Nachhaltige Büroreinigung: Abschied nehmen von traditionellen Mülleimern

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Betriebsabläufe zu ­über­denken. Dazu gehört auch die Reinigung von Büros, in denen der traditionelle ­Mülleimer zum festen Bestandteil der Einrichtung gehört. Diesen abzuschaffen wäre ein vielversprechender Ansatz – mit Vorteilen sowohl für den Dienstleister als auch für dessen Kunden.

Weniger Mülleimer unter den Schreibtischen bedeutet unter anderem weniger Müllsäcke, was den Plastikverbrauch reduziert und Ressourcen schont. - © Mihail – stock.adobe.com

Die Abschaffung herkömmlicher Mülleimer in Büro­umgebungen zielt nicht nur darauf ab, den Abfall zu reduzieren, sondern auch das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln zu schärfen, indem Mitarbeitende dazu ermutigt werden, bewusster mit ihren Abfällen umzugehen und alternative Entsorgungsmethoden wie das Recycling zu nutzen.

Diese Umstellung trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck von Büroumgebungen zu verringern und die Umweltbelastung zu minimieren. Unternehmen können somit auch ihr Image als umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Unternehmen stärken. Weiterer Vorteil: Durch die Reduzierung von Abfall wird nicht nur die Notwendigkeit der regelmäßigen Entleerung und Reinigung von Mülleimern minimiert, sondern auch der Bedarf an Müllbeuteln und anderen Verpackungsmaterialien reduziert. Dies trägt am ­Ende auch zur Senkung der Betriebskosten bei.

Zentrale Sammelstellen als Alternative

Wenn nun aber die bisherigen Mülleimer unter jedem Schreibtisch verschwinden sollen, ist es für alle Beschäftigten in Büroumgebungen von maßgeblicher ­Relevanz, dass ausreichend Behälter für Papier, Plastik, Glas und Restmüll an zentralen Stellen bereitgestellt werden, um eine gezielte Abfalltrennung zu ermöglichen.

Eine sorgfältige Gestaltung und die angemessene Ausstattung dieser Müllsammelstellen sind essenziell, um die Mitarbeitenden dazu zu ermutigen, sich aktiv am Recyclingprozess zu beteiligen. Dies beinhaltet Aspekte wie die Auswahl geeigneter Behälter, die klar und übersichtlich gekennzeichnet sind, um die Mitarbeitenden über die verschiedenen Abfall­arten zu informieren und ihnen so deren korrekte Entsorgung zu erleichtern. Gleichzeitig muss eine problemlose Handhabung der Systeme gewährleistet sein. Weiterhin sollten die Sammelstellen strategisch in Großraumbüros oder in Fluren platziert werden, um eine leichte Erreichbarkeit zu gewährleisten. Durch eine ansprechende und gut durchdachte Gestaltung der Sammelstellen wird somit zum einen die Effektivität des Recyclingprozesses maximiert, zum anderen werden dadurch auch das Bewusstsein und die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen zur Teilnahme an dem neuen Prozess überdurchschnittlich gesteigert.

Ganz klar: Weniger Mülleimer bedeuten weniger Müllsäcke, was den Plastikverbrauch reduziert und Ressourcen schont. Außerdem müssen Reinigungskräfte nur noch die Mülleimer an den zentralen Sammelstellen leeren, was Zeit und dem Kunden folglich Geld spart. Die Reinigungskräfte profitieren zudem von verkürzten Laufzeiten, die effektiv für andere Tätigkeiten genutzt werden können. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Da der Gang zum Mülleimer für die Mitarbeitenden durch diese Umstellung häufig länger wird, setzen viele mittlerweile auf Mehrwegverpackungen für das Pausenbrot oder das Mittagessen, anstatt Einwegverpackungen zu nutzen, was eine weitere Reduzierung des Mülls zur Folge hat.

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    Bei den Sammelsystemen gibt es unterschiedlichste Lösungen. Die Auswahl des für ein Objekt am besten geeigneten Systems sollte stets über eine Bedarfsanalyse zusammen mit dem Kunden erfolgen.
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    Wenn Mülleimer unter den Schreibtischen verschwinden, können Reinigungskräfte die eingesparte Zeit effektiv für andere Tätigkeiten nutzen.
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    Weniger Mülleimer unter den Schreibtischen bedeutet unter anderem weniger Müllsäcke, was den Plastikverbrauch reduziert und Ressourcen schont.

Neukunden bieten wir bereits aktiv diesen Service an. Dort, wo diese Methode (noch) nicht umgesetzt wird, lassen sich alternativ biologisch abbaubare Müll­säcke andenken.

Wie mit Bedenken umzugehen ist

Trotz der sich bietenden Vorteile gibt es auch Herausforderungen und Bedenken im Zusammenhang mit der Abschaffung von Mülleimern im klassischen Stil. Ein häufig genanntes Argument ist die Sorge um die Hygiene und Sauberkeit des Arbeitsplatzes. Ohne Mülleimer könnten Mitarbeitende dazu verleitet werden, Abfall einfach liegen zu lassen, was zu unhygienischen Bedingungen führen könnte. Unternehmen sollten daher klare Richtlinien mit Überzeugung definieren und gemeinsam festlegen. Ein Projektteam zu diesem Thema im Vorfeld ist daher unbedingt zu empfehlen. Dies kann dazu beitragen, das Bewusstsein für die neue Art und Weise der Müllentsorgung zu schärfen. Basierend auf einer Bedarfsanalyse wählen wir bei ADU Gebäudeservice Urban jeweils gemeinsam mit dem Kunden die geeigneten Müllsortiersysteme aus. Tatsächlich gibt es die verschiedensten Modelle, die sich in Größe, Volumen sowie Materialien und Design unterscheiden. Diese werden anschließend an den festgelegten Standorten platziert und mit klaren Beschriftungen und Anweisungen versehen.

Unsere Empfehlung lautet auch, jeweils nur die Müllbehälter zu entleeren, die ihre Kapazität erreicht haben. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine noch effizientere Ressourcennutzung und trägt zur Optimierung der Leerungszeiten bei. Eine Ausnahme bilden Bioabfälle, die aus Gründen der Hygiene und Geruchsvermeidung üblicherweise täglich entsorgt werden müssen.

Offen sein für neue Ideen

Zweifellos könnte die Abschaffung von Mülleimern in Büros dazu beitragen, dass die Arbeitsumgebung sauberer, ästhetisch ansprechender und umweltfreundlicher wird. Möglicherweise werden wir in Zukunft daneben noch eine Vielzahl weiterer innovativer Ansätze sehen, die darauf abzielen, die Büroreinigung effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Bis dahin sollten Unternehmen mit ihren Mitarbeitenden offen für neue Ideen sein und dabei durchaus traditionelle Denkweisen infrage stellen.

Klar ist aber auch: Bevor Unternehmen diesen Schritt wagen, müssen sie sorgfältig die potenziellen Vor- und Nachteile abwägen und sicherstellen, dass alternative Lösungen für die Müllentsorgung effektiv beziehungsweise auch langfristig in ihren Liegenschaften umgesetzt werden können.

Ulrich Hahn | guenter.herkommer@holzmann-medien.de

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Ulrich Hahn

ist Geschäftsführer bei ADU Gebäudeservice, Paderborn.