Keine Annäherung in der zweiten Tarifrunde

Am 3. September hat in Köln die zweite Runde der Tarifverhandlungen im Gebäudereiniger-Handwerk stattgefunden. Nach sieben Stunden wurden die Gespräche zwischen der IG BAU und dem BIV ein weiteres Mal ergebnislos vertagt – und zwar auf den 20. Oktober.

Tarifverhandlungen im Gebäudereiniger-Handwerk
Auftakt der diesjährigen Tarifverhandlungen zwischen der IG BAU und dem BIV war am 16. Juni. - © TMC-Fotografie.de/stock.adobe.com

Das Gebäudereiniger-Handwerk ist mit knapp 700.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk. Die IG BAU fordert im Rahmen der aktuellen Tarifrunde ein Plus von 1,20 Euro auf den tariflichen Mindestlohn, dazu 80 Stundenlöhne Weihnachtsgeld .

"Angesichts der schwersten Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte ist die Gesamtforderung von 15,5 Prozent, von der die IG BAU auch heute nicht abrücken wollte, keine seriöse Gesprächsgrundlage“, so Christian Kloevekorn, Verhandlungsführer der BIV-Tarifkommission, zur erneuten Vertagung der Tarifverhandlungen. Kloevekorn weiter: "Automobilindustrie, Luftfahrt, Veranstaltungsbranche oder Tourismus – ganze Wirtschaftszweige sind aufgrund der Coronakrise in existentiellen Nöten. Die Konjunkturaussichten für die kommenden Jahre sind vage, die Arbeitslosigkeit steigt – das beeinflusst natürlich unsere Branche: Die Gebäudereinigung ist ein von Kunden und Konjunktur hochgradig abhängiges Dienstleistungs-Handwerk."

Seitens der IG BAU heißt es: "Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie wichtig Sauberkeit und Hygiene für eine gesunde Gesellschaft und funktionierende Wirtschaft sind. Wir erwarten von den Arbeitgebern ein Angebot für diejenigen, die täglich für wenig Geld ihre Gesundheit aufs Spiel setzen!"

Laut BIV haben die Arbeitgeber zugesagt, in der dritten Tarifrunde ein entsprechendes Angebot vorzulegen. / GH