Der Klimawandel und außergewöhnliche Wetterereignisse machen eine Anpassung und Modernisierung des Winterdienstes nötig. Technische Innovationen, umweltfreundliche Lösungen und flexible Personalplanung sind die entscheidenden Parameter, um den Winterdienst in einer sich wandelnden klimatischen Umgebung effektiv und nachhaltig zu gestalten. Perspektiven aus der Praxis dreier Branchenakteure.

Klimawandel und Winterdienst sind mittlerweile zwei Seiten einer Medaille, selbst vor dem Hintergrund rückläufiger Schnee- und Eistage. Obwohl dies auf den ersten Blick widersprüchlich klingt: Die Erderwärmung und die damit einhergehenden Veränderungen des Klimas infolge eines erhöhten Ausstoßes von Treibhausgasen begünstigen nicht nur Hitzewellen, Starkregen und Stürme im Sommer, sondern auch frostige Extremwetterereignisse im Winter. Perspektivisch gehen Klimamodelle zwar von einer Abnahme von Schnee- und Kältetagen, zugleich jedoch von einer Zunahme teils extremer Niederschläge infolge abrupter Kälteeinbrüche in den Wintermonaten aus.
Die wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1880 liegen zwischen 2010 und 2023. Das Klima erwärmte sich zwischen 1970 und 2020 schneller als in allen bisherigen 50-Jahre-Intervallen seit mindestens 2000 Jahren. Berechnungen zufolge wird eine globale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius bereits zwischen 2030 und 2052 erreicht werden, wenn sie mit der derzeitigen Geschwindigkeit voranschreitet. Die Annahme, dass künftige Winter infolge der Klimaerwärmung mild und schneearm sein werden, wird unterstützt von Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), dass die Zahl der Frost- und Eistage zurückgeht. Häufig werden die milden Winter der Vergangenheit als Argument genutzt, um finanzielle Mittel insbesondere beim kommunalen Winterdienst zu kürzen oder ganz zu streichen. Ein Trugschluss, denn trotz oder gerade wegen dieser Entwicklungen wird der Winterdienst auch in Zukunft mehr denn je eine wichtige Rolle spielen.
Doch wie stellt sich in Zeiten des Klimawandels ein effektiver Winterdienst dar, um bei Schneeglätte und Glatteis Verkehrsstaus, Unfälle und Verletzungen durch Ausrutschen und Stürze zu vermeiden und die allgemeine Sicherheit im Winter zu gewährleisten? Und das je nach Wetterlage schnell und flexibel? Zunächst einmal geht es darum, vor allem in Regionen, in denen Schnee, Eis und niedrige Temperaturen häufig vorkommen und zu gefährlichen Wetterverhältnissen führen können, aber auch bei unvorhergesehenem Wintereinbruch Straßen, Gehwege und andere Verkehrsflächen während der Wintermonate sicher, befahr- und begehbar zu halten. Räumen, Streuen, Auftauen und Enteisen sind hier die wesentlichen Stichworte.
Gesetzliche Rahmenbedingungen und Pflichten sowie Haftung
Eine einheitliche Winterdienstregelung auf Bundes- oder Länderebene existiert in Deutschland nicht. Jede Gemeinde entscheidet je nach Wetterlage selbst, wobei Temperaturen und Wetterverhältnisse bereits in Nachbarregionen variieren können. Für den Winterdienst wie auch für die Reinigung auf den Straßen sind im öffentlichen Raum gemäß der jeweiligen Straßenreinigungssatzung (StrRS) die Bundesländer, Landkreise, kreisfreien Städte und Gemeinden zuständig. Diese müssen tätig werden, sobald die Wetterlage mit Schnee und Glatteis einhergeht. Innerorts kann die Gemeinde das entweder selbst erledigen oder die Aufgabe Dienstleistern übertragen. So ist an gefährlichen Stellen, etwa auf wichtigen Durchgangsstraßen, Fußgängerwegen und öffentlichen Parkplätzen, zu räumen und zu streuen. Außerorts muss die Straße nur an besonders gefährlichen Stellen geräumt und gestreut werden. Gehwege sowie kombinierte Rad- und Gehwege müssen außerhalb von Ortschaften in der Regel nicht oder nur im Ausnahmefall geräumt werden. Im Übrigen ist auch der Grundstückseigentümer auf dem an sein Grundstück angrenzenden Bürgersteig zum Winterdienst verpflichtet.
