Keramikfliesen: So erhält man Optik und Langlebigkeit

Terrakotta, Klinker, Feinsteinzeug, Steingut und Steinzeug – es gibt ­verschiedene ­keramische Fliesen, die generell robust und als Belag für Böden und Wände beliebt sind. Trotz unterschiedlichen Aussehens ist die Herangehensweise für die ­verschiedenen Fliesentypen mit wenigen Ausnahmen gleich. Was dabei zu ­beachten ist, wie die richtige Pflege aussieht und welche Tipps es zur Wahl des Reinigungsmittels gibt – ein Überblick.

6 Keramische Fliesen werden bei hohen Temperaturen gebrannt und sind robust und langlebig – die richtige Reinigung und Pflege vorausgesetzt. - © Kärcher

Geht es um den Belag von Wänden und Fußböden, so sind viele unterschiedliche Materialien vorzufinden. Es gibt Naturstein wie Marmor oder Granit, und es gibt zementgebundenen Kunstwerkstein wie Terrazzo oder Agglo-Marmor.

Im Bereich der keramischen Fliesen wird zwischen fünf unterschiedliche Belagsarten unterschieden. Terrakotta ist rot von der Färbung her und verfügt über eine grobe Struktur. Klinker ist glasiert oder unglasiert verfügbar und für Außenwände oder Werkstattböden beliebt. In der unglasierten Variante wird Steinzeug wegen seiner rauen Oberfläche häufig in Räumen verlegt, bei denen die Verminderung von Rutschgefahr eine Rolle spielt. Feinsteinzeug ist meist durchgefärbt, bedruckt oder poliert und besitzt eine mikroporöse Oberfläche. Weniger mechanisch belastbar ist schließlich Steingut – ein für Wände gern verwendeter Belag, der auch glasiert werden kann.

Kontinuierlicher Kampf für Sauberkeit

Die regelmäßige Unterhaltsreinigung von Keramikfliesen wird trocken und/oder nass durchgeführt, in Abhängigkeit von Art und Grad der Verschmutzung. Lose Verschmutzungen lassen sich mühelos mit einem Staubsauger oder durch staubbindendes Wischen mit einem Mikrofasertextil beseitigen. Die Nassreinigung kann im Anschluss daran mit Breitwischgerät, Mikrofaserwischbezug und einem passenden Reinigungsmittel durchgeführt werden. In Kombination mit einem teleskopierbaren Stiel ist das Breitwischgerät auch für Wände eine gute Wahl, schnell und effizient ans Ziel zu gelangen.

Bei großen Flächen kommen für die Nassreinigung von Böden Scheuersaugmaschinen zum Einsatz. Handelt es sich um feine, lose Verschmutzungen, müssen diese vorab nicht entfernt werden. Auf das Reinigungsergebnis hat die Wahl der richtigen Pads oder Bürsten großen Einfluss: Keramikfliesen mit grober Struktur sind gut mit Hochtiefwalzenbürsten zu reinigen, während feinstrukturierte Keramikfliesen eher Mikrofa­serwalzen benötigen. Hartnäckige Verschmutzungen auf Feinsteinzeug, die sogenannte Vergrauung, lassen sich einfach mit Melamin-Harz-Pads in Verbindung mit Scheibenschrubbköpfen entfernen.

Grundreinigung von Keramikfliesen

Sollen keramische Fliesen auf Bodenflächen grundgereinigt werden, so kommen Einscheiben- oder Scheuersaugmaschinen zum Einsatz. Höher konzentrierte Reinigungsmittel können dabei unterstützen, ­zügig ein gutes Ergebnis zu erzielen. Ist das verwendete Reinigungsmittel säurehaltig, so müssen zementhaltige Fliesenfugen vor dem Einsatz gewässert werden, damit durch aufgesaugte Säure keine Beschädigungen auftreten.

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    Bei der täglichen Reinigung mit Scheuersaugmaschinen müssen feine, lose Verschmutzungen vorab nicht entfernt werden.
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    An strukturierten Keramikfliesen ist eine Grundreinigung sehr gut mit einem Hochdruckreiniger durchzuführen, wobei in Kombination mit einem Flächenreiniger noch schneller gute Ergebnisse erzielt werden.
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    Bei der Reinigung großer Wandflächen, Böden oder Sanitäranlagen ist ein Hochdruckreiniger mit Becher-­Schaumlanze eine gute Wahl.
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    An Wänden kann alternativ, je nach Platzverhältnissen, auch ein Dampf­sauger für Sauberkeit und Hygiene sorgen.
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    Keramikfliesen mit feiner Struktur sind in der Unterhaltsreinigung gut mit einer Scheuersaugmaschine mit Mikrofaserwalze zu bearbeiten.

