Pieter PoldervaartVerantwortlicher Redaktorpieter.poldervaart@rationell-reinigen.ch Kurze Wege, sichere Versorgung

Eugen Rieser, Verantwortlicher Redaktor mopSchweiz@rationell-reinigen.ch - © privat

Die Pandemie hat uns vorgeführt, was passiert, wenn die internationalen Lieferketten unterbrochen werden: Plötzlich fehlen Güter des täglichen Bedarfs. Im Bereich Zellstoff und Papier sind zwei weitere Faktoren dazugekommen: Der Onlinehandel erlebte einen neuerlichen Schub, was einen guten Teil des Altpapiers in die Kartonproduktion umleitete. Und viele Menschen besorgten sich ein paar zusätzliche Pakete Toilettenpapier, so dass im Nu die Regale leergefegt waren.

Eine sichere Versorgung mit Hygienepapier hängt auch mit einer regionalen Produktion zusammen. Nachdem der US-Konzern Kimberley-Clark das Hakle-Hygienepapierwerk in Niederbipp/BE aufgeben wollte, wäre in der Schweiz die inländische Produktion um ein Haar auf nur noch eine Fabrik geschrumpft. Doch die deutsche Unternehmerfamilie Queck hat den Betrieb inklusive Belegschaft übernommen. So bleibt nebst dem Werk Cartaseta in Gretzenbach/SO eine zweite Schweizer Produktionsstätte für Hygienepapier in Betrieb.

Die Übernahme durch Queck ist ein Glücksfall, wie unser Interview mit Roberto Todaro, dem Geschäftsleiter von Cartaseta und Tela (Seite CH.4 ff.), zeigt: Ein Grossteil der Arbeitsplätze bleibt bestehen; die Marke Tela wird neu lanciert; Altpapier kann auch in Zukunft im grossen Stil regional verwertet werden. Und schliesslich ist der Schritt ein wichtiger Beitrag dazu, dass auch in Zukunft ein guter Teil des Hygienepapiers aus dem Inland kommt. Für den weiteren Verlauf der Pandemie sind das beruhigende Aussichten. Und sie zeigen, dass das Hamstern von WC-Papier auch in Zukunft nicht nötig sein wird.

Ihr Schweiz-RedaktorPieter Poldervaart