Überall dort, wo viele (kleine) Menschen auf engem Raum zusammenkommen, gilt es, für Sauberkeit zu sorgen und so die Verbreitung von Krankheiten möglichst zu verhindern. Sensibilität für das Thema, ein passendes Reinigungskonzept und die Einführung wirksamer, effizienter Reinigungsabläufe sind somit essenziell.

Sauberkeit kann vor Krankheit schützen und die Nerven aller Beteiligten schonen, wenn an den relevanten Punkten angesetzt wird. Hinzu kommen positive Nebeneffekte, denn gepflegte Räume sind stabiler im Werterhalt, und wer umweltorientiert reinigt, schont Ressourcen und Anwender.
Das passende Konzept: Wann reinigen, wann desinfizierend reinigen?
Kernfrage bei der Entwicklung eines stimmigen Reinigungskonzeptes für Kindertagesstätten und Schulen ist, welche Reinigungsmaßnahmen Sauberkeit und Hygiene sicherstellen und wie sich Aufgaben priorisieren lassen. Bei Kapazitätsengpässen sollten zum Beispiel hygienerelevante Arbeiten den Vorzug haben vor einer Reinigung mit Fokus auf optischer Sauberkeit wie dem Staubwischen auf Schränken. Handelt es sich um den normalen Alltag, so lässt sich mit den richtigen Reinigungsmethoden eine Keimbildung sehr gut verhindern beziehungsweise die Menge an Keimen wirksam reduzieren. Damit ist eine desinfizierende Reinigung nur noch an kritischen Punkten, sprich Oberflächen mit häufigem Haut-/Handkontakt wie Türklinken, Fenstergriffe oder Lichtschalter notwendig, was ein erster Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist.
Ist ein Reinigungskonzept mit entsprechenden Prioritäten entwickelt, so müssen Reinigungskräfte geschult werden. Unterstützend lassen sich beispielsweise Arbeitsschritte pro Raum visuell und somit sprachneutral darstellen. Werden solche Arbeitsleitfäden gut sichtbar angebracht, so hat die Reinigungskraft Klarheit über ihre Aufgaben, und gegenüber Angestellten und Eltern lässt sich Vertrauen schaffen.
Effiziente Abläufe: Tipps für ein sinnvolles Vorgehen
Auch wenn die Maßnahmen auf die jeweiligen Räumlichkeiten abgestimmt sein müssen, gibt es einige Aspekte, die überall zu berücksichtigen sind. Für die manuelle Oberflächenreinigung empfehlen sich die Vorkonditioniert- oder die Sprühmethode. Anwendung finden dabei zweimal gefaltete Tücher, die bereits mit der richtigen Menge Reinigungsmittel getränkt sind. Alternativ kann die Reinigungskraft mittels Schaumdispenser eine Reinigungslösung aufbringen. Nun wird die erste Oberfläche mit einer frischen Tuchseite gereinigt, anschließend faltet man das Tuch beim Reinigen weiterer Oberflächen so lange auf, bis man alle Tuchseiten benutzt hat. Danach wird es abgeworfen und durch ein frisches ersetzt. Eine weitere Möglichkeit für die Oberflächenreinigung sind Staubbindetücher. Sie haben sich bewährt, da sie Oberflächen effizient und ohne Wasser oder Reinigungschemie von Staub befreien. Zusätzlich sind diese Tücher auf glatten Bodenbelägen zum staubbindenden Wischen geeignet.
Zur täglichen Trockenreinigung von Böden sind Staubsauger, die über einen HEPA-Filter verfügen und somit Mikroorganismen aufnehmen und zurückhalten können, eine gute Wahl. Um lose Verschmutzungen aufzunehmen, kann die Reinigungskraft die Hartböden manuell staubbindend wischen. Für die wöchentliche Nassreinigung sollte nicht mit der Eimermethode gearbeitet werden, da das Risiko einer Keimverschleppung besteht. Stattdessen können Wischbezüge aus Mikrofaser genutzt werden, die bereits mit Reinigungsmittel vorimprägniert wurden. Pro Raum wird ein Mopp verwendet, um auch bei der Bodenreinigung das Risiko einer Keimverschleppung zu minimieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit sind für alle Aufgaben Mehrwegtextilien zu nutzen, die im Anschluss an die Reinigung chemothermisch oder thermisch desinfiziert, also mindestens mit 60 oder mit 95 Grad Celsius gewaschen werden müssen. Ist dies nicht möglich, sind Einwegtextilien eine sichere Alternative.
Qualitätsmanagement: Prüfen, ob alles rund läuft
Auch in einer kleinen Kindertagesstätte kann ein einfaches Qualitätsmanagement etabliert werden, um die Wirksamkeit des Hygienekonzepts zu kontrollieren. Eine unkomplizierte Maßnahme ist die Führung eines Reinigungsprotokolls, das erfasst, wann welche Arbeiten erledigt wurden und welche Aufgaben nicht ausgeführt werden konnten.
