Als Folge einer akuten Liquiditätskrise musste die Kenter GmbH, Anbieter professioneller Reinigungstechnik mit Sitz in Leipheim, Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Die Geschäfte laufen trotzdem weiter, die Restrukturierung des Unternehmens soll im Rahmen eines gerichtlich bewilligten Sanierungsverfahrens in Regie der bisherigen Geschäftsführung erfolgen.

Aufgrund des Zusammenwirkens mehrerer Umstände in den vergangenen Jahren ist die Kenter GmbH nach Aussage von Firmenchef Rainer Kenter in eine akute Liquiditätskrise geraten. Zum einen beansprucht das Unternehmen auf dem Klageweg eine Zahlung in Millionenhöhe von Seiten des Bundes. Hintergrund ist ein Maskenverkauf in größerem Umfang. Zum anderen seien zu den Belastungen durch die Covid-Krise hohe Anlaufinvestitionen in der Reinigungsrobotik und ein verspäteter Return of Investment hinzugekommen. Alles zusammen habe letztlich zu einem erheblichen Liquiditätsengpass geführt.
Infolgedessen hat die Kenter GmbH vor dem Amtsgericht Neu-Ulm ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt, welches am 31. August bewilligt wurde und von den wesentlichen Gläubigern und Vertragspartnern unterstützt werde. Durch die Eigenverwaltung läuft der Geschäftsbetrieb am Standort in Leipheim unter Leitung der bisherigen Geschäftsführer Rainer Kenter und Steffen Herrmann in vollem Umfang weiter. Deren erklärtes Ziel ist nun die Sanierung und Restrukturierung des Unternehmens. Die Löhne und Gehälter der 104 Mitarbeiter sind gesichert. Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass das Verfahren in den wesentlichen Punkten im 1. Quartal 2024 abgeschlossen werden könne. Zur Steuerung der für die Betriebsfortführung erforderlichen Liquidität unterhält die Kenter GmbH eine Liquiditätsplanung und -steuerung unter Aufsicht eines bestellten (vorläufigen) Sachwalters.

Rainer Kenter zur aktuellen Situation: "Als Gesellschafter-Geschäftsführer habe ich die Verantwortung für das Unternehmen, unsere Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Finanzierer. Deshalb habe ich auch im Vorfeld versucht, mit den wesentlichen Partnern eine alternative Lösung zu finden. Unter Abwägung aller Chancen und Risiken bin ich überzeugt, dass die Eigenverwaltung der richtige Weg ist, um das Unternehmen aus der Liquiditätskrise zu führen und nachhaltig zukunftsfähig zu machen." Die laut Rainer Kenter "gesunden Tochtergesellschaften" mit ihren zusammen nochmals 75 Mitarbeitern sind von dem Verfahren der Muttergesellschaft nicht betroffen.
Auf der kommenden Fachmesse CMS Berlin (19. bis 22. September) werde das Unternehmen Stand heute (5. September) wie geplant ausstellen. Rainer Kenter hierzu: "Die Messe ist für uns der Startschuss in eine neue Ära. Wir gehen davon aus, dass uns im Verfahren dafür auch die formelle Genehmigung erteilt wird. In Berlin zeigen wir unter anderem die neue Generation des i-Mops sowie die neue Comac Evergreen-Linie, zudem haben die Reinigungsroboter R3Vac und R3Pro Deutschlandpremiere." /GH