Gourmet aus dem Saarland Kochen bedeutet Kommunikation

Der Kommunikationstrainer, Coach und Vertriebsexperte Erhard Wilhelmus kocht für sein Leben gern. Und zieht überraschende Parallelen zwischen seiner Leidenschaft für Essbares und seinem Beruf.

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    Mit Metzgerschürze als Kleinkind: In der Metzgerei seiner Eltern schnappte Sohn Erhard die ersten Rezepte auf.
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    Als Truppenkoch bei der Bundeswehr war die Feldküche Erhard Wilhelmus’ Reich.

Kochen bedeutet Kommunikation

-Schon in frühester Kindheit war das Leben von Erhard Wilhelmus geprägt vom Kochen. Als Sohn eines Metzgerehepaares „beide begnadete Köche“, schwärmt er half er tagein, tagaus in der Metzgerei und an der Theke des Ladengeschäftes im Saarland. Hier war es wohl auch, wo Erhard Wilhelmus die ersten Rezepte aufschnappte. Die räumliche Nähe zum Nachbarland Frankreich mag ein weiterer Faktor gewesen sein. Lediglich zehn Minuten waren es, die das Elternhaus vom Land des Savoir-vivre mit seiner exzellenten Küche trennten. Sonntags wurde deshalb häufig in Frankreich gegessen. Ein Onkel von Erhard Wilhelmus züchtete seinerzeit die berühmten Charolais-Rinder, die oft genug ihren Weg in die elterliche Metzgerei fanden. Qualitätsbewusstsein bei der Auswahl von Nahrungsmitteln liegt also gewissermaßen in der Familie. Auch in seiner Zeit bei der Bundeswehr fand er die Gelegenheit, seiner Leidenschaft zu frönen. Er meldete sich kurzerhand als Koch für die Truppe und tat sein Bestes, um aus der berühmten Gulaschkanone allerlei Leckereien zu zaubern sehr zur Begeisterung seiner Kameraden.

Herzhaft aber von bester Qualität

Erhard Wilhelmus hat es am heimischen Esstisch übrigens gerne eher deftig. Da ihn seine ausgedehnten Vortragsreisen oft in Hotels führen, genießt er daheim am liebsten Hausmannskost auf hohem Niveau. Vor allem die Qualität steht im Vordergrund, weshalb er bevorzugt Bioprodukte verarbeitet. Nach seiner Überzeugung sollte man insbesondere saisonale und regionale Produkte verarbeiten. „Zum einen, weil diese Herangehensweise schonender mit unseren Ressourcen umgeht und den Transport exotischer Waren reduziert, zum anderen weil dies viel eher dem natürlichen Prinzip entspricht. Meiner Ansicht nach ist falsche Ernährung der Ursprung vieler vermeidbarer Krankheiten“, ist Erhard Wilhelmus überzeugt.

Küchen dieser Welt

Steht ihm der Sinn nach neuen Impulsen, macht er sich zusammen mit seiner Lebensgefährtin auf die Suche nach neuen Anregungen. Beliebtes Reiseziel ist Spanien. Besonders fasziniert ihn hier neben den Menschen wer hätte es gedacht die mediterrane Küche. Gerade Mallorca bietet dem ambitionierten Hobbykoch in dieser Hinsicht eine Fülle von Inspirationen. Käse, Weine und typische Rezepte wie Dorade in Salzkruste oder unzählige weitere Fischgerichte prägen das kulinarische Erbe der Mittelmeerinsel. Die wohl bekannteste Delikatesse der Insel ist die Sobrassada, eine Kreuzung zwischen Mettwurst und Salami, die mal pikant, mal feurig daherkommt und von schwarzen Schweinen stammt. Die rote Farbe bekommt sie durch die Zugabe von Paprikaschoten.

Argumente streuen wie Amuse-Gueule

Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Kochen und Verkaufen? „Aber natürlich“, antwortet Erhard Wilhelmus prompt. „Genau wie ein Rezept besteht auch ein erfolgreiches Verkaufsgespräch aus unterschiedlichen Zutaten, die zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Reihenfolge in den Topf geworfen werden müssen. Kocht das Gemüse zu lange, wird es weich. Genauso verliert das Verkaufsgespräch an Biss, wenn die richtigen Argumente zu spät kommen.“

Ein griffiges Beispiel sind Geschäftsessen. Bei dieser Gelegenheit zeigt sich die enge Verwandschaft zwischen der Kunst des Kochens und der Kunst der Verhandlung am besten. Der geschickte Vertriebsmitarbeiter flicht das Geschäftliche routiniert und scheinbar mühelos ins ausgedehnte Menü ein. Zwischen Vorspeise und Dessert streut er dabei seine Argumente ein wie kleine Amuse-Gueule (franz.: Appetithäppchen).

Als weiteres Beispiel führt Erhard Wilhelmus den englischen Starkoch Jamie Oliver an. „Jamie ist das beste Beispiel für den deutlichen Zusammenhang zwischen der Kunst des Kochens und der Kunst der Kommunikation. Nicht nur, dass er in seinen Sendungen ständig zu seinen Zuschauern spricht und so einen Dialog aufrechterhält. Jamie Oliver betont auch immer wieder die soziale Komponente des Kochens.“ Genauso fest eingeplant ist die Fernsehsendung „Lafer! Lichter! Lecker!“. „Sowohl Johann Lafer als auch Horst Lichter verbinden Spitzenküche mit humorvoller Unterhaltung“, beobachtet Erhard Wilhelmus. Ein weiteres Beispiel für die enge Verwandtschaft zwischen Kochen und Kommunikation.

Nach dem Essen (oder der Arbeit) braucht Erhard Wilhelmus etwas Bewegung. Beim Laufen gelingt es ihm am besten, Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. Wenn er geschäftlich unterwegs ist, haben ein Paar Joggingschuhe im Reisegepäck immer Platz. Und ganz nebenbei hilft das Joggen, kleine Kaloriensünden wieder wettzumachen.

Erhard Wilhelmus | rebecca.eisert@holzmannverlag.de