In Ausgabe 10.2024 berichtete rationell reinigen über einen Schadensfall, bei dem durch unsachgemäße Reinigung ein erheblicher Schaden an einem Sporthallenboden verursacht wurde. An dieser Stelle greifen wir den Fall wieder auf und berichten über Reparaturmaßnahmen, die eine kurzfristige Nutzung ermöglichen, jedoch keine Dauerlösung darstellen.
Im genannten Schadensfall ("Erst prüfen, dann grundreinigen“) war der Boden im Bereich von Schweißnähten besonders betroffen. Diese waren bereits vorab beschädigt gewesen beziehungsweise ausgebessert worden. Während der Grundreinigung wurde übermäßig viel Reinigungsflotte aufgebracht. Hierdurch wurde die hölzerne Unterkonstruktion durch eindringende Feuchtigkeit beschädigt. In Verbindung mit dem Grundreiniger führte dies zu einer Ablösung der Verklebung zwischen dem Bodenbelag und der Unterkonstruktion, insbesondere in Naht- und Kantenbereichen.
Die Schäden entstanden durch das Quell- und Schwindverhalten des Holzes infolge der Feuchtigkeitsaufnahme, was zu Maßveränderungen und einer gefährlichen Beeinträchtigung der Bodenstruktur führte. Ältere Ausbesserungsstellen lösten sich großflächig ab, wodurch die sichere Nutzung der Halle nicht mehr gewährleistet war.
Die empfohlenen Sanierungsmaßnahmen waren:
- Entfernen beschädigter Teilbereiche.
- Planschleifen, Grundieren und Auffüllen mit Nivelliermasse.
- Mehrfaches Nassschleifen der gesamten PVC-Fläche.
- Kolorieren der Oberfläche für eine einheitliche Optik.
- Linieren gemäß Sporthallenplan.
- Oberflächenfinish mit einem UV-härtenden PU-Siegel.
- Prüfung und Dokumentation der Schichtstärke sowie Messung des Gleitreibungskoeffizienten.
Durch diese Maßnahmen sollte die Funktionalität und Sicherheit des Bodens wiederhergestellt werden, jedoch wollte der Objektbetreiber bis zur Durchführung der Sanierungsmaßnahmen nicht auf die Nutzung der hochfrequentierten Sporthalle verzichten. Aus diesem Grunde entschied man sich vorab dafür, Reparaturarbeiten so durchführen zu lassen, dass keine Gefährdung durch lose Stellen oder aufgequollene Nahtstellen für den Breitensport entstehen beziehungsweise auf ein absolutes Minimum reduziert werden.
Hierzu wurden folgende Arbeiten durchgeführt. Die Bereiche, bei denen die Schweißnähte beschädigt waren und sich durch die eingedrungene Feuchtigkeit aufgestellt hatten, wurden plan geschliffen. In Teilbereichen kam es hierbei zu Ausbrüchen, die mit einer PU-Ausgleichsmasse verfüllt wurden. Nach dem Abtrocknen wurde die Schadstelle durch PU-Siegel vor eindringender Feuchtigkeit geschützt..
Problematischer stellten sich allerdings die in Ausgabe 10.2024 geschilderten nahezu vollständigen Ablösungen der alten geflickten Stellen dar. Hier mussten die Schadstellen gereinigt werden. Das heißt, zum einen mussten die aufgequollenen Holzpartikel entfernt werden, zum anderen mussten alte Klebereste der Schadstelle entfernt werden, bevor eine neue Verklebung durchgeführt werden konnte. Dies soll verhindern, dass eine erneute Erhebung entsteht, die eine Gefährdung für die Sportler bedeutet. Hier war nicht nur Fingerspitzengefühl gefragt, sondern auch entsprechend viel Erfahrung. Die Kantenbereiche wurden abschließend ebenfalls zweimalig mit PU-Siegel versehen..
Penible Überprüfung der Reparaturen
Vor der Freigabe der Sporthalle untersuchte der Sachverständige den Boden noch einmal auf Stellen, die eventuell eine Beeinträchtigung bei der Sportausübung darstellen könnten. Gerade diese Maßnahme war mit besonderer Sorgfalt durchzuführen: Wenn man in einer Sporthalle fast eine Woche lang Schadstellen beseitigt, dann passiert es schon mal, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht und eine scheinbare Kleinigkeit übersieht.
Eine scheinbar kleine Schadstelle kann Folgen haben: Ein kleiner Riss in der Oberfläche mit leichter Beulenbildung wurde mittels Schleifen geöffnet. Ziel war es, die Stelle ebenfalls mit einem PU-Flow (Ausgleichsmasse) zu verfüllen. Hierbei stellte sich heraus, dass eine erhebliche Menge an Feuchtigkeit eingedrungen war, sodass sich unterhalb des Risses eine größere Fläche vom Holzboden gelöst hatte, die entfernt werden musste. Im Zuge dessen kam zutage, dass auch in diesem Bereich der Holzboden aufgequollen war und sich einzelne Holzpartikel abgelöst hatten, welche ebenfalls entfernt werden mussten (auf dem Bild ist dies vor allem im Bereich der dunklen mittig zu sehenden Verfärbungen zu erkennen). Erst danach konnte die Verfüllung vorgenommen werden, bevor der zweimalige PU-Siegel auf die Oberfläche aufgebracht wurde.
Partielle Freigabe mit Auflagen
Nach der Abtrocknungszeit konnte die Sporthalle für den Breitensport wieder freigegeben werden, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass durch regelmäßige Begehungen geprüft wird, ob weitere Schadstellen, die den Breitensport beeinträchtigen könnten und unfallträchtig sind, aufgetreten sind.
Sascha Hintze | markus.targiel@holzmann-medien.de
Tipp vom Gutachter: Lediglich ein Zwischenschritt
Sascha Hintze, Gebäudereinigermeister, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger: "Die in diesem Fall durchgeführten Reparaturmaßnahmen dienen lediglich dazu, eine kurzzeitige Nutzung der Sporthalle durch den Breitensport zu ermöglichen. Es handelt sich hierbei um keine Dauerlösung. Der Sporthallenbetreiber plant, im Sommer dieses Jahres den Hallenboden vollständig zu sanieren. Die Sanierung wird dann eine abschließende Dokumentation beinhalten."

