Tarifrunde drei: Wieder kein Ergebnis

Nach 12-stündiger Beratung ist auch die dritte Verhandlungsrunde von BIV und IG Bau um einen neuen Tarifvertrag im Gebäudereiniger-Handwerk ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Die beiden Tarifparteien – links die Vertreter der IG Bau, rechts die des BIV – trafen sich am 3. November in Köln zur dritten Verhandlungsrunde. - © BIV

Der Bundesinnungsverband (BIV) hatte im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde in Köln ein neuerliches Angebot mit einem Plus von insgesamt 3,8 Prozent für die mit Abstand größte Lohngruppe 1 vorgelegt. In Kraft treten soll der Tarifvertrag nach dem Vorschlag des BIV zum 1. Januar 2027, die erste Entgelterhöhung soll zum 1. Mai 2027 wirksam werden. Demnach würden die allgemeinverbindlichen Stundenlöhne ab diesem Datum für ungelernte Reinigungskräfte von derzeit 15 auf 15,30 Euro (2 Prozent) und von 1. Januar 2028 an auf 15,58 Euro (1,8 Prozent) steigen. Die IG Bau lehnte dies ab und beharrte auf ihrer Anfangs-Forderung von zwei Euro mehr pro Stunde für alle Lohngruppen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Diese weist der BIV seit Juni mit Verweis auf die "extrem angespannte wirtschaftliche Situation" kategorisch zurück. Ein weiterer Verhandlungstermin ist noch nicht terminiert.

Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Verhandlungskommission, stellt nach drei ergebnislosen Tarifrunden fest: "Wir sind der Gewerkschaft erneut entgegengekommen. Damit haben wir unsere Kompromissbereitschaft unter Beweis gestellt. Was wir allerdings nicht mitmachen, ist ein Tarifpoker auf Kosten der ökonomischen Realität." Die IG Bau halte gebetsmühlenartig an ihrer Maximalforderung fest und ignoriere die wirtschaftlichen Argumente der Arbeitgeberseite konsequent. "Das ist keine ernsthafte Verhandlungsstrategie, sondern die demonstrative Verweigerung eines Tarifkompromisses", so Kloevekorn.

Die Gewerkschaft bleibt nach dem Scheitern der Gespräche bei ihrer Streik-Androhung. "Unsere Antwort auf das erneute Dumping-Angebot wird den Arbeitgebern nicht gefallen", erklärt Zeynep Bicici, die im Bundesvorstand der IG Bau unter anderem für das Gebäudereiniger-Handwerk zuständig ist. Die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Friedenspflicht am 31. Dezember dieses Jahres auslaufe. /GH