Ob das Ziel der Reinigung erreicht ist, ist ebenfalls nachweisbar. Mit einem ATP-Test lässt sich beispielsweise feststellen, ob die Oberfläche dem gewünschten Hygienestandard entspricht. Der Test misst die Menge an Adenosintriphosphat, welches von Menschen, Tieren und anderen Lebewesen hinterlassen wird. Stellt sich heraus, dass Oberflächen aufgrund von Zeitmangel nicht gründlich oder umfassend genug gereinigt werden können, so sollten das Hygienekonzept optimiert oder Maßnahmen besser priorisiert werden.
Große Flächen, beispielsweise Turnhallen, Mensen oder lange Flure lassen sich effizient und für den Anwender komfortabel mit Scheuersaugmaschinen bearbeiten. Sie saugen die Schmutzflotte restlos auf und sind somit besonders hygienisch.
Umweltorientiert arbeiten, Wert erhalten: Worauf zu achten ist
Dass eine regelmäßige Reinigung dem Werterhalt von Objekten dient, ist inzwischen hinreichend bekannt. So müssen beispielsweise Böden weniger oft grundgereinigt oder erneuert werden, wenn kontinuierlich bei der Unterhalts- und Zwischenreinigung korrekt gearbeitet wird. Schon allein dieser Aspekt dient der Nachhaltigkeit, denn dadurch lassen sich Ressourcen schonen und Renovierungsmaßnahmen hinauszögern. Zusätzlich spielen verschiedene Bereiche in der Gebäudereinigung eine Rolle, um einen umweltorientierten Ansatz zu verfolgen und Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen.
Dazu zählt zum einen die Verwendung von Reinigungschemie, deren nachhaltige Zusammensetzung der Rohstoffe mit nationalen oder internationalen Labels zertifiziert ist. Zum anderen ist es sinnvoll, beim Reinigungsmittel auch auf die Umweltbilanz aus Produktion und Transport zu achten. Wird in der Unterhaltsreinigung ein Ultrahochkonzentrat eingesetzt, dann ist mit geringen Mengen sehr viel erreicht. Durch die kleineren Gebinde entstehen große Einsparungen in der Logistik, was sich positiv auf den CO2-Fußabdruck auswirkt.
Gesundheit: Was Luftreiniger leisten
Luftreiniger sind in geschlossenen Räumen ein probates Mittel, um nicht nur die Konzentration von Schadstoffen, Allergenen und Feinstaub, sondern auch von Krankheitserregern zu reduzieren. Entscheidet man sich für Ventilationsgeräte mit Filter, so gibt es verschiedene Ausführungen. Das Herzstück ist der Schwebstofffilter, im Allgemeinen als HEPA-Filter bekannt. Bereits Geräte mit einem EPA-Filter der Klasse E11 sind dazu in der Lage, die Atemluft von einem Großteil infektiöser Aerosolpartikel zu befreien, denn sie entfernen Schwebstoffe einer Größe von 0,1 bis 1 Mikrometer zu 99,5 Prozent aus der Luft. Dazu zählen neben virenbehafteten Aerosolen auch Allergene und andere gesundheitsschädliche oder störende Partikel wie Pollen, Milben, Tierhaare, Hausstaub, Gas- und Geruchsstoffe oder Feinstaub.
Ein weiterer zentraler Aspekt sind Energiesparfunktionen sowie die für die Produktion von Reinigungsequipment verwendeten Materialien. Alle eingesetzten Geräte sollten Ressourcen wie Wasser, Strom oder Reinigungsmittel so sparsam wie möglich einsetzen und gleichzeitig gute Reinigungsergebnisse erzielen. Die Maschinen vieler Hersteller verfügen über einen Ökomodus, bei dem weniger Energie verbraucht wird. Bei Akkugeräten ist diese Funktion verbunden mit längerer Laufzeit und häufig auch einem niedrigeren Geräuschpegel.
Hinzu kommen die Vermeidung von Mischmaterialien für eine bessere Wiederverwertbarkeit und der Einsatz von Rezyklat für die Kunststoffbauteile der Maschinen. Es gibt Hersteller am Markt, die ultraleichte Geräte wie Akku-Rucksacksauger aus EPP fertigen, einem zu 100 Prozent wiederverwertbaren Material. Parallel dazu gibt es Versuche, Bestandteile größerer Geräte wie akkubetriebene Scheuersaugmaschinen teilweise aus Rezyklat zu realisieren, allerdings immer mit der Prämisse, dass die Qualität der Bauteile nicht leiden darf.
Es zeigt sich, dass Sauberkeit, Werterhalt und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen und mit einem klugen Reinigungskonzept, auch bei Personalengpässen in Schulen und Kindertagesstätten, Krankheitserreger und Keime wirksam bekämpft werden können.
Alexandra Lachner, freie Autorin, Christoph Scheiwiller, Kärcher | markus.targiel@holzmann-medien.de