Homogener bräunlich-grauer Filmbelag auf Granit

Im vorliegenden Schadensfall wies der verlegte Granitboden starke ­Verschmutzungen und Farbveränderungen auf. Dies konnte auf die Verwendung eines ­falschen ­Reinigungsmittels zurückgeführt werden.

Mithilfe von Melaminpads und eines sauren Reinigungsmittels konnte auf der Musterfläche die Verschmutzung vollständig beseitigt werden. - © Sascha Hintze

Vor dem Anlegen der Musterfläche galt es, den Naturstein zu bestimmen, um nicht durch die Wahl eines falschen Reinigungsmittels eine unerwünschte Reaktion herbeizuführen. Bei Betrachtung der Oberfläche konnte man deutlich erkennen, dass der Stein eine gleichmäßige Maserung und drei Farben aufwies. Des Weiteren konnte der Stein mit einem Cuttermesser nicht eingeritzt werden, zudem reagierte die Oberfläche bei der Probe an einer verdeckten Stelle nicht auf ein säurehaltiges Reinigungsmittel. Zusammengenommen wies alles auf einen Granit hin.

Wie konnte es zu der Farbveränderung kommen?

In dem repräsentativen Eingangsbereich eines Verwaltungsgebäudes konnte auf der Steinoberfläche eine nahezu homogene bräunlich-graue Struktur festgestellt werden. In Rand- und Eckenbereichen jedoch war diese Farbstruktur wesentlich schwächer ausgeprägt. Dies ließ darauf schließen, dass die Farbveränderung von außen herbeigeführt worden ist. Es galt daher zu rekonstruieren, wie diese Farbveränderung zustande gekommen war, um den Fehler zukünftig vermeiden zu können. Für den Objektbetreiber noch wichtiger war die Frage, ob die Farbveränderung reversibel war. Dies sollte anhand einer Musterfläche überprüft werden.

In dem Objekt ist normalerweise mit einem Schmutz­eintrag von außen, also klassischem Straßenschmutz, zu rechnen. Das Nutzerverhalten konnte in diesem Fall (Eingangsbereich) eher vernachlässigt werden. Um die Verschmutzung genauer zu evaluieren, rich­tete sich deshalb der Fokus auf die bis dato eingesetzte Reinigungstechnik. Die Befragung des Reinigungspersonals ergab, dass im vorliegenden Fall klassische Baumwollmopps in Verbindung mit einer Wischpflege zum Einsatz kamen.

Die Wasserhärte ist auch zu berücksichtigen

Nach dem ersten Reinigungsversuch mittels Mikrofaser und einem Standard-Allzweckreiniger zeigte das Textil zwar eine deutliche Schmutzaufnahme, auf der Oberfläche ließ sich allerdings keine wesentliche Verbesserung erkennen. Daher bestimmte der Sachverständige als Nächstes mittels eines Standard-­Teststreifens die Wasserhärte. Diese ist abhängig vom Gehalt der Calcium- und Magnesiumverbindungen und entsteht, indem sich Calcium und Magnesium mit dem im Wasser gelösten Kohlendioxid verbinden. Der im Objekt ermittelte Wert lag im Härtebereich 3, es lag demzufolge hartes Wasser vor.

Daraufhin wurde die Musterfläche nochmals angelegt, und zwar mit einem sauren Reinigungsmittel auf Basis von Aminosulfonsäure in Verbindung mit einem ­Melaminpad. Das Ergebnis: Die Verschmutzung inklusive der Farbveränderung konnte vollständig entfernt werden. Der Sachverständige sprach eine entsprechende Reinigungsempfehlung aus (siehe Kasten).

Sascha Hintze | markus.targiel@holzmann-medien.de

Tipp vom Gutachter: "Mit Mikrofaser und ­häufigem Wechsel"

Sascha Hintze - © Sascha Hintze

Sascha Hintze, Gebäudereinigermeister, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger: "In Gebieten mit hartem Wasser sollte auch in der Unterhaltsreinigung darauf geachtet werden, dass – vorausgesetzt die Oberflächen sind säurebeständig – neben dem alkalischen Reinigungsprodukt in regelmäßigen Abständen immer wieder auch ein saurer Reiniger zum Einsatz kommt.

Im vorliegenden Fall wurde in Abstimmung mit dem Fachberater das Reinigungsmittel gewechselt und der Einsatz einer geeigneten Mechanik (Mikrofasermopp) empfohlen.

Gleichzeitig wurde das eingesetzte Reinigungspersonal dazu angehalten, die Reinigungstextilien häufig zu wechseln. Da es sich um ein repräsentatives Objekt handelt, wurde darauf hingewiesen, dass der Mopp nach 4–10 m² zu wechseln ist, in Abhängigkeit von der jeweils anfallenden Verschmutzung. Hierdurch wird verhindert, dass der Mopp den Schmutz wieder abgibt und dieser regelrecht in den Boden einmassiert wird."