Wisag veröffentlicht fünftes Hygieneradar

Waren die Kliniken nach der ersten Covid-19-Welle auf die nächsten Wellen vorbereitet? Konnten Ausstattung und Krisenmanagement verbessert werden? Und wie entwickelte sich die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser? Das fünfte Hygieneradar des Gebäudedienstleiters Wisag (Frankfurt am Main) gibt Antworten.

Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer aus dem Klinikbereich nahm einen Mangel an Reinigungskräften wahr. - © Wisag

Zur Teilnahme eingeladen waren Mitarbeiter klinischer Einrichtungen. Insgesamt beteiligten sich 186 Personen an der Studie zu aktuellen Hygiene-Herausforderungen im Gesundheitswesen. Die Onlinebefragung fand zwischen September und Dezember 2021 statt.

Die Auswertung zeigt: Medizinische Einrichtungen haben die Erfahrungen der ersten Pandemiephase genutzt, um sich auf nachfolgende Wellen vorzubereiten. So haben sich nach Angaben der Teilnehmer der Befragung beispielsweise die Ausstattung mit Schutzausrüstung, die Maßnahmen zum Mitarbeiter- und Patientenschutz und auch die Hygiene verbessert. Verschlechtert hat sich allerdings die Personalsituation – ein Umstand, der Kliniken auf verschiedenen Ebenen trifft.

Auf die Frage "Wie war Ihre Einrichtung personell für die Herausforderungen der Coronapandemie ausgestattet?" äußerten 60 Prozent der Teilnehmer, dass es zu wenige Intensivpflegekräfte gibt (2020: 47,4 Prozent). Einen Mangel an stationären Pflegekräften nahmen 57,1 Prozent wahr (2020: 48,4 Prozent). Mit Blick auf das ärztliche Personal sahen 31,7 Prozent Engpässe (2020: 25,2 Prozent). Und 31,9 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass es an Reinigungskräften fehlt (2020: 35,2 Prozent).

Mehr als 40 Prozent der Umfrageteilnehmer meldeten, dass Intensivbetten während der Pandemie nicht belegt werden konnten. Als Hauptgründe genannt wurden Personalmangel aufgrund unbesetzter Planstellen und aufgrund von Krankheit sowie eine höhere Anzahl pflegeintensiver Patienten, für deren Betreuung mehr Personal nötig ist.

"Das fünfte Hygieneradar zeigt, dass das medizinische Personal in den Krankenhäusern Rückgrat und Achillesferse der Pandemiebewältigung zugleich ist. Rückgrat, weil es in den vergangenen Jahren Enormes geleistet hat. Achillesferse, weil Vergleiche der Umfrageergebnisse der ersten Coronawelle mit denen der zweiten und dritten Welle klar zeigen, dass sich die Personalnot verschärft hat – mit spürbaren Effekten auch auf die wirtschaftliche Situation“, sagt Matthias Meyer, Segmentleiter Gesundheitswesen bei Wisag Facility Service. So bewerten rund zwei Drittel der Studienteilnehmer die wirtschaftliche Lage ihrer Einrichtung als mäßig oder schlechter. Als Ursache dafür führen sie am häufigsten Einnahmeausfälle an (84 Prozent), gefolgt von Personalmangel (68 Prozent).

Die Hygienesituation in den Kliniken hat sich hingegen verbessert. Die Teilnehmer vergaben für die Hygiene der von ihnen vertretenen Einrichtung durchschnittlich die Note 2,0; in der Befragung 2020 lag die Durchschnittsnote noch bei 2,2. Auffällig ist jedoch, dass Vertreter der technischen, kaufmännischen und ärztlichen Leitung insgesamt deutlich bessere Noten für die Hygiene vergeben als das Pflegepersonal.

Das Exposé steht auf www.hygieneradar.de zum Download bereit. /HH