"Der Winterdienst beginnt in unserem Unternehmen bereits im Sommer, indem sowohl die Bestandsaufträge in die jeweiligen Streurouten eingeplant und neue Winterdienstverträge abgeschlossen werden, als auch die Personalplanung einschließlich der Zuteilung der eingesetzten Räumfahrzeuge finalisiert wird", unterstreicht Markus Pauli, Geschäftsführer von Stölting Immobilien Service, Gelsenkirchen. Grundsätzlich seien die Ansprüche der Kunden individuell, die jeweiligen Anforderungen würden im Rahmen von gemeinsamen Objektbesichtigungen besprochen. "Wir stehen unseren Kunden – zum Beispiel Gefahrstoffwerken und andere Unternehmen, die den Geschäftsbetrieb einschließlich der Arbeitssicherheit für deren Mitarbeiter aufrechterhalten müssen – 24 Stunden am Tag zur Verfügung."
Was die gesetzlichen Rahmenbedingungen betrifft, sei vor allem ein Thema wichtig: Streusalz, dessen Verwendung in den meisten Kommunen, außer im Falle von Glatteis während eines starken Wintereinbruchs, untersagt ist. Leider hielten sich nicht alle Dienstleister daran, auch die Stadt München nicht, auf das Ausbringen zu verzichten. Direkt und systematisch kontrolliert würde der Einsatz aber nicht. "Was die Haftung betrifft, so stehen wir als Dienstleister bei jedem Auftrag in der vollen Verantwortung, wenn jemand ausrutscht und sich verletzt", betont Steve Weinrich, Technischer Betriebsleiter bei August Weber, München. Daher gelte es, den Mitarbeitern durch regelmäßige Unterweisungen genau vorzugeben, welche Streumaterialien die richtigen und wie sie, korrekt dosiert, auszubringen seien. Hier sei das Unternehmen ebenfalls in der Haftung.
Worauf es im Winterdienst ankommt
Schneeräumung
- Straßen und Gehwege: Entfernen von Schnee und Schneeverwehungen auf Straßen, Gehwegen, Parkplätzen und Zufahrten.
- Flughäfen: Räumen von Start- und Landebahnen sowie Rollwegen.
Eisbeseitigung
- Auftausalz: Einsatz, sofern unumgänglich, um Eis zu schmelzen und das Bilden von neuen Eisflächen zu verhindern.
- Sand und Splitt: Werden angewendet, um die Rutschfestigkeit zu erhöhen, besonders in Umgebungen, wo Salz untersagt ist, zum Beispiel in der Nähe von Gärten oder Grünanlagen.
Vorbeugende Maßnahmen
- Präventives Streuen: Ausbringen von Salz an kritischen Stellen oder anderen Mitteln vor erwarteten Schneefällen oder Frost, um die Bildung von Eis und Schneeansammlungen zu verhindern.
- Wettermeldungen und Überwachung: Ständiges Beobachten der Wetterlage und Reaktion auf Vorhersagen, um rechtzeitig gegensteuern zu können.
Ausrüstung und Technik
Fahrzeuge: Schneepflüge und -fräsen, Streufahrzeuge, Räumtraktoren sowie Drohnen und spezielle Maschinen für große Flächen.
Materialien: Kies, Sand, Splitt, Lavastreu, Naturbims-Granulat, Solewasser sowie Salz, sofern unumgänglich.
Technologie: GPS und andere Navigationssysteme zur effizienten Steuerung der Fahrzeuge und Optimierung der Routen sowie Wetterüberwachungssysteme.
Herausforderungen und Planung
- Schnelle Reaktion: Effiziente Planung und schnelle Einsatzbereitschaft, um, auch mithilfe künstlicher Intelligenz, auf plötzliche Wetteränderungen reagieren zu können.
- Ökologische Aspekte: Minimieren des Einsatzes von Auftausalz und Chemikalien, um Umweltbelastungen zu reduzieren.
- Kosteneffizienz: Optimierung der Ressourcen und Einsatzpläne, um Kosten zu sparen, ohne Abstriche an der Sicherheit zu machen.
Gesetzliche Regelungen ...
