Hagleitner eröffnet deutsches Headquarter

Am 12. Oktober hat der österreichische Hygiene-Anbieter Hagleitner in Frankfurt am Main seine neue Deutschland-Zentrale offiziell eröffnet. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde zudem eine Innovation vorgestellt, mit der das Unternehmen neue Standards bei der Hygiene setzen möchte.

Zusammen mit der Familie Hagleitner durchschnitt unter anderem Stephanie Wüst (Mitte), Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Reformen der Stadt Frankfurt am Main, das traditionelle Band zur Eröffnung des neuen deutschen Headquarters. - © Hagleitner/Werner Krug

Das 1971 gegründete Familienunternehmen hat seinen Stammsitz in Zell am See (Salzburg) und agiert von dort aus an mittlerweile 27 Standorten in zwölf europäischen Ländern. Die ersten Schritte in den deutschen Markt unternahm der Hersteller unter anderem von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie Spendersystemen im Jahr 2004 mit der Gründung einer Niederlassung in Sauerlach. Es folgten Service-Center in Nürnberg, Kirchheim unter Teck, Berlin und Münster. So aufgestellt erwirtschaftet das Unternehmen in Deutschland aktuell mit knapp 200 Mitarbeitern einen Umsatz von 26 Mio. Euro, der weltweite Gesamtumsatz der Firmengruppe wird laut Firmenchef Hans Georg Hagleitner im laufenden Geschäftsjahr rund 160 Mio. Euro betragen.

Vom neuen Headquarter in Frankfurt am Main aus sollen künftig der gesamte Vertrieb beziehungsweise die weitere Wachstumsstrategie in Deutschland gesteuert werden. Die gesetzten Ziele sind durchaus ambitioniert: Bis 2032 will Andreas Koch, Country Manager Deutschland, mit seiner Mannschaft die Marke von 100 Mio. Euro "knacken". Bis dahin sollen zudem weitere Niederlassungen entstehen – unter anderem in Köln, Leipzig und Hamburg. Hans Georg Hagleitner sagt hierzu: "Wir haben in Deutschland im Süden begonnen, sind jetzt in der Mitte und brauchen nicht mehr lange in den Norden."

Rund acht Millionen Euro hat Hagleitner in die neue Niederlassung in der Mainmetropole investiert. - © Hagleitner/Werner Krug

Die Niederlassung in der Mainmetropole sei bewusst zentral in der Bundesrepublik entstanden – leicht erreichbar aus allen Himmelsrichtungen. Der Neubau bietet 1.400 m2 Lagerfläche, 400 m2 Bürofläche und beherbergt zudem ein 300 m2 großes Ausbildungszentrum. "In diesen Räumen können wir über 200 Personen schulen und damit den notwendigen Wissenstransfer sowohl für unsere eigenen Mitarbeiter als auch für Externe sicherstellen", betont Koch. Zur Erreichung des angepeilten Wachstums will sich das ursprünglich sehr Waschraum-zentrierte Unternehmen künftig verstärkt auch die Potenziale von Bereichen wie dem Catering oder der Gebäudereinigung erschließen. Die entsprechenden Produkte dafür seien jedenfalls vorhanden und mit der starken Fokussierung auf die Digitalisierung seiner Hygiene-Lösungen sieht sich Hagleitner dafür technologisch auch in einer führenden Position.

Spendersystem für Feuchttücher

Andreas Koch, Country Manager Deutschland, demonstriert die Funktionsweise des neuen Spenders für feuchte Desinfektionstücher. Zur Umsetzung der ausgegebenen Wachstumsziele setzt er unter anderem auf Technologievorsprung. - © Hagleitner/Mathias Scheuringer

Stichwort Produkte: Den Rahmen der Eröffnungsfeier nutzte Hagleitner auch dazu, den geladenen Gästen einen automatischen Spender für feuchte Desinfektionstücher zu präsentieren, der weltweit der erste seiner Art sei und wie folgt funktioniert: Die Hand fährt zum Gerät, ein Sensor reagiert, eine Drehscheibe öffnet sich und es erscheint ein Desinfektionstuch; nach dessen Entnahme schließt das Gerät vollautomatisch. Der große Vorteil einer solchen Lösung: "Kein Feuchttuch trocknet mehr aus, weil es ganz oben in der Packung liegt. Kein Finger kramt dort herum und schleppt Keime ein", wie Hans Georg Hagleitner betont. Bestückt wird der Spender jeweils mit zwei Flowpacks, wie sie für die Verpackung und Bereitstellung von Feuchttüchern bisher üblich sind.

Steuerbar ist der Automat unter anderem digital. Über eine App ist der Nutzer standortunabhängig stets über den Füllstand, Anwendungsdaten oder den Energiestatus informiert und kann darauf reagieren. Eine weitere Besonderheit: Ist das Haltbarkeitsdatum des Flowpacks mit den feuchten Desinfektionstüchern abgelaufen – in der Regel sei das nach einem Monat der Fall –, gibt der Spender kein Tuch mehr ab. Langfristig gehe es bei der Neuentwicklung allerdings nicht nur um das Thema Desinfektion, meint Stefanie Hagleitner, die das Produktmanagement im Unternehmen leitet. So kann sie sich durchaus vorstellen, das neue Spenderkonzept auch auf andere Arten von Feuchttüchern wie etwa Toiletten-, Babypflege- oder auch klassischer Reinigungstücher zu übertragen. /GH