Einblicke ins Textilpflege- und Gebäudereinigerhandwerk: Das Gebäudereinigermuseum in Halle zeigt von alten Bügeleisen über Scheuermaschinen bis zu Tarifverträgen alles, was die Geschichte des Handwerks zu bieten hat.
Bügeln und Scheuern wie in alten Zeiten
„Ich bin gelernter Elektriker und wollte eigentlich nur für zwei Jahre als Fensterputzer arbeiten. Aber bald habe ich meine Liebe zum Gebäudereiniger-Handwerk entdeckt“, erzählt Wolfgang Mehl aus Halle an der Saale. Gebäudereinigung hatte zu DDR-Zeiten viele Facetten: Einerseits war das Reinigen mit den vorhandenen Mitteln manchmal eine Herausforderung. Andererseits hatte man Gelegenheit, viele interessante Menschen kennenzulernen und wichtige Beziehungen zu knüpfen.
Gleich nach der Wende setzte sich Wolfgang Mehl noch einmal auf die Schulbank und legte neben der Gesellenprüfung auch die Meisterprüfung im Gebäudereiniger-Handwerk ab. Er gründete erfolgreich die Firma „Halles Heinzelmännchen“ und widmete sich von Beginn an der Ausbildung junger Menschen. Das Vermitteln einer Wertschätzung für den Beruf des Gebäudereinigers erschien ihm besonders wichtig. Damit war die Idee, ein Museum zu gründen, geboren. Denn Mehl will zeigen: Mit schlichtem Saubermachen ist es bei diesem abwechslungsreichen Beruf nicht getan.
Begonnen hatte alles vor zwölf Jahren mit einem Bügeleisen. Heute umfasst das kleine Museum des Gebäudereiniger-Handwerks in Halle eine Vielzahl von Einzelstücken. Allein 86 Bügeleisen mit unterschiedlicher Befeuerungsart gibt es. Neben Holzkohle-, Glutbolzen- und Petroleumbügeleisen fehlt Wolfgang Mehl nur noch ein mit Gas betriebenes Gerät. Vielleicht findet er ja über diese Veröffentlichung das fehlende Stück.
Raritäten und alte Dokumente
Stolz ist Handwerksmeister Mehl auf Raritäten wie die Holzbottich-Waschmaschine von Miele, die Mercedes-Scheuermaschine oder den Iduna-Teppichkehrer. Natürlich gehören auch Reinigungs-, Pflege- und Schädlingsbekämpfungsmittel aus vergangenen Jahrzehnten zu den Exponaten.
Vervollständigt wird die einmalige Ausstellung durch eine Dokumentensammlung. Gesetzesblätter, Preisanordnungen und Tarifverträge. Auch das einzige Fachbuch für das Gebäudereiniger-Handwerk der DDR liegt hier aus. Es gilt also, die rasante Entwicklung vom Reisigbesen zur Hochleistungsmaschine zu erleben.
Manuela Isajewa, DHZ