Der weltweite Absatz professioneller Serviceroboter ist im Jahr 2025 nach Berechnungen der International Federation of Robotics (IFR) um 24 Prozent gestiegen. Auf Platz drei der Top-Anwendungsgebiete steht die Reinigungsrobotik.

Für den Bericht "World Robotics – Serviceroboter" analysiert die IFR als Sprachrohr der weltweiten Robotikindustrie in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) jährlich die Entwicklungen im Bereich der Servicerobotik. Betrachtet werden dabei drei Hauptsegmente: Serviceroboter für den professionellen Einsatz, Serviceroboter im Consumer-Umfeld und Medizinroboter. Der Absatz der rund 240 von der IFR dazu befragten Hersteller ist im vergangenen Jahr in allen drei Segmenten zweistellig gestiegen: Bei den professionellen Servicerobotern um 24 Prozent (insgesamt 250.000 Einheiten), bei den medizinischen Robotern um 19 Prozent (15.300 Einheiten) und bei den Servicerobotern für Endverbraucher sogar um beeindruckende 37 Prozent (34,2 Millionen Einheiten).
Die Top-Anwendungsgebiete für professionelle Serviceroboter
Transport und Logistik bleiben mit 117.500 verkauften Einheiten im Jahr 2025 der führende Anwendungsbereich für professionelle Serviceroboter. Dies entspricht einem Anstieg von 21 Prozent und einem Marktanteil von 47 Prozent in diesem Segment. Obwohl der traditionelle Verkauf weiterhin der wichtigste Monetarisierungskanal bleibt, zieht die Nachfrage nach Robotics-as-a-Service-Geschäftsmodellen (RaaS) an. In den USA sei dies bereits das vorherrschende Geschäftsmodell.
Zweitwichtigster Anwendungsbereich für professionelle Serviceroboter ist das Hotel- und Gastgewerbe. Die knapp 56.000 in diesem Umfeld abgesetzten Geräte (entsprechend einem Marktanteil von rund 22 Prozent) kommen größtenteils als mobile Assistenten für Informationen und Telepräsenz im öffentlichen Raum zum Einsatz. Der Markt für professionelle Reinigungsroboter folgt auf Platz drei mit knapp über 44.600 verkauften Einheiten (Marktanteil: 18 Prozent); Hauptanwendung ist hier die Bodenreinigung.
Humanoide Roboter auf dem Vormarsch
Humanoide Roboter, die so konzipiert sind, dass sie Menschen ähneln und in für Menschen gestalteten Umgebungen eingesetzt werden, sorgen aktuell in nahezu allen Bereichen für großes Aufsehen. Die jüngsten Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz, Sensorik und Steuerungssystemen führten der IFR zufolge bereits zu bemerkenswerten Pilotprojekten. Allerdings seien die aktuellen Anwendungen meist noch sehr spezialisiert und erforderten häufig eine Fernsteuerung durch Menschen.
Insgesamt wurden 2025 laut der Studie weltweit etwa 7.000 Einheiten von sogenannten Full-Size-Humanoiden (über 140 Zentimeter groß) verkauft. Diese Roboter sind für kommerzielle und professionelle Anwendungen außerhalb von Forschung und Entwicklung sowie der Unterhaltungsbranche vorgesehen.
Herausforderungen bei den Sicherheitsstandards, hohe KI-Trainings- und Wartungskosten sowie das Fehlen eines überzeugenden Geschäftsmodells, insbesondere im industriellen Umfeld, schränken die breite Einführung laut IFR weiterhin ein. Um humanoide Roboter zu praktischen Alltagswerkzeugen zu entwickeln, seien weitere Fortschritte in den Bereichen intuitive Programmierung, robuste Handhabung, wirtschaftliche Skalierbarkeit und standardisierte Sicherheit unerlässlich.
Stichprobe variiert von Jahr zu Jahr
Die IFR weist im Rahmen der Studie darauf hin, dass die veröffentlichten Zahlen auf einer Stichprobe von 238 Unternehmen basieren. Die Marktdaten seien nicht auf die gesamte Branche hochgerechnet. Da die Zusammensetzung der Stichprobe jedes Jahr variiert, rät die IFR zudem dringend von einem Vergleich der Daten aus verschiedenen World-Robotics-Reports ab. /GH
