Hagleitner expandiert in Deutschland

Das österreichische Hygieneunternehmen Hagleitner investiert acht Millionen Euro in den Bau einer Deutschland-Zentrale in Frankfurt am Main. Von dort aus sollen ab 2022 die Vertriebsaktivitäten gelenkt werden.

Spatenstich in Frankfurt am Main: Geschäftsführer Hans Georg Hagleitner (li.) und Andreas Hartnagel, verantwortlich für das Deutschland-Geschäft des österreichischen Unternehmens. - © Hagleitner/Fritz Kopetzky

Am Standort Adolph-Prior-Straße 18 im Frankfurter Stadtteil Sossenheim erfolgte gerade der erste Spatenstich. Der Neubau soll im Januar 2022 fertig sein. Geplant sind 2.500 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Etagen. Vorgesehen sind neben Büro- und Lagerräumen auch Ausstellungs- und Schulungsbereiche. Das rund 10.000 Quadratmeter große Grundstück hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Zell am See bereits 2014 erworben.

Seit 2004 ist Hagleitner in Sauerlach bei München vertreten. Weitere Filialen kamen sukzessive hinzu - in Kirchheim unter Teck, Nürnberg, Weiterstadt, Greven bei Münster und in Berlin. Der Betrieb in Weiterstadt soll auf die neue Deutschland-Zentrale übertragen werden, die anderen Standorte bleiben bestehen. 191 Mitarbeiter beschäftigt Hagleitner aktuell in Deutschland, 42 von ihnen sollen ab 2022 von Frankfurt am Main aus arbeiten.

"Die Nachfrage nach professioneller Hygiene wird weiter steigen. Corona und der Shutdown haben das Firmenkundengeschäft zwar vorübergehend gedämpft. Perspektivisch aber nimmt die Achtsamkeit der Menschen zu: Unser Tun ändert sich nachhaltig, die meisten von uns waschen und desinfizieren sich zum Beispiel öfter die Hände“, sagt Inhaber und Geschäftsführer Hans Georg Hagleitner, der in Deutschland wirtschaftlich an Boden gewinnen will. 15 Arbeitsplätze hat das Unternehmen allein in Deutschland von Juli bis August neu geschaffen.

Andreas Hartnagel verantwortet bei Hagleitner das Deutschlandgeschäft: "Auch Hygiene will gelernt sein. Gerade die letzten Monate haben das offensichtlich gemacht, Fehlerquellen lauern vielfach: Wie desinfiziere ich etwa meine Hände richtig? Wie meinen Arbeitsplatz? Dafür interessieren sich Leute aus den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern, es geht um Mitarbeiter, Partner und Kunden gleichermaßen. Für sie legt Hagleitner eine Akademiezone an, bis zu 250 Kursteilnehmer sollen dort Platz finden.

Gebaut wird nicht nur in Frankfurt am Main. Der Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie Spendern und Dosiergeräten erweitert auch die Produktionskapazitäten am österreichischen Muttersitz: In Zell am See nimmt seit August 2019 ein zweites Chemie-Werk Gestalt an. Zugleich vergrößert Hagleitner seit August 2020 die Fertigungsanlagen für Hygienespender.

Das Unternehmen beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter an 27 Standorten in zwölf Ländern. Im Geschäftsjahr 2020 setzte Hagleitner 136,5 Millionen Euro um. Der Exportanteil liegt bei 47,2 Prozent. / HH