Reinigung und Pflege eines Kunststeinbodens Katastrophale Optik lässt den Dienstleister schlecht aussehen

Trotz regelmäßiger Reinigungs- und Pflegearbeiten zeigt sich der Kunststeinboden in einer Sparkassenfiliale in einer untragbaren Optik. Vor der Grundreinigung und Neuversiegelung soll ein Gutachter die Ursachen benennen.

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    01 Ursachen für das katastrophale Erscheinungsbild: Hohe Frequenz in der SB-Zone; dazu kommt der Einsatz eines zu starken, überdosierten Reinigungs mittels.
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    02 Grundreinigung schafft Abhilfe: Wichtig – ausreichend neutralisieren! An sich logische Schritte, die vom Dienstleister in diesem Fall aber nicht befolgt wurden.
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    03 Der Boden nach der Instandsetzung. Eine zweimalige Versiegelung schützt den Belag bei richtiger Unterhaltsreinigung (Neutralreiniger) für eineinhalb bis zwei Jahre.

Katastrophale Optik lässt den Dienstleister schlecht aussehen

-Die laufende Unterhaltsreinigung der rund 600 m2 großen Kunststeinbodenfläche im Kundenbereich im Erdgeschoss und der SB-Zone wird seit sechs Jahren von der Alles Sauber Dienstleistungen GmbH durchgeführt. Einmal jährlich war bereits eine Grundreinigung mit anschließender Versiegelung durchgeführt worden, allerdings ohne nennenswerten Erfolg.

Die Hausinspektion hat in den Checklisten zur Überprüfung der Reinigungsleistungen immer wieder den schlechten Reinigungs- und Pflegezustand nach der Grundreinigung und nach der laufenden Reinigung bemängelt.

Bei der Besichtigung des Objektes werden unter anderem Verätzungen, deutlich sichtbare Schuhabdrücke und Schleifspuren festgestellt. In der Kundenhalle sind zum Beispiel Verätzungen zu erkennen, die darauf schließen, dass des Öfteren mit einem Reinigungswagen durch die Kundenhalle gefahren wurde. Dabei liefen offensichtlich einige Reinigungsflaschen mit einem sauren Reiniger aus und verursachten die Verätzungen. Außerdem ist im Treppenhaus des Nebengebäudes keine vernünftige Pflege des Bodenbelages zu erkennen. Zudem wurde die Versiegelung auf einem nicht ordnungsgemäß grundgereinigten Fußboden aufgetragen, sogar Reste der alten Versiegelung sind noch sichtbar.

Der Reinigungs- und Pflegezustand der Kunststeinböden kann insgesamt nur als sehr mangelhaft beurteilt werden: So ist die Optik der Kunststeinböden in den beiden SB-Zonen und Kundenzonen durch die fehlende und mittlerweile abgetragene und abgewischte Versieglung (mit Alkoholreiniger) bei weitem nicht mehr gegeben. Die Verätzungen in der Kundenhalle sind nur noch zum Teil zu beseitigen. Eine Werterhaltung der Kunststeinböden kann nur durch eine neue Grundreinigung und eine neue Versiegelung erreicht werden. Es ist klar zu erkennen, dass der im Objekt tätige Dienstleister mit der Grundreinigung und Versiegelung der Kunststeinböden überfordert ist. Außerdem hat der Dienstleister über Jahre hinweg das falsche Reinigungssystem eingesetzt. So erfolgte die Unterhaltsreinigung mit einem Schrubbautomaten; dabei war der Abrieb der Pads viel zu hoch, zudem wurde das Reinigungsmittel (Alkoholreiniger) überdosiert.

Verschiedene Versuche, Lösungen zur Verbesserung der Böden zu erreichen, blieben erfolglos. Zu guter Letzt hat der Dienstleister dem Kunden ein neues Reinigungssystem vorgeschlagen. Mehrkosten pro Monat: 1.500 Euro. Allerdings ist das System für dieses Objekt nicht geeignet. Die Aufgabe, auf den Kunststeinböden eine Grundreinigung mit anschließender Versiegelung durchzuführen, konnte bislang nicht zur Zufriedenheit erledigt werden. Auch eine kostengünstige Reinigungs- und Pflegeempfehlung kann der Dienstleister nicht anbieten.

Die vorliegenden Schädigungen des Belages und die optischen Beeinträchtigungen sind nur durch eine fachgerechte Grundreinigung mit anschließender Neuversiegelung der Oberfläche zu beseitigen. Zum dauerhaften Werterhalt ist in der Folge bei der täglichen Unterhaltsreinigung das richtige Reinigungssystem einzusetzen.

Wolfgang Knöchlein, Gebäudereinigermeister und Sachverständiger | peter.hartmann@holzmannverlag.de