Natursteinboden: Ohne Kalk ­keine Kristallisation

Ein Natursteinboden war durch hohen Schmutzeintrag und mangelhafte ­Reinigung ­unansehnlich geworden. Der beauftragte Dienstleister entschied sich für die ­Kristallisation des Bodens, die auf diesem Belag aufgrund des fehlenden Kalkes nicht funktioniert und ­somit keinen Erfolg hatte.

Zustand des Bodens vor dem Anlegen der ­Musterfläche. - © Sascha Hintze

Im vorliegenden Fall war der Objektbetreiber mit der Optik des in seinem Objekt verlegten Natursteinbodens nicht zufrieden. Daher unternahm der zuständige Dienstleister mehrere Reinigungsversuche und war anschließend mit der von ihm angelegten Musterfläche, die er kristallisiert hatte, zufrieden. Die Zufriedenheit des Dienstleisters teilte der Objektbetreiber jedoch nicht und wollte vor Beauftragung der Kristallisation des Bodens noch ein Sachverständigengutachten einholen.

Bei der Kristallisation reagieren die Kalziumanteile eines kalkgebundenen Steins mit den Fluorsilicaten aus dem Kristallisationsmittel. Dadurch wird die Oberfläche verdichtet. Ziel ist es, eine härtere und glänzendere Oberfläche zu erzeugen.

Wie jedoch im vorliegenden Fall mit einfachen Hilfsmitteln zu überprüfen gewesen wäre, verfügt der im Objekt verlegte Naturstein über keine Kalkanteile, die den gewünschten Effekt einer Kristallisation hätten herbeiführen können. Der gerne auch als schwarzer Granit bezeichnete China Impala gehört nämlich zu den Hartgesteinen und ist dem Magmatit zuzuordnen. Der Sachverständige legte unter Berücksichtigung dieser Parameter eine eigene Musterfläche an.

Klassische Grundreinigung und Imprägnierung

Hierbei wurde der auf der Oberfläche befindliche Film aus Rückständen, die durch Überdosierung einer Wischpflege stammten, mittels eines Allzweckreinigers in der vom Hersteller empfohlenen geringsten Dosierung und eines Melaminpads entfernt. Nach Aufnahme der Schmutzflotte kamen ein säurefreier Grundreiniger und ein grünes Handpad zum Einsatz. Die Schmutzflotte wurde anschließend mit einem Mikrofasertuch aufgenommen.

Durch den beschriebenen Reinigungsvorgang konnten die ein­getragenen Verschmutzungen aus der Struktur des Natursteins herausgeholt werden. Auch die gelblich anmutende Verfärbung konnte komplett entfernt werden und die natürliche Farbstruktur des China Impala trat wieder deutlich zutage.

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    Musterfläche nach Behandlung mit säurefreiem Grundreiniger. Deutlich zu sehen ist, dass die ein­getragenen Verschmutzungen aus der Struktur des Natursteins herausgeholt werden konnten.
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    Die grundgereinigte und imprägnierte Musterfläche zeigt eine Farbvertiefung, welche die Struktur des Steins noch einmal betont.
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    Zustand des Bodens vor dem Anlegen der ­Musterfläche.

Um zu vermeiden, dass es zu einer schnellen Wiederanschmutzung durch die übliche Objektnutzung kommt, wurde in Absprache mit dem Objektbetreiber die Musterfläche durch eine Imprägnierung geschützt. Hierbei wurde die Fläche gemäß Herstellervorgabe mit dem Imprägniermittel belegt und der Imprägnierüberschuss im Anschluss mit einem Papiertuch aufgenommen. Nach dieser Maßnahme war deutlich eine leichte Farbvertiefung zu erkennen, welche die Struktur des Steins noch einmal betont.

Sascha Hintze | markus.targiel@holzmann-medien.de

Tipp vom Gutachter: Bei Zweifeln Unterstützung einholen

Sascha Hintze - © Sascha Hintze

Sascha Hintze, Gebäudereinigermeister, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger: "Je nach Frequentierung und Nutzerverhalten sollte in regelmäßigen Abständen auch bei Natursteinen eine Grund­reinigung mit anschließender Imprägnierung durchgeführt werden, um die natürliche Struktur und Optik aufrechtzuer­halten. Hierbei sollte mindestens die Gesteinsart klassifiziert oder entsprechende Unterstützung eingeholt werden. Zum Abschluss der Arbeiten ist es empfehlenswert, im Rahmen seiner Objektverantwortlichkeit eine Rutschmessung durchzuführen."