Lünendonk-Liste 2023: Das sind die Top-Unternehmen

Die 25 führenden Facility-Service-Unternehmen in Deutschland sind 2022 im Durchschnitt um 9,3 Prozent gewachsen. Die Marktführer erwirtschafteten laut aktueller Lünendonk-Liste erstmals mehr als 15 Milliarden Euro Umsatz.

DieTop-10-Dienstleister auf der Lünendonk-Liste haben ihren Umsatz in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent gesteigert. - © stock.adobe.com – hoshimichi

In den 25 Unternehmen waren rund 274.000 Beschäftigte tätig (+ 1,6 % gegenüber dem Vorjahr).

Der Bedarf von Immobilienbetreibern an Energiekosteneinsparungen, die Umstellung auf moderne Arbeitswelten sowie die weiterhin steigende Nachfrage nach Multidienstleistungen treiben die Marktentwicklung ebenso wie inflationsbedingte Preiseffekte. Das sind erste Ergebnisse der 20. Lünendonk-Liste "Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland" sowie der begleitenden Marktstudie.

Spie Deutschland & Zentraleuropa führt das Ranking erneut an und überschreitet als erstes Facility-Service-Unternehmen in Deutschland einen Jahresumsatz mit Dienstleistungen von zwei Mrd. Euro. Wie in den Vorjahren integrierte Spie mit PTC sowie SRE/FMS zwei Gesellschaften und wuchs unter anderem auch dank dieser beiden anorganischen Effekte.

Auf Rang zwei folgt Apleona mit einem Plus von 133 Mio. Euro und einem Jahresumsatz von 1.884,9 Mio. Euro. Voraussichtlich ab dem kommenden Jahr berichten Apleona und Gegenbauer, die im März 2023 ihren Zusammenschluss bekannt gegeben haben, gemeinsame Ergebnisse. Rechnerisch liegt der kumulierte Umsatz beider Unternehmen für das Geschäftsjahr 2022 bei über 2,7 Mrd. Euro.

Auf Rang drei liegt Wisag Facility Service mit nun 1.366,4 Mio. Euro (+ 11,7 %). Mit 33.097 Mitarbeitern ist das Unternehmen der größte Arbeitgeber unter den Gebäudedienstleistern in Deutschland.

Engie auf Rang vier meldet einen Umsatz von 981 Mio. Euro, der von 3.852 Beschäftigten generiert wird. Gegenbauer erreicht einen Umsatz von 858,5 Mio. Euro und liegt damit auf Rang fünf.

Mit Piepenbrock (779,5 Mio. Euro, + 10,2 %), ISS (746,8 Mio. Euro, +2,3 %) und Dussmann (735,02 Mio. Euro, + 12,7 %) folgen drei Unternehmen mit mehr als 700 Mio. Euro Jahresumsatz auf den Rängen sechs bis acht. Piepenbrock tauscht im Vergleich zum Vorjahr Listenrang sechs mit ISS aufgrund des stärkeren Wachstums. Die Top 10 werden komplettiert von Kötter (601,0 Mio. Euro) und Strabag PFS (568,0 Mio. Euro), die unter anderem aufgrund der Übernahme der Adomus erstmals seit dem Geschäftsjahr 2019 wieder auf den ersten zehn Plätzen vertreten sind.

Zusammen generierten die Top 10 im Jahr 2022 einen Umsatz von 10,5 Mrd. Euro. Das entspricht zwei Dritteln des kumulierten Umsatzes der Top 25. Binnen zehn Jahren haben die führenden Dienstleister damit ihren Umsatz um 60 Prozent gesteigert. Das Verhältnis innerhalb der Top 25 ist mit rund 65 Prozent Umsatzanteil der Top 10 jedoch nahezu unverändert geblieben. Eine Konsolidierung findet in Richtung einer größeren Gruppe von Marktführern statt, aktuell jedoch nicht in Richtung weniger oder einzelner Unternehmen.

Compass verbessert sich um zwei Ränge, Vebego und Wackler neu im Ranking

In der zweiten Hälfte des Rankings gibt es wesentliche Veränderungen: Die Compass Group klettert von Rang 15 auf 13. Ausschlaggebend hierfür ist unter anderem die wieder steigende Nachfrage nach Betriebsgastronomie.

Vebego ersetzt nach der Übernahme von Hectas und der Zusammenführung mit den bisherigen Vebego-Gesellschaften in Deutschland das Wuppertaler Unternehmen im Ranking. Gegenüber der Vorjahresplatzierung von Hectas verbessert sich Vebego mit einem kumulierten Deutschlandumsatz von 214,3 Mio. Euro auf Rang 21 (Vorjahr Hectas: 24). Dr. Sasse ist mit nun 209,5 Mio. Euro auf Platz 22 gelistet. Neben Vebego führt auch das im direkten Vergleich stärkere Wachstum der Caverion (+21,4 Mio. Euro) zur neuen Platzierung.

Neu im Ranking ist Wackler auf Rang 25. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München erwirtschaftete 2022 einen Umsatz von 162,0 Mio. Euro – 30 Mio. Euro mehr als 2021. Damit liegt der Mindestumsatz zur Aufnahme in das Ranking nun um rund 100 Mio. Euro höher als bei der Erstauflage der Lünendonk-Liste im Jahr 2004 (63,5 Mio.Euro).

Die Marktentwicklung ist derzeit geprägt von mehreren großen Übernahmen. Für 2023 zeichnen sich bereits weitere Veränderungen ab: Strabag PFS hat mit der in Norddeutschland beheimateten Bockholdt (rund 3.600 Beschäftigte, geschätzter Umsatz von 92 Mio. Euro im Jahr 2021) ebenso eine für die Marktstruktur relevante Übernahme erzielt, wie es der Zusammenschluss von Apleona und Gegenbauer ist.

"Die Lünendonk-Liste spiegelt die neue Marktstruktur nach den Corona-Jahren wider: Die Unternehmen reagieren auf die weiterhin steigende Nachfrage nach Gesamtdienstleistungen mit Übernahmen", sagt Thomas Ball, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder. Wachstumstreiber seien darüber hinaus Energieeinsparungen, Nachhaltigkeit und Anpassung an die neuen Arbeitswelten. Das zeige die um durchschnittlich 2,4 % gestiegene Zahl der Beschäftigten. Für das hohe Wachstum der Unternehmen von 9,3 Prozent seien nicht nur Lohnsteigerungen, sondern auch höhere Materialkosten ausschlaggebend.

Die neue Lünendonk-Liste "Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland" steht zum kostenfreien Download auf www.luenendonk.de bereit. Die umfassende Lünendonk-Studie über den Markt und die führenden Unternehmen erscheint im Juli 2023 und enthält zahlreiche Langzeit- und Segmentauswertungen. In die detaillierte Studie wurden 65 Unternehmen einbezogen. Sie ist kostenpflichtig auf www.luenendonk.de vorbestellbar. /HH