Laut einer aktuellen Studie empfindet knapp die Hälfte der Befragten Unbehagen bei der Nutzung öffentlicher Waschräume. Ziel muss es der Umfrage zufolge daher sein, diese Umgebungen sowohl für die Nutzenden als auch für das Reinigungspersonal komfortabler zu gestalten – unabhängig von Alter, Gesundheitszustand, Fähigkeiten, Neurodiversitäten oder allgemeinen Hygienebedenken.

Waschräume sind häufig die am stärksten frequentierten Räume einer öffentlichen Einrichtung. Deren Nutzung stellt jeden Tag eine Herausforderung für viele Menschen dar. Und nicht alle Barrieren, die einem angenehmen Erlebnis im Wege stehen, sind sichtbar. Viele verschiedene Faktoren können hierbei eine Rolle spielen, etwa ein unzureichender Zugang zu Seifen- und Handtuchspendern, laute Geräusche, fehlende Privatsphäre oder ein Mangel an Sauberkeit. Die wichtigsten Erkenntnisse der aktuellen Tork-Insight-Umfrage 2024 unter 6.000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren aus der breiten Öffentlichkeit und 900 Befragten aus Unternehmen in den USA, Mexiko, Großbritannien, Deutschland sowie Frankreich sind:
- 73 Prozent der Befragten fühlen sich unsicher, wenn sie ihre Hände nicht waschen können.
- Ebenfalls 73 Prozent geben an, dass ein negatives Waschraum-Erlebnis Einfluss darauf hat, ob sie ein Restaurant erneut besuchen.
- 38 Prozent der Befragten vermeiden das Essen oder Trinken, um weniger häufig einen öffentlichen Waschraum besuchen zu müssen.
- Einer von sechs Befragten (17 Prozent) gab an, schon einmal einen Arbeitsplatz wegen schlechter Waschräume gekündigt zu haben.
- Die Befragten überdenken den Zugang zu öffentlichen Toiletten, wenn sie gesellschaftliche Veranstaltungen oder Reisen planen.
- 26 Prozent der Befragten vermieden eine gesellschaftliche Veranstaltung, weil sie sich Sorgen über den Zugang zu öffentlichen Toiletten machten.
- 44 Prozent planen ihre Reiseroute, um den Zugang zu Waschräumen sicherzustellen.
"Der einfache Zugang zu öffentlichen Waschräumen ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch ein Bedürfnis der öffentlichen Gesundheit", merkt Jenny Logenius, Global Brand Manager bei Tork, zu den Erkenntnissen der durchgeführten Studie an und ergänzt: "Unsere Untersuchungen bestätigen jedoch, dass ihre Ausstattung oft nicht darauf ausgelegt ist, den sich ständig ändernden Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Gemeinsam mit Fachleuten und Interessensgruppen möchten wir daher untersuchen, wie die Hygiene in öffentlichen Waschräumen für die Mehrheit der Menschen angenehmer gestaltet werden kann."
Die Mission von Tork, die Hygiene in öffentlichen Waschräumen zu verbessern und dabei insbesondere auch inklusiver zu gestalten, wurde erstmals im März dieses Jahres auf dem "Responsible Business USA 2024"-Event von Reuters in New York City vorgestellt. Hier diskutierte Amie Kromis, DEI Director bei Essity Nordamerika (DEI steht für: Diversity, Equity and Inclusion), mit Führungskräften aus der ganzen Welt darüber, wie Unternehmen die ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten und Lösungen verbessern können. In den Waschräumen der Veranstaltungsstätte waren auf bedruckten Papierhandtüchern handschriftliche Notizen von Personen zu lesen, die mit Barrieren bei der Händehygiene zu kämpfen haben. Mit diesem "Appell auf dem Papierhandtuch" hatte Tork ebenfalls im März ausgehend von den USA eine weltweite Kampagne zur Förderung inklusiver Hygiene gestartet.
Runder Tisch zum Thema inklusive Hygiene
Gemeinsam mit Global Handwashing Partnership (ein Zusammenschluss internationaler Interessensgruppen, die sich ausdrücklich für die Förderung des Händewaschens einsetzen und Hygiene als eine Säule der internationalen Entwicklung und der öffentlichen Gesundheit anerkennen) veranstaltete Tork in diesem Sommer zudem erstmals einen runden Tisch in Washington, D.C. zum Thema inklusive Hygiene, um Expertinnen und Experten für einen gemeinsamen Austausch zusammenzubringen. Fachleute und führende Köpfe öffentlicher und privater Organisationen diskutierten die neuen Daten, teilten ihre Erfahrungen und arbeiteten gemeinsam an einem besseren Verständnis der Problematik. Ziel der Veranstaltung war es, den Dialog über inklusive Hygiene in öffentlichen Waschräumen zu vertiefen und Bereiche für Veränderungen zu identifizieren. Ron Clemmer, Secretariat Director bei Global Handwashing Partnership, äußerte sich dazu wie folgt: "Wir wissen, dass Händewaschen von zentraler Bedeutung ist, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern und eine einwandfreie Hygiene sicherzustellen. Dennoch haben nicht alle Menschen einen leichten Zugang dazu beziehungsweise erleben Unbehagen oder Ängste, wenn sie versuchen, ihre Hände in einem öffentlichen Waschraum oder am Arbeitsplatz zu waschen und abzutrocknen."
Unter anderem folgende Barrieren können einer inklusiven Hygiene im Wege stehen:
- Altersbedingte Barrieren: Unsere Fähigkeiten und Kapazitäten ändern sich mit dem Alter. Dies betrifft Mobilität, Reichweite und Kraft. Etwa jeder fünfte erwachsene Mensch hat aufgrund einer Verletzung, Krankheit beziehungsweise körperlichen Einschränkungen oder bei der Begleitung von Kindern Probleme mit der Benutzung von Handtuch- oder Seifenspendern.
- Akustische Reizempfindlichkeit: Manche Menschen reagieren empfindlicher auf Geräusche als andere – insbesondere neurodivergente Personen, Autisten oder Kinder. Einer von sieben Erwachsenen gibt an, dass laute Geräusche ein Problem sind, wenn er oder sie einen Waschraum nutzt oder einem Kind hilft.
- Empfindliche Haut: Weltweit leiden 204 Millionen Menschen an Dermatitis (Quelle: British Journal of Dermatology, Band 190, Ausgabe 1, Januar 2024). Bestimmte Handseifen können aufgrund der darin enthaltenen Stoffe bei ihnen zu Hautirritationen führen.
- Bedenken wegen mangelnder Hygiene: Mehr als ein Drittel der von Tork Befragten nennt Unsauberkeit als Hinderungsgrund für die Nutzung von Waschräumen am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Einrichtungen.
Konkrete Maßnahmen, mit denen sich die Händehygiene im Waschraum inklusiver gestalten ließe, können unter anderem sein:
- Eine ruhige Umgebung ohne sensorische Überlastung schaffen.
- Spender mit hoher Füllmenge installieren, um leere Spender zu vermeiden.
- Spender installieren, die für kontrollierten Verbrauch und durch Einzelblattentnahme für besonders gute Hygiene sorgen.
- Spender installieren, die auch für Menschen mit eingeschränkter Funktion der Hand leicht nutzbar sind.
- Seifen und Händedesinfektionsmittel verwenden, die dermatologisch getestet und sanft zur Haut sind.
- Sicherstellen, dass die Waschräume stets sauber sind.
Quelle: Tork/Essity | guenter.herkommer@holzmann-medien.de