Die Reinigung der Metallfassade der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) in Duisburg hatte es buchstäblich in sich. So mussten die Hubarbeitsbühnen des Gebäudedienstleisters mit einem Spezialkran über das Dach in den Innenhof des Objekts gehoben werden. Zudem forderte der Auftraggeber: Die Arbeiten sollten ökologisch, nachhaltig und gütegesichert erfolgen.

Duisburg, am westlichen Rand des Ruhrgebiets gelegen, hat sich in den letzten Jahren zum Topstandort für Behörden und öffentliche Einrichtungen entwickelt. Mitten in der Innenstadt, am Hauptbahnhof, steht unübersehbar der moderne Gebäudekomplex der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW). Insgesamt rund 3.100 Studierende in den Fachbereichen Polizei sowie Allgemeine Verwaltung/Rentenversicherung füllen die beiden fünfgeschossigen Gebäude – bestehend aus Hauptgebäude und Erweiterungsbau – mit der unverwechselbaren Metallfassade mit Leben. An der Hochschule werden die Bachelorstudiengänge Polizeivollzugsdienst, Staatlicher Verwaltungsdienst und Kommunaler Verwaltungsdienst angeboten.
Bereits ein Jahr nach Eröffnung des Hauptgebäudes der HSPV im Jahr 2022 hatten Baustaub der angrenzenden Baustelle des Erweiterungsbaus, Ruß und standortbedingte industrielle Verschmutzungen einen unansehnlichen Schmutzfilm an der hellen Fassade gebildet. Diesen gründlich und professionell zu entfernen, lautete daher der Auftrag an die Gebäudereiniger von Niederberger Duisburg.
Ein Hingucker aus hellem Aluminium
Tatsächlich ist die Metallfassade aus Aluminium ein beeindruckender Blickfang. Die ebene Oberfläche gibt der gesamten Außenfläche eine großzügige Linie, die zur Attraktivität und Einzigartigkeit des Campus beiträgt. Gleichzeitig schützt der Werkstoff Metall vor äußeren Einflüssen und hilft, Energie zu sparen. Aluminium punktet zudem mit Bildung einer natürlichen Oxidschicht, die vor Korrosion schützt. Gleichwohl sind Metallfassaden wie die der HSPV im Allgemeinen nur bedingt wartungs- und pflegefrei und müssen regelmäßig gereinigt werden, um die Korrosions- und Witterungsbelastung zu verringern sowie vor Wiederanschmutzung zu schützen.
Für die Reinigung gibt es allerdings keine Patentrezepte: Gebäudereiniger müssen bei der Besichtigung vor Ort entscheiden, welches Verfahren jeweils anzuwenden ist. Metallpulverbeschichtete Flächen beispielsweise brauchen eine andere Pflege als farbbeschichtetes Metall. Eine professionelle Fassadenreinigung beginnt deshalb mit einer gründlichen Analyse – so auch bei Niederberger Duisburg. Betriebsleiter und Gebäudereinigermeister Jeremy Hellwig sowie sein erfahrener Kollege Yannik Möller, Abteilungsleiter Fassadenreinigung, führten dementsprechend zunächst eine präzise Bestandsanalyse durch. Dazu identifizierten die Fachleute zunächst die spezifischen baulichen Anforderungen des Gebäudes und entwickelten darauf basierend eine maßgeschneiderte Lösung.
Ein entscheidender Schritt in diesem Prozess war die Erstellung eines detaillierten Zeitplans, der sicherstellte, dass jede Phase der Reinigung effizient erfolgt. Dies trug nicht nur zur Zeitersparnis bei, sondern gewährleistete auch eine minimale Beeinträchtigung der Bauphase des angrenzenden Gebäudes. "Wir bekamen es mit einem Gebäudekomplex mit einer fast 30 Meter hohen Außenfassade und über 10.000 Quadratmetern Fassadenfläche aus Aluminium mit pulverbeschichteten Elementen sowie einem begrünten Innenhof mit Außenterrasse zu tun. Für die Reinigung sowie den Auf- und Abbau der Arbeitsbühnen kalkulierten wir 40 Arbeitstage", erinnert sich Jeremy Hellwig.
Aggressive Umgebungsluft schädigt das Material
Ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl des Reinigungsverfahrens waren die Bedingungen vor Ort: Die industriell bedingte erhöhte Luftverschmutzung in der Rhein-Ruhr-Region führt zu einer beschleunigten Materialdegradation von Metallfassaden. Die aggressiven Komponenten der Luft, wie Schwefeldioxid und Stickoxide, greifen die schützende Oberfläche von Metall an und führen zu Korrosion. Hinzu kommen die in urbanen Umgebungen vorkommenden organischen Materialien wie Moos und Algen sowie Ruß- und Schmutzpartikel, die sich ebenfalls auf den Oberflächen ablagern und im Laufe der Zeit zu einer sichtbaren Verschmutzung führen. Die Ablagerungen können nicht nur das ästhetische Erscheinungsbild beeinträchtigen, sondern auch die Oberfläche strukturell beschädigen, wenn sie nicht regelmäßig entfernt werden.
Um die Qualität der Fassadenreinigung nach RAL-GZ 632 mit der gewählten Reinigungsmethode zu demonstrieren, wurde zunächst eine Musterfläche ausgewählt und gründlich gereinigt. Dies diente nicht nur als Prüfung der Effizienz der angewandten Reinigungsverfahren, sondern ermöglichte es auch, potenzielle Verbesserungen oder Anpassungen vorzunehmen, bevor die eigentliche Reinigung des gesamten Gebäudes begann.
