahrungen in einem medizinischen Bereich mittels qualifizierter Datenerhebung, ein Vorgehen, das derzeit noch viel zu wenig genutzt wird", betont Kemp.

Professor Schneiders Leitfaden für SLE-Patienten und ­Angehörige ist seit 1993 in drei Neuauflagen erschienen. Der Mediziner war maßgeblich an der Entwicklung von Leitlinien beteiligt und vernetzt zur Evaluierung Forschungs- und Patientenperspektive. Um zukunftsweisende Forschung und Versorgung sicherzustellen, wird der Arzt sich künftig ausschließlich dem Aufbau eines deutschland- und später europaweiten Netzwerkes zur Erfassung, Erforschung und Behandlung des SLE widmen. Mit der europaweiten Studie „Treat to Target (T2T) in systemischen Lupus erythematodes (Lupus-BST)“ sollen verschiedene neu entwickelte Konzepte zum SLE wissenschaftlich überprüft werden.

Die 1987 anlässlich des 75. Firmenjubiläums des Düsseldorfer Familienunternehmens Klüh Service Management durch Unternehmensinhaber Josef Klüh gegründete Stiftung zur Förderung der Innovation in Wissenschaft und Forschung hat bisher Stiftungspreise in einer Gesamthöhe von mehr als 800.000 Euro ausgeschüttet. /mjt