- ... geben vor, wer für die Schneeräumung verantwortlich ist, zum Beispiel Kommunen, Unternehmen oder Privatpersonen.
- ... enthalten auch spezifische Anforderungen an die Durchführung der Winterdienstarbeiten, etwa die Zeiten, in denen geräumt und gestreut werden muss.
"Wir verfügen über eine Betriebshaftpflichtversicherung, die alle Schadensereignisse in einer Höhe von bis zu 20 Millionen Euro abdeckt, vorausgesetzt, es wurde im Winterdienst wie auch in den anderen Leistungsarten immer sachgerecht gehandelt", ergänzt Manuel Kube, Head of Sales bei Geiger FM Grünservice im bayerischen Dietmannsried. Diese Versicherung sei sehr wichtig, um gegen Schäden, die Dritten durch den eigenen Betrieb und dessen Mitarbeiter entstehen, ausreichend abgesichert zu sein. Bei Großkunden des Unternehmens in der chemischen Industrie wie auch bei internationalen Flughäfen liege die geforderte Versicherungssumme sogar bei 100 Millionen Euro.
Gehe es im Schadensfall um die Nachweispflicht, sei Tracking mit GeoCapture eine sehr nützliche und hilfreiche Methode, um "nachzuweisen, wann wir wo waren". Mit dieser Software ließen sich alle Einsätze kleinteilig dokumentieren und Fahrzeuge, die über einen GPS-Empfänger verfügen, orten. Zugleich ließen sich auf Wunsch Fotodokumentationen anfertigen, welche Leistungsnachweise ebenfalls erleichterten. "Zusätzlich kann die gewünschte Route in Echtzeit abgebildet werden", sagt Manuel Kube und fügt hinzu, "Auftraggeber sind überdies in der Lage, relevante Daten bei Bedarf selbst abzurufen".
Was zum Aufgabengebiet des Winterdienstes gehört
"Winterdienst kann nur dort angeboten werden, wo Mitarbeiter im Umfeld wohnen und kurzfristig erreichbar sind, um die Anforderungen bezüglich der Reaktionszeit einhalten zu können, etwa über WhatsApp-Gruppenanrufe", stellt Manuel Kube klar. Zu dieser Dienstleistung zählten neben Streuen und Räumen vor allem regelmäßige Kontrollfahrten, eine der Hauptaufgaben, berichtet Steve Weinrich aus seiner Praxis. Gerade Letzteres würde von vielen Kunden unterschätzt. Was oft nicht gesehen werde, seien zwar wärmere Winter, aber nachts kann es trotzdem frieren. Das heißt: Bis 7.30 Uhr müsse, zum Beispiel auf Schulwegen oder öffentlichen Plätzen, gestreut beziehungsweise geräumt werden. Dies betreffe vornehmlich den Raum München, das Einsatzgebiet von August Weber. Hierfür seien ausreichend Leute, Fahrzeuge und Material nötig.
Stölting Immobilien Service steuert den Winterdienst zentralisiert von der Winterdienstleitstelle in Gelsenkirchen aus. Im Einsatzfall ist die Zentrale rund um die Uhr besetzt. "Der jeweilige Einsatz – reiner Streueinsatz oder kombinierter Räum- und Streueinsatz – erfolgt auf Basis der amtlichen Wetterwarnungen des DWD", erläutert Markus Pauli. Abhängig von der Warnlage in der jeweiligen Kommune würden die entsprechenden Einsatzkräfte alarmiert. Bei Abschluss eines Abos mit dem DWD könne man sich diese Warnungen bei Glatteis per SMS auf das Handy schicken lassen, weiß Manuel Kube zu berichten. Im Rahmen eines Geofence, eines "Geozaunes" als Alarmierungs-Tool, ließen sich somit Regionen mit relevantem Wettergeschehen im Sinne einer Vorwarnung genau eingrenzen.
