Austausch unter Wettbewerbern

Auf dem Digital Cleaning Day 2026, veranstaltet von Fenka Robotics, Blink und ToolSense, diskutierten in Frankfurt am Main Fachleute aus der Gebäudereinigung und dem Facility Management über Robotik, KI und Personalmangel.

Reinigungsrobotik war ein zentrales Thema auf dem Digital Cleaning Day 2026.

Über 200 Teilnehmende aus mehr als 100 Unternehmen waren laut Angabe der Veranstalter Anfang Oktober nach Frankfurt am Main gekommen, um sich in der dortigen Union Halle zum Thema digitale Gebäudedienstleistungen zu informieren und sich untereinander auszutauschen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zentrale Herausforderungen der Branche wie steigende Kosten und fehlende Transparenz. Anhand von Live-Demos, Praxisberichten und Kosten-Nutzen-Rechnungen zeigten die Redner, wie Personal, klassische Reinigungsmaschinen und moderne Robotik in einem digitalen Ökosystem zusammenarbeiten können.

Einer der Vortragenden war Michael Lackner, Geschäftsführer von Dr. Sasse Facility Management Österreich. Er berichtete über die Erfahrungen mit der Robotik im eigenen Unternehmen und rechnete vor, dass sich ein Reinigungsroboter bereits auf vergleichsweise kleinen Flächen ab netto rund 80 Quadratmetern wirtschaftlich lohnen könne. Seine These: "Damit Robotik für Gebäudedienstleister zum Vorteil wird und nicht zur Gefahr, müssen wir unser Geschäftsmodell verändern – in Prozessen, Führung und Kennzahlen. Wer das jetzt angeht, sichert sich einen klaren Wettbewerbsvorteil."

Mit KI in wenigen Minuten startklar

Thomas Bakeberg, CEO von Blink, zeigte, wie Künstliche Intelligenz Reinigungskräfte vom ersten Tag an unterstützt: vom digitalen Onboarding bis zur eigenen App, einsatzbereit in wenigen Minuten. Sein Credo: "Digitalisierung muss für die Menschen auf der Fläche einfach funktionieren. Wenn neue Reinigungskräfte mit KI in wenigen Minuten startklar sind, entlastet das die Objektleitungen und sichert Qualität."

Moritz Fendt, CEO von Fenka Robotics, gab schließlich einen Ausblick auf die Zukunft des Facility Managements. Auch er ist überzeugt: "Robotik ist in der Gebäudereinigung keine Zukunftsvision mehr, sondern eine konkrete Antwort auf den Fachkräftemangel. Der Digital Cleaning Day zeigt, wie viel Dynamik entsteht, wenn Dienstleister, Hersteller und Softwareanbieter an einem Tisch sitzen und gemeinsam an Lösungen arbeiten."

Besonders praxisnah wurde es im Workshop "Build your own AI Agent" von Rostyslav Yavorskyi, CTO von ToolSense. Unter seiner Anleitung konnten die Teilnehmenden ihren eigenen KI-Agenten bauen und dabei unmittelbar erleben, wie sich KI ohne lange Vorlaufzeit in den Arbeitsalltag der Reinigungsbranche übertragen lässt.

Die zweite Auflage des Digital Cleaning Day soll nicht die letzte sein. Für 2027 ist eine Fortsetzung des interaktiven Formats geplant. /GH