Start in die neue Tarifrunde: Gespräche ohne Ergebnis vertagt

Im Gebäudereiniger-Handwerk sind die Tarifverhandlungen für die Zeit ab 2027 in die erste Runde gestartet – und nach rund drei Stunden ergebnislos vertagt worden.

Der aktuelle Tarifvertrag im Gebäudereiniger-Handwerk gilt bis Ende 2026. Für die Zeit danach sind nun neue Verhandlungen gestartet. - © Small365 – stock.adobe.com

Die Gewerkschaft IG Bau hatte bereits im Juni ihre Lohnforderung präsentiert. Im Zentrum steht eine Entgelterhöhung um zwei Euro pro Stunde für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das entspricht einer Lohnerhöhung um rund 13 Prozent in der beschäftigungsstärksten Lohngruppe 1. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV), der für die Unternehmensseite verhandelt, hatte diese Forderung umgehend zurückgewiesen.

Zum Auftakt der Tarifgespräche in Düsseldorf blieben beide Verhandlungspartner bei ihren Positionen; die zweite Tarifrunde soll nun am 22. Oktober in Köln stattfinden. "Was im Juni galt, gilt auch im September. Deshalb war die heutige Tarifrunde rasch beendet. Unsererseits herrscht Unverständnis über die starre Haltung der IG Bau und darüber, wie konsequent sie die wirtschaftliche Realität ausblendet“, sagte Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Tarifkommission.

Das Gebäudereiniger-Handwerk befinde sich im konjunkturellen Stimmungstief, die Betriebe kämpften mit steigenden Kosten, schwacher Kundennachfrage und massiver wirtschaftlicher Unsicherheit. Zudem könnten die geplanten Reformen der Bundesregierung allein bei den Minijobs die Lohnnebenkosten der Betriebe um mehr als 30 Prozent nach oben treiben. "Vor diesem Hintergrund erwarten wir von der IG BAU in der nächsten Verhandlungsrunde eine erste realistische Gesprächsgrundlage", sagte Christian Kloevekorn und fügte hinzu: "Wer die wirtschaftliche Lage ignoriert, erreicht nur eines: weniger Spielraum für Beschäftigung und Investitionen."

Aus Sicht der IG Bau rechtfertigt indes auch die wirtschaftliche Entwicklung keine pauschale Absage an höhere Löhne. Viele Unternehmen rechneten auch für die kommenden Jahre mit weiterem Wachstum. Respekt zeige sich nicht in Sonntagsreden, sondern auf dem Lohnzettel. "Zwei Euro mehr pro Stunde sind ein notwendiger Schritt, damit die Menschen spüren: Diese Arbeit hat einen Wert“, sagte Ulrike Laux, im Vorstand der IG Bau zuständig für die Gebäudereinigung.

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Tarifvertrag für die Jahre 2025 und 2026 ist der Branchenmindestlohn in Lohngruppe 1 um insgesamt 11,1 Prozent von 13,50 Euro auf 15 Euro gestiegen. In Lohngruppe 6 sind es inzwischen 18,40 Euro (plus 10,2 Prozent). /HH