Ein echter Einsatzfall könne dann entstehen, wenn die zulässige Last, zum Beispiel auf Flachdächern von Supermarktgebäuden, aufgrund ergiebiger Schneefälle überschritten wird. "Es ist unverzichtbar, die Dächer schnell von großen, nassen und schweren Schneemengen zu befreien und damit die Traglast zu verringern", untermauert Steve Weinrich. Noch sei die Dachräumung bei Bestandskunden ein Zukunftsszenario im Leistungsportfolio seines Unternehmens. Gehe es um die Räumung von ausgedehnten Dächern, könnten das Industriekletterer übernehmen, ein jedoch kostenträchtiges Unterfangen. Da auf Dächern oft Ankerpunkte zum Angurten fehlten und gemäß BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft hohe Sicherheitsaspekte zu beachten seien, könnte die Lösung lauten: Drohnen, die auch bei Minustemperaturen fliegen und das Abräumen des Schnees mit einer Salz-Wasser-Mischung übernehmen.
Zu den Aufgaben eines Winterdienstleisters gehöre zudem das fachgerechte Vorhalten von Streumaterial wie zum Beispiel Salz, was wiederum mit Kosten verbunden sei, erwähnt Manuel Kube. Gehe es um Streusalz, bedeute das: keine offene Lagerung in großen Mengen, sondern Sackware, damit das Salz keine Feuchtigkeit zieht und nicht verklumpt. Auch müssten spezielle Maschinen samt Personal mit dem passenden Führerschein, etwa bei Großräumtechnik, und Objektkenntnissen vorgehalten werden. "Nicht jede Maschine lässt sich das ganze Jahr über nutzen, verursacht aber Kosten", ist es Manuel Kube wichtig zu betonen. "Aufgrund des Vorhaltethemas und der Bereitschaft des nötigen Personals sind wir inzwischen dazu übergegangen, Winterdienst nur in Ausnahmefällen ohne Vorhaltepauschalen anzubieten."
Darauf kommt es bei der Personalplanung an
"Wir haben genug Mitarbeiter", ist Steve Weinrich in der glücklichen Lage zu sagen. Fachkräftemangel sei kein Thema. Gebraucht würden vor allem Allrounder, die sich im Winter um das Räumen und Streuen kümmerten und im Sommer Gartenarbeiten übernähmen. "Diese Flexibilität und breite Einsatzfähigkeit wird auch finanziell honoriert, etwa durch übertarifliche Bezahlung."
Gehe es darum, das nötige Personal vorzuhalten, müsse, weiß Manuel Kube, großzügig geplant werden, um Krankheitsfälle und Urlaube jederzeit abzufedern. In der Regel werde Winterdienst fast ausschließlich bei Grünpflegekunden durchgeführt, sodass die Objektkenntnis aufgrund langjähriger Aufträge sommers wie winters gegeben sei. Bei den Mitarbeitern rede man von Vollzeitbeschäftigten, die nach Möglichkeit über einen Lkw-Führerschein für große Fahrzeuge über 3,5 Tonnen oder einen Führerschein der T-Klasse für Traktoren und Arbeitsmaschinen zum Fahren von Schleppern verfügten. Der Pluspunkt: "Mit der Weiterqualifizierungsmaßahme 'WeGebAU' fördert die Bundesagentur für Arbeit den Erwerb eines solchen Führerscheins durch ältere, sozialversicherungspflichtige Arbeiternehmer, und das teilweise bis zu 100 Prozent.“
Nachhaltigkeit im Winterdienst
"Das Ausbringen von umweltschädlichem Streusalz ist grundsätzlich zu vermeiden, außer in Ausnahmefällen, wenn Glatteis herrscht oder es darum geht, Treppen und andere kritische Bereiche begehbar zu halten", führt Steve Weinrich weiter aus. Salz lasse sich jedoch gut durch Kies und, inzwischen zu mehr als 90 Prozent, Lavastreu ersetzen – für sicheres Fahren und Gehen. Dieses Naturprodukt breche zwar keine Eisschichten auf, belaste jedoch weder Gewässer noch Böden oder Vegetation und löse sich nach drei bis vier Wochen von allein auf, ohne mit anderem Schmutz weggekehrt werden zu müssen. Zu einer echten Alternative für den Winterdienst könne jedoch Gurkenwasser mit einer 20-prozentigen Salzlösung werden, das versprüht werde. Nach der Ernte lagerten Gurken in Salzwasser, bevor sie in die Produktion gingen. Bislang musste das Abwasser aufwendig entsorgt werden, jetzt biete es sich als eine nachhaltige Alternative zum Streusalz an.
