Innung Dortmund holt Jubiläum nach

Mit einem offiziellen Empfang im Dortmunder Radisson Blu Hotel und einer großen Jubiläumsfeier in der Zeche Hansemann hat die Gebäudereiniger-Innung Dortmund ihr einhundertjähriges Bestehen gefeiert.

Der Jubiläumsvorstand 2022 mit (v.li.) Lehrlingswartin Elke Keufen, Obermeister Kai-Gerhard Kullik, stv. Obermeisterin Stephanie Just, Beisitzerin Jutta Müller, Geschäftsführer Volker Walters und Beisitzer Ramon Knauf. - © Gebäudereiniger-Innung Dortmund

Am 21. Juni 1921 hatten sich zwölf Firmen aus Dortmund und Umgebung zur "Freien Innung für das Glas- und Gebäudereinigungsgewerbe" zusammengeschlossen und damit die erste berufsständische Organisation des damals jungen Handwerks in der Region gegründet. Pandemiebedingt musste die 100-Jahr-Feier ein Jahr warten – jetzt konnte das Jubiläum standesgemäß nachgeholt werden: Rund 25 ausgewählte Gäste aus Handwerk, Politik und Gesellschaft waren am Samstagvormittag im Hotel am Westfalenpark erschienen, darunter auch der stellvertretende Landesinnungsmeister von Nordrhein-Westfalen Torsten Panthöfer und Kreishandwerksmeister Christian Sprenger.

"Wenn es eine Organisation wie unsere mehr als 100 Jahre lang quer durch alle wirtschaftlichen Höhen und Tiefen, politischen Wirrungen und entwicklungstechnischen Herausforderungen geschafft hat, sich Akzeptanz und Respekt zu verschaffen, dann ist das wirklich ein Grund zum Feiern", hob Obermeister Kai-Gerhard Kullik in seiner Rede hervor und würdigte die Verdienste der damaligen Gründungsväter, allen voran August Berg und Paul Spodeck.

Mit 45 Betrieben und 5.000 Beschäftigten in einer Region, die von Dortmund über Hamm bis nach Lippstadt und nach Südwestfalen reicht, gehört das Gebäudereiniger-Handwerk heute zu den beschäftigungsintensivsten Handwerken überhaupt. "Seit 100 Jahren passen wir uns den wachsenden Herausforderungen und den technischen Entwicklungen immer wieder an, erschließen uns neue Arbeits- und Aufgabenbereiche bis hin zur heutigen zunehmenden Automatisierung und Spezialisierung im Handwerk 4.0. Nie zuvor waren die Chancen so groß und nie zuvor waren unsere Betriebe so gefragt wie in dieser Zeit", so Kai-Gerhard Kullik.

Blick in die Geschichte

Passend zum Jubiläum präsentierte die Innung einen ausführlichen Blick in die Geschichte ihres Handwerks im Rahmen eines Buches, das eigens zum Jubiläum erstellt worden war. Es präsentiert auf 148 Seiten nicht nur Zahlen, Daten und Fakten, sondern stellt auch entscheidende Persönlichkeiten und Meilensteine des Handwerks vor. Ehrenobermeister Gerhard Kullik, Vater des amtierenden Obermeisters, und Ehrenvorstandsmitglied Friedrich-Wilhelm Müller aus Lippstadt beschreiben darin als Zeitzeugen eindrucksvoll die Entwicklung des Handwerks und der Innung. Obermeister Kai-Gerhard Kullik und Geschäftsführer Volker Walters berichten von den Aufgaben, denen sich das Gebäudereiniger-Handwerk in Zeiten der Flüchtlingskrise und der Digitalisierung stellt. Eigene Kapitel widmen sich auch der Entwicklung des Staubsaugers, der Zunftkette oder des Logos der Innung im Wandel der Zeit.

Fest in Zeche Hansemann

Den Abschluss des Festtages machte eine große Jubiläumsfeier in der Kaue der Zeche Hansemann in Dortmund-Mengede. Rund 150 Gäste konnte der Vorstand der Innung dort begrüßen. Obermeister Kai-Gerhard Kullik erinnerte angesichts der Feierlichkeiten im heutigen Bildungszentrum des Handwerks an die großen Anstrengungen der Innung zur Ausbildung des beruflichen Nachwuchses. Oberbürgermeister Thomas Westphal und Kreishandwerksmeister Christian Sprenger richteten als besondere Gäste des Abends Grußworte an die Festversammlung. Anschließend wurde mit Büfett, DJ und Live-Musik der Band „Everso“ bis in den späten Abend hinein gefeiert.

Goldener Ehrenring für Jutta Müller

Wenige Tage vor der Jubiläumsfeier zeichnete die Innung Dortmund die Lippstädter Unternehmerin Jutta Müller mit dem goldenen Ehrenring aus. Die Geschäftsführerin der Liebelt Gebäudedienste erhielt die hohe Auszeichnung aus den Händen von Obermeister Kai-Gerhard Kullik und Geschäftsführer Volker Walters. "Sie haben sich in vorbildlicher Weise mehr als zwei Jahrzehnte lang ehrenamtlich für die Betriebe unseres Handwerks engagiert und waren bis heute 18 Jahre im Vorstand der Innung aktiv. Diese außergewöhnliche Leistung würdigen wir heute mit dieser hohen Auszeichnung unseres Berufsstandes", so Kai-Gerhard Kullik in seiner Laudatio.

Jutta Müller war 2004 erstmals in den Vorstand der Gebäudereiniger-Innung gewählt worden und in der Folge viele Jahre auch als Delegierte des Landesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks für das Land Nordrhein-Westfalen und des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks in Berlin aktiv. Sie ist die erste Frau, die diese Auszeichnung erhält und die fünfte Trägerin des Ehrenrings in der Geschichte der Innung. Dabei kann das Unternehmen Liebelt auf eine lange Familientradition des ehrenamtlichen Engagements zurückblicken. Denn Friedrich Wilhelm Müller, Vater von Jutta Müller und heutiges Ehrenvorstandsmitglied, war 2004 der erste Ehrenringträger der Innung.

Jutta Müller steht in dritter Generation an der Spitze des Unternehmens Liebelt. Sie ist Enkelin von Eitel Friedrich Liebelt, der den Betrieb 1937 in Berlin gründete und nach dem Krieg 1945 in Lippstadt neu aufbaute. Die Liebelt Gruppe beschäftigt heute rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber in der Region. / GH