Strukturierte Keramikfliesen sind sehr gut mit einem Hochdruckreiniger zu bearbeiten, wobei in Kombination mit einem Flächenreiniger noch schneller gute Ergebnisse erzielt werden. Er verfügt über rotierende Düsenbalken mit leicht versetzt angebrachten Powerdüsen. So gelangt das Wasser mit hohem Druck auf die Oberfläche und löst den Schmutz sehr gut ab. Auch bei beengten Platzverhältnissen ist ein Flächenreiniger das passende Werkzeug.

Tipps zum ­Reinigungsmittel

Generell können Keramikfliesen mit sauren und alkalischen Reinigungsmitteln gereinigt werden. Säure hilft gegen mine­ralische Verschmutzungen wie Kalk, Urinstein oder Rost; Alkalien beseitigen organische Verschmutzungen wie Fett, Eiweiß und Öle.

Ist in einer Keramikfliese, beispielsweise Terrakotta, der Farbton durch Metalloxid entstanden, sollte ein säurehaltiges Reinigungsmittel nicht auf Phosphor- oder Salzsäure basieren. Deren entrostende Wirkung kann zu Farbtonveränderungen führen.

Bei alkalischen Reinigungsmitteln ist lediglich zu beachten, dass keine Natriumsilikate beigefügt sein sollten. Sie können strukturverändernd wirken und Oberflächen rauer oder glatter machen.

Hat man es mit großen Wandflächen, Böden oder Sanitäranlagen zu tun, so ist ein Hochdruckreiniger mit Becher-Schaumlanze zu empfehlen. Diese erzeugt mithilfe von Schaumreinigungsmittel und Luft, die an der Düse beigemischt wird, über den Hochdruckstrahl Schaum. So wird beim Arbeiten direkt sichtbar, wo das Mittel bereits aufgetragen ist, und der Schaum haftet besser als normales Reinigungsmittel, was die Einwirkzeit erhöht. An Wänden kann alternativ, je nach Platzverhältnissen, auch ein Dampfreiniger für Sauberkeit sorgen. Fusselfreie Frotteetücher in Kombination mit einer großen Bodendüse erzielen eine gute Wirkung auf größeren Flächen.

Pflege von Keramikfliesen: Wann welche Maßnahme sinnvoll ist

Bei Terrakotta und Klinkerfliesen handelt es sich um Beläge, die eine hohe Wasseraufnahme haben können. Werden solche Böden geölt, so dringt das Öl in die Poren ein und schützt die Fliese vor Feuchtigkeit. Ist gewünscht, Terrakotta einen rustikalen Look zu verleihen, so kann die sogenannte Büffelbeize zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um ein Wachs-Öl-Gemisch, dem Ruß beigefügt ist. Der Ruß setzt sich in der Struktur der Fliesen fest und erzeugt eine gebrauchte Optik. Ist eine Steigerung des Glanzgrades das Ziel, ist eine Wischpflege auf Basis wasserlöslicher Polymere zu empfehlen.

Partikelstrahl­verfahren für Klinkerflächen

Klinkerflächen im Außenbereich können stark von mineralischen Verschmutzungen betroffen sein. Nach der Vorreinigung mit dem Hochdruckreiniger kann schonend und effizient mit dem Niederdruck-Partikelstrahlverfahren gearbeitet werden. Eine Strahlpistole wird dabei über einen Baukompressor mit Luft versorgt. Der Luft wird in einer Mischkammer ein sehr feines, weiches Strahlmittel hinzugefügt. Hinzu kommt Wasser, um Staubpartikel zu binden. Das Gemisch aus Luft, Wasser und Strahlmittel tritt an der Düse der Pistole aus, wobei Luftdruck, Wasser- und Strahlmittelmenge individuell regulierbar sind.

Handelt es sich hingegen um einen Belag wie Feinsteinzeug, der eine geringe Wasseraufnahme hat, so lohnt eine Imprägnierung nicht. Feuchtigkeit kann nicht eindringen, die Imprägnierung bleibt an der Oberfläche der Fliese und läuft schnell ab. Wurde Feinsteinzeug beschichtet, so sollte die Beschichtung mit einem Universalgrundreiniger entfernt werden, da sonst mit der Zeit ein unschöner Film entsteht.

Alexandra Lachner, freie Redakteurin, Sebastian Nann, Schulungsreferent Kärcher | markus.targiel@holzmann-medien.de