Zur Nachhaltigkeit gehöre auch, Elektro-Schneefräsen fürs Schneeräumen einzusetzen. Mit ihrer leichten und einfachen Handhabung seien sie gut geeignet für das Räumen von Schnee auf Fußwegen oder Bürgersteigen und – im Gegensatz zu schwereren Benzinmodellen – leicht und kräftesparend. Bei Winterdienstfahrzeugen würden jedoch ausschließlich konventionell betriebene Modelle genutzt. "Da diese Fahrzeuge durch ständiges Vor-, Rück- und An-die-Seite-Fahren einem hohen Verschleiß ausgesetzt sind, kommen bei uns nur Benziner mit robusterem Schalt-, nicht mit Automatikgetriebe zum Einsatz", sagt Steve Weinrich.
Gemäß Straßenreinigungssatzung dürfe Salz auf Bürgersteigen aus Gründen des Umweltschutzes nicht eingesetzt werden, es sei denn, es gehe um das Freihalten sensibler Bereiche mit hoher Sturzgefahr, streicht Manuel Kube heraus. "Bei einem unserer Kunden, einem großen Chemiewerk, gibt es zu Salz als auftauendes Streumittel auf Straßen und Rampenbereichen keine Alternative, abstumpfende Streumittel wie Streusand oder mineralische Streugranulate kommen hier aus Sicherheitsgründen einfach nicht infrage, auch wenn sie weniger umweltschädlich sind." Mit Blick auf Nachhaltigkeit sei es jedoch möglich, in den Streufahrzeugen die Streubreite und -menge elektronisch genau zu justieren. Auf Straßen hat sich auch die Benetzung des Salzes mit einer Solemischung vor Auswurf aus dem Schleuderstreuer bewährt. Das Salz bleibt somit auf der Straße kleben und wird nicht durch Wind oder fahrende Autos verwirbelt. Nachhaltige Alternativen hierzu seien Sand, Kies, Granulat aus Naturbims oder Splitt aus gebrochenem Naturstein.
Technische Entwicklungen wie Software, KI und Robotik
"Unsere Räumfahrzeuge, angefangen von den Handkolonnen für kleinere Gehwegräumungen über unsere Kommunalschlepper bis hin zu unseren Großfahrzeugen wie Unimog und Lastkraftwagen, sind im Einsatzfall deutschlandweit unterwegs. Hierbei setzen wir auf fortschrittliche Technik, zum Beispiel die computergesteuerte Ermittlung des Streumittelbedarfs", legt Markus Pauli dar. Thermocontrol ermittle neben der Außentemperatur auch die Straßenbelagstemperatur und ermögliche dadurch ein bedarfsgerechtes Ausbringen von Streumitteln. Den Mitarbeitern werde eine Streuroutenplanung fest zugewiesen, und die App-basierte Einsatzdokumentation ermögliche den Einsatzkräften die direkte Navigation zum jeweiligen Einsatzort.
Hilfreich sei, ergänzt Steve Weinrich, eine App zum Planen der Routen, denn bis spätestens 7.30 Uhr müsse geräumt sein. Da der Routenplan in Abhängigkeit vom Wetter stehe, müsse die App mit einem Wetterradar verknüpft sein, um stets auf dem Laufenden zu bleiben und dabei nachhaltig und wirtschaftlich zu arbeiten. Gehe es um Technik und Wirtschaftlichkeit, kämen selbstfahrende Geräte – betrieben mit Akkus, nicht mit Benzin – ins Spiel, ebenso wie Reinigungsroboter im Indoor-Bereich. "In der Praxis ist KI jedoch oft schwer umsetzbar“, sagt Steve Weinrich.
Dies sieht Manuel Kube ähnlich. Das Winterdienstgeschehen sei angesichts zunehmender außergewöhnlicher Wetterereignisse infolge des Klimawandels einfach zu dynamisch. "Besser fahren wir mit den Warnmeldungen des DWD und GeoCapture." Die Frage nach Robotik und selbstfahrenden Fahrzeugen stelle sich für sein Unternehmen derzeit nicht. Auch mit Blick auf den Haftungsaspekt ein unkalkulierbares Risiko und, wenn überhaupt, Zukunftsmusik.
Simone Bittner-Posavec, Maintext | markus.targiel@holzmann-medien.de