Auch die zweite Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk ist ergebnislos zu Ende gegangen. Der BIV legte erstmals ein Angebot vor, die IG Bau hielt an ihrer Forderung fest. Der nächste Verhandlungstermin steht am Dienstag, 3. November, an.

Das Angebot des Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) sieht vor, dass der neue Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Das Paket enthält eine zweistufige Lohnerhöhung in Höhe von insgesamt 3,4 Prozent.
Die erste Erhöhung in Lohngruppe 1 um 1,8 Prozent soll zum 1. Mai 2027 wirksam werden – wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage und weiter steigender Sozialversicherungsbeiträge nach einer viermonatigen Übergangsphase zur Stabilisierung. Zum 1. Januar 2028 ist eine weitere Anhebung um 1,6 Prozent vorgesehen. Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Verhandlungskommission, sprach von einem "Angebot mit Augenmaß und Stabilität – verantwortungsvoll und tragfähig mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und die derzeitigen wirtschaftlichen Realitäten“.
Die Gewerkschaft IG Bau blieb bei ihrer Forderung nach zwei Euro mehr pro Stunde für alle Lohngruppen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Angesichts gestiegener Preise und einer Inflationsrate von aktuell 2,8 Prozent bräuchten die Beschäftigten "jetzt eine ordentliche Schippe obendrauf", sagte Verhandlungsführerin Zeynep Bicici, die im Bundesvorstand der IG Bau unter anderem für das Gebäudereiniger-Handwerk zuständig ist.
Die Sitzung in Köln wurde nach rund vier Stunden beendet und auf Dienstag, 3. November vertagt. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Dezember 2026 aus.
"Wir bieten 3,4 Prozent mehr Lohn innerhalb von 24 Monaten an, während die Gewerkschaft weiterhin mehr als 13 Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten fordert. Das zeigt, wie groß der Abstand zwischen den Vorstellungen beider Tarifparteien derzeit noch ist“, sagt Christian Kloevekorn. Der BIV sei bereit, die Verhandlungen konstruktiv fortzusetzen, erwarte aber, dass die IG Bau "die Zeit bis zur nächsten Tarifrunde nutzt, um ihre Forderungen an die wirtschaftlichen Realitäten anzupassen und damit den Weg für eine tragfähige Einigung zu ebnen."
Die Gewerkschaft hat für die dritte Verhandlungsrunde in der Kölner Innenstadt bereits eine Protestkundgebung angekündigt. "Wir werden den Arbeitgebern zeigen, dass wir es ernst meinen mit unseren Forderungen. Und wenn das auch nicht hilft, werden wir streiken", sagte Zeynep Bicici./HH
