Die Sozialpartner im Gebäudereiniger-Handwerk – BIV und IG Bau – haben gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine "Charta für attraktive und zukunftsfähige Arbeitsgestaltung in der Gebäudereinigungsbranche" auf den Weg gebracht.

Wie kann es gelingen, die Arbeitsbedingungen im Gebäudereiniger-Handwerk zu verbessern und genügend Menschen für diese Arbeit zu gewinnen? Das waren die Kernfragen im Dialogprozess des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) mit dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und der Gewerkschaft IG Bau - Rahmen des BMAS-Programms „Arbeit: Sicher und gesund“,
Die Antworten sind in eine gemeinsame Charta eingeflossen, die BIV-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Molitor und Zeynep Bicici, Abteilungsleiterin im Bundesvorstand der IG Bau, gemeinsam mit Lilian Tschan, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, unterzeichnet haben.
Die Sozialpartner im Gebäudereiniger-Handwerk stellen sich damit hinter Ziele wie Qualitätsorientierung in der Vergabepraxis, Anerkennung und Wertschätzung für die Beschäftigten, arbeitnehmerfreundliche Arbeitsgestaltung oder auch familiengerechte Arbeitszeiten im Zusammenhang mit Tagesreinigung. In den kommenden Monaten soll der Sechs-Punkte-Plan in einer gemeinsamen Vereinbarung weiter konkretisiert werden.
"Tagesreinigung und damit verbundene, familienfreundlichere Arbeitszeiten sind ein wichtiger Schlüssel für die Personalgewinnung in unseren Betrieben. Ebenso entscheidend sind bessere Vergabeprozesse – gerade im öffentlichen Sektor darf nicht allein der Preis ausschlaggebend sein", sagte BIV-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Molitor bei der Unterzeichnung der Charta in Berlin. Beides trage wesentlich dazu bei, die Zukunftsfähigkeit des Gebäudereiniger-Handwerks zu sichern.
Ulrike Laux, im Bundesvorstand der IG Bau für die Gebäudereinigung zuständig, fügte hinzu: "Aufträge in der Gebäudereinigung werden oft an den günstigsten Anbieter vergeben. Daraus entsteht unverhältnismäßiger Preisdruck und ruinöser Wettbewerb zu Lasten der Beschäftigten. Deshalb treten wir gemeinsam für verbesserte Standards wie die Tagesreinigung ein." Die Charta könne entscheidende Akzente für faire Arbeit und soziale Verantwortung setzen.
Dass die Charta sei ein gelungenes Beispiel für gelebte Sozialpartnerschaft sei und das Potenzial habe, die Rahmenbedingungen in der Branche nachhaltig zu verbessern, machte Staatssekretärin Lilian Tschan deutlich. "Ich bin stolz, dass wir gemeinsam mit den Sozialpartnern im Gebäudereiniger-Handwerk Lösungen gesucht und gefunden haben, damit die Branche und die Arbeit, die hier geleistet wird, die Anerkennung bekommen können, die sie verdienen", sagte sie in Berlin.
Die "Charta für eine attraktive und zukunftsfähige Arbeitsgestaltung in der Gebäudereinigungsbranche" ist offen für weitere Unterstützer – Gebäudedienstleister ebenso wie ihre Kunden oder Vergabestellen und andere öffentliche Einrichtungen. Sie steht auf der Internetseite der BMAS-Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) zum Download bereit und kann dort auch unterschrieben werden. Zu den Erstunterzeichnern gehören bereits das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, die Stadt Jena und der Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena. /HH
