Eugen Gutmann feiert Jubiläum

Das Unternehmen Eugen Gutmann, Entwickler und Hersteller von Bürsten und Systemkomponenten für maschinelle Reinigungsaufgaben mit Hauptsitz in Leonberg, hat unlängst sein 100-jähriges Bestehen gefeiert.

Eine goldene Bürste zum 100-jährigen Firmenjubiläum: die beiden Geschäftsführer Jürgen Belle (li.) und Tilman Eppinger. - © Michael Frick

Das Familienunternehmen aus Baden-Württemberg wurde im Jahr 1922 durch Eugen Gutmann in Stuttgart-Zuffenhausen als Süddeutsche Poliermaschinenfabrik mit Fokus auf Bürsten und Metallwaren gegründet. Nachdem das Unternehmen auch schwere Zeiten wie etwa den 2. Weltkrieg überstand, übernahmen Tochter Beate und Schwiegersohn Axel Eppinger in den anschließenden Wirtschaftswunderjahren der 50er-Jahre die Leitung. Ende der 1960er zog die Firma an den heutigen Standort in Leonberg bei Stuttgart. Dort entstand das bis heute genutzte und zwischenzeitlich nochmals erweiterte Produktions- und Verwaltungsgebäude.

Mit einem zweiten Werk in Leonberg und einem Produktionsbetrieb in Košice (Slowakei) ist Gutmann heute ein Unternehmen mit etwa 100 Mitarbeitenden, das sich als Systempartner für Reinigungsprozesse und -Maschinen in der Flächenreinigung versteht – von der ersten Idee über Design, Konzeption, Werkzeug- und Musterbau, Testläufe und Vorserienfertigung bis zur Serienfertigung.

Laut Tilman Eppinger, heutiger Haupteigentümer und einer der beiden Geschäftsführer, ist es ein erklärtes Ziel des Unternehmens, die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit von Reinigungswerkzeugen ständig zu verbessern – beispielsweise mit dem Einsatz von Recycling-Materialien oder über Materialeinsparungen durch konstruktive Maßnahmen. Die von Gutmann entwickelte Cleanster-Technologie etwa reduziere in der maschinellen Bodenreinigung den Verbrauch von Wasser und Reinigungschemie um bis zu 25 %.

Das Ziel: umweltverträgliche Reinigungswerkzeuge

Eine weitere Entwicklung der Leonberger ist ein patentiertes Verfahren, bei dem Kunststoffteile mit Laserenergie verschweißt werden. Damit sind beispielsweise bei einem Treibteller Träger und Häkchenbelag ohne Klebstoff zu einer hochfesten Einheit verbunden. Dieses Produktionsverfahren sei deutlich umweltschonender als bei herkömmlichen Treibtellern. Zudem seinen die Produkte zu 100 % recycelbar. "Gerade angesichts der Plastikverschmutzung ist dies ein weiterer Schritt zu einem umweltverträglichen Reinigungswerkzeug", betont Tilman Eppinger. In der Produktion nutzt Gutmann seit vielen Jahren eine Anlage zur Materialrückführung, welche produktionsbedingte Kunststoffabfälle wieder zu Granulaten wandelt und das so gewonnene Rezyklat erneut dem Produktionsprozess zuführt.

Im Jubiläumsjahr bringt das Unternehmen mit dem sogenannten White-Bear-System eine weitere Neuheit in den Markt: ein hybrides System für eine flexible Padanhaftung bei Exzenter- und Orbitalmaschinen. Die Verwendung unterschiedlicher Padhalter soll dabei neue Möglichkeiten eröffnen, um die Maschinen schnell und effizient an die jeweilige Reinigungsaufgabe anzupassen. Und im Servicefall sei das Pad in Sekunden und damit im Vergleich zu herkömmlich verklebten Haftbelägen schneller getauscht.

Neben Lösungen zur Reduktion von Reinigungschemie und Wasser oder an der Verwendung von Recycling- und alternativen Materialien beschäftigt Gutmann auch die zunehmende Digitalisierung und das Thema Robotik. Auch auf diesen Gebieten werde man nach Aussage von Jürgen Belle, dem zweiten Geschäftsführer und Miteigentümer bei Gutmann, neuartige Lösungen für und mit den Kunden entwickeln. "Letztendlich", so Jürgen Belle, "entsteht ein gutes Reinigungsergebnis nur in der Symbiose zwischen Maschine und Reinigungswerkzeug. Es ist wie bei einem Auto: Das perfekte Fahrverhalten ist nur mit den richtigen Reifen zu erzielen." /GH