Wie können Mitarbeitende im Arbeitsalltag unterstützt werden? Mit dieser Frage hat sich aktuell die Nürnberger Fürst-Gruppe beschäftigt und dabei erste Erfahrungen mit Exoskeletten in der Gebäudereinigung gesammelt.

Körperlich fordernde Tätigkeiten gehören in der Branche zum Alltag. Vor allem bei Arbeiten über Kopf, an Glasfassaden oder bei der Reinigung hoher Fenster sind Schultern, Rücken und Hüfte besonders beansprucht. Exoskelette können Unterstützung bieten und helfen, Belastungen im Arbeitsalltag zu reduzieren.
Die Fürst-Gruppe setzt auf passive Varianten, die ohne Motoren oder Akkus arbeiten. Die Unterstützung entsteht durch Federkraft und setzt insbesondere im Schulter-, Hüft- und Überkopfbereich an. Dadurch können Bewegungsabläufe ergonomischer gestaltet und körperlich anstrengende Tätigkeiten erleichtert werden.
Besonders relevant ist der Einsatz der tragbaren Assistenzsysteme bei der Reinigung von Glasfassaden und Fenstern an hohen Gebäuden. Dort werden häufig Teleskopstangen eingesetzt, die über längere Zeit gehalten und geführt werden müssen. Das zusätzliche Gewicht und die Arbeitshaltung stellen hohe Anforderungen an den Körper. "Allein beim Tragen eines Exoskelettes bleibt der Rücken durchgestreckt. Die Mitarbeitenden können gar nicht in eine ungesunde Haltung verfallen. Das ist schon sehr wertvoll, weil die körperliche Belastung im Arbeitsalltag gezielt reduziert wird", sagt Roland März, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei Fürst.
Die eingesetzten Systeme sind flexibel einstellbar, sodass sie an unterschiedliche Personen und Tätigkeiten angepasst werden können. Auch die Stärke der Unterstützung lässt sich über eine einfache Schraubenmechanik individuell regulieren. Zusätzlich können die Exoskelette selbstständig angelegt werden. Rastermöglichkeiten sorgen für ein sicheres und unkompliziertes Handling im Arbeitsalltag. "Unsere Mitarbeitenden leisten jeden Tag körperlich viel. Wenn es Möglichkeiten gibt, sie bei besonders anstrengenden Aufgaben zu entlasten, dann ist das für uns ein wichtiger Schritt im Arbeitsalltag", sagt Thomas Matuschke, stellvertretender Leiter Operative bei Fürst.
Neben der praktischen Anwendung in ausgewählten Objekten war der Fürst-Gruppe auch der direkte Austausch mit den Beschäftigten wichtig. Deren Feedback spiele eine wichtige Rolle, um Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag aufzunehmen und die Nutzung weiterzuentwickeln. Nach Abschluss der Testphase mit insgesamt sechs Exoskeletten sollen die Daten nun ausgewertet werden. /HH
