Die Stimmung im Gebäudereiniger-Handwerk ist eingetrübt

Vielfältige Kostensteigerungen belasten die Betriebe, die Stimmung im Gebäudereiniger-Handwerk ist deutlich eingetrübt. Das hat die aktuelle Herbst-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) ergeben.

Größter Belastungsfaktor für die Unternehmen im Gebäudereiniger-Handwerk sind laut BIV-Umfrage die Preisexplosionen in vielen Bereichen. - © Phongphan Supphakank - stock.adobe.com

Rund 430 Mitgliedsunternehmen hatten sich im Zeitraum vom 20. September bis 3. Oktober an der Online-Umfrage beteiligt.

Sorgen machen den Gebäudereinigern die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ebenso wie die globalen pandemiebedingten Material- und Lieferengpässe beziehungsweise Preissteigerungen sowie die Ausweitung der Midijob-Grenze zu Lasten der Unternehmen. Vor allem die Prognose für 2023 fällt deutlich negativ aus.

Die Umsatzerwartungen für 2022 haben sich im Vergleich zur Frühjahrsumfrage des BIV deutlich eingetrübt: 38,5 Prozent der Betriebe (Frühjahr: 21,3 Prozent) erwarten sinkende Umsätze, 30,2 Prozent (Frühjahr: 32,6 Prozent) gleichbleibende Umsätze. Nur 31,3 Prozent (Frühjahr: 46 Prozent) gehen von steigenden Umsätzen aus.

Noch vorsichtiger gestaltet sich die Prognose für 2023: 38,8 Prozent der Betriebe, die sich an der Umfrage beteiligt haben, erwarten einen Umsatzrückgang, 33,0 Prozent eine Umsatzstagnation. Lediglich 28,2 Prozent gehen von einer positiven Umsatzentwicklung aus.

Größter Belastungsfaktor sind laut BIV die Preisexplosionen in vielen Bereichen - mit Kostensteigerungen in Höhe von 10 bis 30 Prozent zum Beispiel bei Berufsbekleidung, Reinigungsmaschinen, chemischen Produkten, Abfallsäcken oder Hygieneartikeln. Auf einer "Belastungsskala" (1 bis 10) bewerteten die Unternehmen diese Kostensteigerungen im Bereich Material mit einer deutlich negativen 7,6. Mit einer ähnlich hohen Belastungsquote von 7,4 blicken die Betriebe auf die steigenden Energiepreise.

Kritik an Midijob-Plänen der Ampel

"Besonders ärgerlich und unverständlich ist es, wenn inmitten dieser historischen Krisenzeiten die Bundespolitik selbst zusätzliche Kosten und Bürokratiebelastungen für die Unternehmen initiiert", sagt Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich und kritisiert damit vor allem die geplante Erhöhung der Midijob-Grenze (seit 1. Oktober 2022 auf 1.600 Euro, ab 1. Januar 2023 auf 2.000 Euro). Dieser Schritt trifft die Gebäudereinigung als Handwerk mit großer Teilzeitquote besonders hart. Während Beschäftigte mit einem Verdienst zwischen 520 und 2.000 Euro künftig entlastet werden, legt die Bundesregierung die Kosten in Höhe von 1,3 Milliarden Euro in Form höherer Sozialversicherungsbeiträge auf die Unternehmen um. Auf der "Belastungsskala" (1 bis 10) bewerteten die Unternehmen die Erhöhung der Midijob-Grenze daher auch mit einer deutlich negativen 7,0.

Fokusthema Personalknappheit

Akut, mittel- sowie langfristig wichtigstes Thema für die Unternehmen ist und bleibt die zunehmende Personalknappheit. Auf der "Belastungsskala" der Unternehmen (1 bis 10) liegt der Durchschnittswert bei extrem hohen 9,2. Fast 92 Prozent (Frühjahr: 89 Prozent) der Unternehmen geben an, ganz akut Beschäftigte zu suchen und diesen sofort einen Arbeitsplatz anbieten zu können und zu wollen. /HH