Skitouren: Zwischen Gipfelerlebnis und Abfahrtsgenuss Eins sein mit der Natur

Die beste Möglichkeit für Thomas Stangl, Geschäftsführer von Hefter Cleantech aus Prien am Chiemsee, sich körperlich zu verausgaben und dabei mental zu regenieren, ist der Sport. Da er mitten im schönen Chiemgau lebt, sind im Winter Skitouren seine größte Leidenschaft.

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    Thomas Stangl ist Geschäftsführer der Hefter Cleantech GmbH.
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    Thomas Stangl bei der genussvollen Abfahrt auf bestem Firn im März – ausnahmsweise mal nicht bei einer Skitour.
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    Blick von der Hochries – Richtung Wilder Kaiser.
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    Unberührter Pulverschnee – ein großer Genuss.
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    Der Aufstieg ist geschafft!
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    Stockhang vom Riesenberg – Richtung Frasdorf.

Eins sein mit der Natur

-Abseits der Piste die Ruhe genießen und Kraft tanken in beinahe unberührter Natur, aber trotzdem eine persönliche Herausforderung erleben – das macht die Faszination einer Skitour aus. Dabei tankt Thomas Stangl Kraft für neue Aufgaben, denn hier kann er eins sein mit der Natur.

Stangl ist seit seinem 2. Lebensjahr begeisterter Skifahrer. Mittlerweile unternimmt er besonders gerne Skitouren, bei denen er abseits der Pisten im Tiefschnee fährt und Landschaften erkundet. „Mich fasziniert vor allem der Naturgedanke. Ich würde nicht in einer Skihalle fahren, nur um den Sport ausüben zu können. Vielmehr macht es mir Spaß, beim Skifahren die Schönheit der Berge zu genießen. Der Sport ist bei mir eher Mittel zum Zweck, auch wenn ich natürlich ein leidenschaftlicher Sportler bin.“

Skitouren ist ein sehr individuelles Erlebnis. Das fängt schon bei der eigenen Aufstiegs- und Abfahrtsspur an, die der Skitourengeher in die Hänge legt. Und das „gipfelt“ buchstäblich im viel beschworenen und nichtsdestotrotz immer wieder neu hinreißenden Gipfelerlebnis und dem nachfolgenden Abfahrtsgenuss – im besten Fall natürlich durch unverspurten Firn, Pulver- oder Tiefschnee. „Man kann nicht immer mit perfekten Schneeverhältnissen rechnen, muss sich intensiv mit dem Gelände auseinandersetzen und den Wetterverhältnissen anpassen“, erzählt Stangl. Da gehören natürlich auch die Gefahren der hochwinterlichen Bergwelt dazu. „Das alles zusammengenommen ist es dann, was das Abenteuer Skitouren ausmacht. Es ist ein Abenteuer für alle Sinne. Der Aufstieg durch den knirschenden Schnee, auf leise zischenden Fellen und im gleichmäßigen Rhythmus des eigenen Atems. Begleitet von fantastischen Impressionen einer hochwinterlichen Gebirgswelt.

Dann der Gipfel: Nach der Anstrengung des Aufstiegs genießt man den Ausblick und spürt Vorfreude auf die Abfahrt aufsteigen. Und schließlich die eigentliche Belohnung, das „Eintauchen“ in den Tiefschnee, Kurven durch glitzernde Firnhänge ziehen – man schwebt fast schwerelos hinab. Die beiden Erlebnisfacetten Genuss und körperliche Anstrengung gehören untrennbar zum Tourenerlebnis.“

Skitouren ist wahrscheinlich eine der intensivsten Arten, die Berge im Winter zu erleben. Fernab von der Massenabfertigung an den Skiliften kann man seinem Hobby beim Skitouren frönen und intensiv die alpine Natur entdecken.

Ski und Felle gehören zur Ausrüstung des 41-Jährigen genauso wie Lawinenpiepser, Lawinensender und Schaufel. Beim Skitouren erlebt man nicht nur die Faszination einer unberührten, stillen Winterlandschaft. Man erkundet auch die eigenen körperlichen Leistungsgrenzen und genießt in der Gruppe das kameradschaftliche Zusammensein.

Wer einmal den Bügel des Skilifts gegen die Felle getauscht hat, wer einmal nach dem mühsamen Aufstieg das Gipfelglück, den Händedruck und das ehrliche, tiefe und kameradschaftliche „Berg Heil“ erlebt hat, wer einmal seine eigene Spur in den weichen, stäubenden, wie tausend Silberkristalle funkelnden Pulverschnee gezeichnet hat, kehrt nicht mehr zur zerfahrenen, vereisten, harten und meist überfüllten Piste zurück: Beim Skitouren erlebt man „das echte Wunder Schnee“.

„Auch wenn ich bereits sehr früh einen engen Bezug zur Natur hatte, hat sich dieses Verhältnis weiterentwickelt. Ich habe heute ein intensiveres Verhältnis zur Natur, und ich erlebe bei meinem Sport die Auswirkungen des Klimawandels. Die Bedeutung der Natur ist für mich persönlich gewachsen. Deshalb finde ich es auch enorm wichtig, dass man beim Skitouren abseits der normalen Pisten einige Regeln einhält, um die Natur nicht unnötig zu belasten. Wenn man dies tut, sind Skitouren aus meiner Sicht aber sehr gut mit dem Naturschutz vereinbar, da sie nicht motorisiert sind und keine Infrastruktur verlangen.“

Die Wintermonate muss man nutzen, um diese spannende Sportart direkt vor der Haustür erleben zu können. „Ich kann mich nur ganz schwer eine Woche auf eine Liege in die Sonne legen“, gesteht Stangl. Als Geschäftsführer kann sich Stangl auch im Urlaub nie völlig ausklinken. Die Stunden in den Bergen sind für ihn deshalb Regeneration pur.

Goce Andonov | markus.targiel@holzmannverlag.de