Grundreinigung: Die Qualität zeigt sich an den Übergängen

Der Vergleich zwischen einer sorgfältig ausgeführten Grundreinigung und einer lieblos aufgebrachten Beschichtung zeigt, wie sehr bei Sanierungs- und Grundreinigungs­arbeiten die Liebe zum Detail das Ergebnis bestimmt.

Sauber ausgearbeiteter Übergang: Profile und angrenzende Bodenflächen bleiben klar voneinander getrennt (Bild 1). - © Sascha Hintze

Bei einer klassischen Nassgrundreinigung mit anschließender Beschichtung wird die vorhandene, abgenutzte Pflegefilmschicht vollständig entfernt. Gerade an Profilen, Randzonen und Türdurchgängen ist dies handwerklich anspruchsvoll. Bleiben dort Altbeschichtungen zurück oder wird der neue Pflegefilm ohne klare Begrenzung aufgetragen, ­entstehen An­sätze, Glanzunterschiede und sichtbare Übergänge. Deshalb muss die Bearbeitungsgrenze vor Arbeitsbeginn festgelegt und bei jedem Arbeitsschritt eingehalten werden.

Ein Positivbeispiel ...

Bild 1 zeigt ein nahezu mustergültiges Detail nach der Sanierung eines Linoleumbodens mit Polyurethan inklusive Colorierung und Einstreuung gleichfarbiger Chips. Die beiden Bodenflächen sind durch Profile sauber getrennt. Die Profilkanten wurden freigestellt, die Anschlüsse gleichmäßig bearbeitet und angrenzende Flächen blieben frei von Produktverschleppungen. Das Ergebnis wirkt bewusst und sorgfältig gestaltet.

Solche Details gelingen nur, wenn Randbereiche manuell nachgearbeitet, Arbeitsmittel rechtzeitig gewechselt und Rückstände vor dem Beschichten vollständig aufgenommen werden. Auch Abkleben oder kontrolliertes Anarbeiten an Profilen gehört zur Leistung und muss im Zeitansatz sowie in der Kalkulation berücksichtigt werden.

Im positiven Beispiel wurde nicht nur die Fläche als Ganzes betrachtet. Der Übergang erhielt die gleiche Aufmerksamkeit wie die Hauptfläche. Genau daran lässt sich erkennen, dass Sanierungs- und Grundreinigungsarbeiten mit Sorgfalt, Fachkenntnis und viel Liebe zum Detail ausgeführt werden können.

... und ein Negativbeispiel

Bild 2 zeigt hingegen eine Beschichtung ohne sauber definierte Abgrenzung zum Nebenraum. Der wellenförmige Verlauf der Abschlusskante und der deutliche Unterschied im Glanzgrad sind bereits bei normaler Betrachtung gut sichtbar. Eine solche Ausführung ist nicht lediglich ein kleiner Schönheitsfehler, sondern ein dauerhaft wahrnehmbarer Mangel im Erscheinungsbild. Die unsaubere Kante erschwert außerdem die spätere Unterhaltsreinigung, weil sich Schmutz an Übergängen und Schichtansätzen bevorzugt festsetzt.

Ein einfaches Überbeschichten der Kante ist keine fachgerechte Lösung. Zunächst muss geprüft werden, welche Altbeschichtung vorhanden ist, wie fest sie haftet und ob sich der Ansatz plan angleichen lässt. Je nach Zustand kann eine örtliche Bearbeitung ausreichen. Häufig muss die Beschichtung jedoch bis zu einer technisch und optisch sinnvollen Begrenzung zurückgenommen und neu aufgebaut werden. Dabei sind erneute Glanzunterschiede zu vermeiden. Deshalb gilt: Die erforderliche Nacharbeit muss am tatsächlichen Schichtaufbau ausgerichtet werden.

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    Lieblos aufgebrachte Beschichtung ohne klare Trennlinie zum Nebenraum. Der unruhige Verlauf der Kante bleibt als sichtbarer Ansatz zurück und lässt den Übergangsbereich unfertig erscheinen (Bild 2).
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    © Sascha Hintze
    Sauber ausgearbeiteter Übergang: Profile und angrenzende Bodenflächen bleiben klar voneinander getrennt (Bild 1).

Wo sich die Spreu vom Weizen trennt

Der Vergleich zeigt, dass die Qualität einer Bodensanierung nicht allein an der freien Fläche beurteilt werden darf. Entscheidend sind Randbereiche, Türdurchgänge und Materialwechsel. Wer diese Zonen bereits bei der Arbeitsvorbereitung berücksichtigt, schützt angrenzende Flächen und vermeidet Nacharbeit. Der notwendige Zeitaufwand ist keine Zugabe, sondern Bestandteil einer fachgerechten Leistung.

Sascha Hintze | markus.targiel@holzmann-medien.de

Tipps vom Gutachter: Die Bearbeitungsgrenzen eindeutig festlegen

Sascha Hintze - © Nachweis

Sascha Hintze, Gebäudereinigermeister, öffentlich bestellter ­und vereidigter ­Sachverständiger: "Vor Beginn von Grundreinigung und Beschichtung müssen die Bearbeitungsgrenzen eindeutig festgelegt werden. Schwellen oder Profile bieten sich als Abschluss an.

Fehlt eine bauliche Trennung, ist eine geradlinige Begrenzung herzustellen. Angrenzende Flächen sind zu schützen und das Ergebnis ist während der Arbeiten aus mehreren Blickrichtungen zu kontrollieren. Saubere Übergänge sind kein kosmetisches Extra. Sie zeigen, ob eine Leistung geplant, kontrolliert und mit dem notwendigen handwerklichen Anspruch ausgeführt wurde."