Viel Wandern macht bewandert, das befand 1910 der Dichter Otto Kimmig. Inzwischen ist Wandern Volkssport – besonders zur schnellen Erholung beliebt. Vier Reisetipps für den Kurzurlaub.
Freizeit zu Fuß
Es gibt 40 Millionen Freizeitwanderer in Deutschland, 56 große Wandervereine zählen rund 600.000 Mitglieder. Kaum eine Freizeitbeschäftigung hat sich in den letzten Jahren so zum Trend entwickelt wie das Wandern.
Zwar sei der durchschnittliche Wanderer rund 47 Jahre alt, erläutert Ute Dicks, Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes (DWV), aber die Jungen holen auf. Was auch daran liegt, dass seit ein paar Jahren spannende Variationen den Sport bereichern, wie beispielsweise Geocaching, bei dem mit elektronischer Hilfe (GPS-Geräte) kleine Schätze gesucht werden. Das lockt besonders Kinder und Jugendliche.
Zudem hat sich die gesamte Infrastruktur deutlich verbessert und weckt so zusätzliches Interesse. Der Wanderverband prüft und prämiert gute Wege. Tourismusverbände errichten Natur- und Lehrpfade, bieten geführte Wanderungen an. Gute Hotels in den Wanderregionen verleihen inzwischen sogar die passende Ausrüstung.
Und noch zwei Vorteile zählt Dicks auf, die den Sport so beliebt machen. Erstens: Wandern ist gesund und lässt sich fast ohne Training beginnen. Zweitens: Wandern hat fast das ganze Jahr über Saison. Haupttourenzeit ist zwar Mai bis Oktober, aber selbst im Winter sind noch 20 Prozent der Deutschen per pedes unterwegs - meistens als Tages- oder Wochenendtrip.
Elsass/Frankreich: Genuss und Kultur
Wer sich gerne bewegt und gleichzeitig die gute Küche liebt, für den ist das Elsass ein Muss. Zudem sind alle Wanderwege bestens ausgeschildert.
Die Routen sind so zahlreich, dass ihre genaue Zahl niemand kennt. Angefangen bei den Flussufern des Rheins über die elsässische Ebene bis zu den Hügeln der Vogesen. Und immer vorbei an Weinbergen, Burgen und vielen archäologischen Sehenswürdigkeiten. Speziell für Genusswanderer attraktiv ist der Kanton Wintzenheim mit vielen kleinen, mittelalterlich anmutenden Örtchen. Dabei ein besonders schöner Startpunkt: Eguisheim. Der Ort darf sich zu den „schönsten Dörfern Frankreichs“ zählen.
- ◆ Übernachtungstipp: P&V/Le Clos d’Eguisheim, www.pv-holidays.com/de.
Gardasee/Italien: Wasser und Felsen
Wer Kontraste liebt, der sollte am Gardasee wandern. Erst Weinberge, Zypressen oder Olivenhaine, dann liebliche Almwiesen oder schroffe Felsformationen.
Die Einheimischen sind überzeugt, dass Gott sich bei der Erschaffung des Gardasees viel Mühe gegeben hat. Wo sonst ist die Natur so vielfältig. Fast alle Touren beginnen am See und führen dann in die Berge und oft wieder zum Wasser zurück. Für Extremwanderer eignet sich eher das nördliche Seeufer, für Normalwanderer das östliche Ufer. Eine besonders schöne und vielfältige Tour verbindet die beliebten Städtchen Garda und Bardolino.
- ◆ Übernachtungstipp: Das neueröffnete Aqualux Hotel Spa & Therme ist ökologisch gebaut und kredenzt nur Produkte der Umgebung: www.aqualuxhotel.it.
Seefeld/Österreich: Schönheit und Sport
Romantische Spaziergänge zu tollen Aussichtspunkten, geführte Themenwanderungen oder ambitionierte Gipfeltouren. In Seefeld ist alles möglich.
650 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege zählt die Olympiaregion Seefeld. Es gibt Wege, die sich besonders für Familien oder Ältere eignen, sowie Thementouren, etwa solche, die Wasser als Schwerpunkt haben und an Seen, Gebirgsbächen oder Klammen vorbeiführen, und andere, wo die Gesundheit im Vordergrund steht. Und auch sportlich Ambitionierte kommen in Seefeld nicht zu kurz. Mehr Infos unter www.seefeld-wandern.at.
- ◆ Übernachtungstipp, auch für Wanderer mit Hund: Bergresort Seefeld. Hier gibt es sogar einen eigenen Badeteich für die Vierbeiner: www.bergresort.at.
Eichsfeld/Deutschland: Tiere und Natur
Als ehemaliges Zonenrandgebiet ist das Eichsfeld immer noch vielen unbekannt. Doch die Mittelgebirgslandschaft ist ideal für Wanderungen.
Enge Täler, Laub- und Mischwälder und Streuobstwiesen. Das sind die Charakteristika des Eichsfeldes an der ehemaligen Grenze. Wanderer finden hier zwischen Harz und Werra besonders viele Natur- oder Tierlehrpfade. Sehr empfehlenswert ist der acht Kilometer lange Fußweg vom Gut Herbigshagen, ein von Heinz Sielmann gegründetes Natur-Erlebniszentrum, über den ehemaligen Grenzstreifen zum Grenzlandmuseum Eichsfeld.
- ◆ Übernachtungstipp: Auf Wanderer spezialisiert hat sich das Hotel „Drei Rosen“ in Worbis: www.3rosen.de.
Sabine Hildebrandt-Woeckel