Geplant war, die Säuberung manuell unter Verwendung von entmineralisiertem Wasser im Osmoseverfahren vorzunehmen – bei Bedarf unter Verwendung eines RAL-gelisteten Neutralreinigers als Zusatz. Als Mitglied der Gütegemeinschaft für die Reinigung von Metallfassaden (GRM) wollte der Dienstleister ausschließlich zugelassene Produkte verwenden, die obendrein keine belastenden Abwässer hinterlassen.
Dem Prinzip der Umkehrosmose folgend wird das Wasser zunächst durch einen Karbon-Vorfilter geleitet, der Chlor und Sedimente entfernt. Anschließend passiert das Wasser zwei Hochleistungs-RO-Membranen, die bis zu 98 Prozent der gelösten Mineralien und Verunreinigungen herausfiltern. Dabei erfolgt eine Trennung des Wassers in Abwasser und reines Wasser. Das gereinigte Wasser durchläuft danach einen DI-Filter, um verbleibende Mineralien zu eliminieren.
Höhenzugang wird zur Herausforderung
Schnell stellte sich heraus: Die eigentliche Reinigung der Fassade sollte nicht das Problem werden. Vielmehr standen die Gebäudereiniger vor einer architektonischen Herausforderung: Der begrünte Innenhof ist nicht ohne Weiteres für die benötigten Hubarbeitsbühnen erreichbar, da es keine Zufahrt gibt.
Bevor das 13-köpfige Team von Abteilungsleiter Yannik Möller mit der Reinigung zunächst der Innenhoffassade beginnen konnte, rückte daher erst einmal schweres Gerät in Form eines Aufbaukrans an. Betriebsleiter Jeremy Hellwig erklärt: "Wir hatten keine andere Möglichkeit, die beiden 16 Tonnen schweren Hubsteiger für die Osmosereinigung in die Innenhöfe zu bekommen. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als sie über das Dach hinweg hinein zu heben. Ein wichtiger Faktor war dabei die gute Kommunikation zwischen Kranfahrer und Einweiser. Da der Kollege an den Steuerhebeln in der Krankabine die Hubsteiger nach dem Verschwinden hinter der Wand nicht mehr sehen konnte, musste er sich blind auf die Kommandos am Sprechfunkgerät verlassen."
Nachdem die Hubsteiger positioniert und auch die Vorbereitungen zur eigentlichen Reinigung abgeschlossen waren – das System zur Osmosereinigung musste an eine Wasserversorgung und das Stromnetz angeschlossen werden – konnten schließlich die Arbeiten an der 30 Meter hohen Fassade beginnen. Dazu haben die Gebäudereiniger aus Yannik Möllers Team das Wasser über ein extrem leichtes Carbon-Stangen-System bis zur gewünschten Arbeitshöhe gepumpt und über ein Bürstensystem auf die Fassade aufgesprüht. Während die nassen Bürsten die Verschmutzungen anlösten und abtrugen, spülte das zugeführte Reinwasser die Schmutzpartikel von der Fassadenoberfläche herunter. Pro Stunde schafften die Fachleute so etwa 40 Quadratmeter, einschließlich der Rüstzeiten für das Verstellen der Hubsteiger. Flecken, Schlieren oder Streifen entstanden bei der Reinigung mit entmineralisiertem Wasser nicht, sodass nicht nachgetrocknet oder poliert werden musste.
Sparsamer Umgang mit Wasser
Bei den pulverbeschichteten Fassadenelementen galt es, erste Zeichen von Kreidung zu entfernen. Polymere auf der Oberfläche zersetzen sich, und so verlieren die eingebetteten Farbpigmente ihren Halt und werden vom Regen ausgewaschen. Um dieser unschönen Optik Herr zu werden, wurden Reinigungsmittel mit Schleifzusätzen sowie geeignete Fassadenpads verwendet. Die Arbeiten wurden sowohl mit Unterstützung einer elektrisch betriebenen, handgeführten Poliermaschine, als auch an schwer zugänglichen Stellen manuell durchgeführt.
Mit dem weitgehenden Verzicht auf chemische Zusätze bei der Reinigung wurde nach Aussage von Jeremy Hellwig zudem eine wichtige Anforderung des Auftraggebers erfüllt: Die Fassadenreinigung sollte nämlich ökologisch, nachhaltig und gütegesichert erfolgen. Außerdem sollten die Betriebsabläufe dadurch so wenig wie möglich gestört und die Wiederanschmutzung maximal verzögert werden, wobei auf Wunsch des Auftraggebers auf eine zusätzliche Konservierung verzichtet werden sollte. Im Übrigen spreche auch die benötigte Wassermenge für die Nachhaltigkeit des gewählten Reinigungsverfahrens: "Pro Quadratmeter zu reinigender Fläche lagen wir bei einem Wasserverbrauch zwischen zwei und vier Litern – je nach Verschmutzung", berichtet Yannik Möller.
Bereits nach 35 Arbeitstagen – kalkuliert waren 40 – war der Auftrag erledigt und Yannik Möller konnte seinem Kunden eine hervorragend gereinigte Fassade übergeben. Allein der logistische Aufwand vor und nach den Reinigungsarbeiten nahm dabei insgesamt drei Arbeitstage in Anspruch. "Unter normalen Umständen dürfte die nächste Reinigung erst in zwei Jahren erforderlich werden", sagt der Abteilungsleiter Fassadenreinigung bei Niederberger.
Quelle: Niederberger | guenter.herkommer@holzmann-medien.de