Andavis veranstaltet zweites Anwendertreffen

Rund 120 Vertreter von mehr als 70 Unternehmen der Branche kamen zum zweiten Blink-Anwendertreffen von Andavis nach Nürnberg, um sich über die Digitalisierung in der Gebäudereinigung auszutauschen.

Als Veranstaltungsort dienten die historischen Räumlichkeiten der Jugendherberge bei der Nürnberger Burg. - © X21de - Reiner Freese

Nach der Erstveranstaltung im Jahr 2022 hatte Andavis die Gebäudereinigerbranche im April erneut in die Frankenmetropole eingeladen. Laut Geschäftsführer Thomas Bakeberg bedeute eine solche Veranstaltung im Vorfeld "immer einen gewissen Druck, um neue Funktionen fertigzustellen.“ Gleichzeitig sei es eine sehr gute Gelegenheit, "ein direktes Feedback auf die unlängst realisierten und auch in der Zukunft geplanten Neuerungen von den Nutzern der Software aus erster Hand zu erhalten."

In der neuen Version von Blink, deren Roll-out nur wenige Tage nach dem Event erfolgte, wurde unter anderem der bisherige 'Objektmonitor' (neu: 'Meine Objekte') beziehungsweise dessen komplette Datenstruktur im Hintergrund überarbeitet. Damit stünden nun deutlich mehr Such- und Filtermöglichkeiten und auch neue Sortierfunktionen zur Verfügung. Ein Feature, welches auf vielfachen Wunsch der Anwender mit der neuen Version ebenfalls umgesetzt werden konnte, ist die objektbezogene Freigabe ergänzend zur bisher üblichen Zeitenfreigabe auf Mitarbeiterebene.

Ein sehr komplexes Thema, an dem die Blink-Entwickler aktuell arbeiten, sind die mit der Zeiterfassung eng verknüpften Arbeitsscheine beziehungsweise Aufträge. Je nach auszuführender Tätigkeit gebe es diesbezüglich sehr unterschiedliche Vorgehensweisen bei den Dienstleistern, was die Umsetzung zu einer großen Herausforderung mache. Ziel dabei sei jedenfalls, "nicht nur den bisherigen Zettel zu digitalisieren und alles genau so zu machen wie immer schon, sondern vielmehr auch einen anderen Prozess zu etablieren", betont Bakeberg und kündigt an: "Wir werden dieses Jahr im Sommer auf jeden Fall die erste Version releasen und dann auch auf Euer Feedback angewiesen sein."

Eine Plattform für alles

Auch weiter in die Zukunft gedacht haben Bakeberg und sein Team noch "viele ganz große Ideen". Eine davon zielt in Richtung Dokumentenmanagement: "Wir werden in Blink eine Möglichkeit schaffen, um dort Dokumente zu hinterlegen – sowohl objektbezogene wie etwa Leistungsverzeichnisse oder Raumpläne, als auch persönliche Dokumente, die nur für einzelne Mitarbeiter bestimmt und zugänglich sind. Darüber hinaus soll dann auch ein Verlinken auf diese Dokumente – zum Beispiel auf eine Sharepoint-Seite – möglich sein", erläutert Bakeberg.

Andavis-Geschäftsführer Thomas Bakeberg informierte die Anwesenden über aktuelle Neuerungen rund um die Blink-Software und gab zudem einen Ausblick auf anstehende Entwicklungsvorhaben. - © X21de - Reiner Freese

Dokumente sind auch wichtiger Bestandteil bei einem weiteren Zukunftsthema: "Wir wollen die Blink-me-App zur Mitarbeiter-App weiterentwickeln, über die die Reinigungskraft alle für sie relevanten Anwendungen ihres Unternehmens erreichen kann", kündigt der Andavis-Geschäftsführer an. Mehr noch: Er möchte Blink generell als universelle Plattform etablieren, in die sich unterschiedlichste Drittanbieter mit ihren eigenen spezifischen Tools integrieren. Bakeberg hierzu: "Wir können als Blink nicht alle Funktionalitäten, die es in der Gebäudereinigung gibt, nachprogrammieren und wollen das auch nicht. Vielmehr möchten wir mit Blink als Plattform dienen, um starke Partner in unsere Oberfläche mit reinzuholen und den Objektleitungen somit die Arbeit zu vereinfachen."

Aktuell ist Andavis in Sachen Integration zum Beispiel mit Roboterherstellern im Gespräch. Die Idee dabei: Der Blink-Nutzer soll in seiner Software nicht nur sehen, welche Mitarbeiter im Objekt arbeiten, sondern auch, welche Roboter hier im Einsatz sind. Sollte es mit Letzteren ein Problem geben, wird dies in Blink signalisiert und mit einem Klick auf den entsprechenden Roboter landet der Nutzer direkt im Portal des Roboterherstellers.

Zu den Partnern, mit denen Andavis die Integration bereits umgesetzt hat und die darüber im Anschluss an die Ausführungen von Thomas Bakeberg im Rahmen von Workshops im Detail berichteten, gehören etwa Toolsense (Betriebsmittel-/Flottenmanagement), BSS (ERP-Software), Mytutorial (digitale Schulungsplattform) oder auch Soobr (Smart Cleaning Software).

Die Vision: Objektleitung spricht mit der KI

Ein letztes spannendes Thema hatte sich Thomas Bakeberg bis zum Schluss der Veranstaltung aufgehoben: Künstliche Intelligenz. "Als Softwareunternehmen können und wollen wir uns auch nicht gegen KI wehren – zumal dieses Thema sehr viel Spaß macht. Wenn wir diese Technologie einsetzen, muss damit jedoch eine konkrete Erleichterung im Arbeitsalltag verbunden sein", betont der Geschäftsführer. Bereits auf der letzten CMS habe man mit dem sogenannten Blink Buddy einen Prototyp gezeigt, der etwa bei Verspätungen der Reinigungskraft an diese automatisiert eine Textnachricht schickt und darin nach dem Grund für die Verspätung fragt. Die Chat-Antwort der Reinigungskraft bekommt dann wiederum der Objektleiter in seinen Chat.

Künftig möchten die Blink-Entwickler noch einen Schritt weiter gehen – und zwar dahingehend, dass der Buddy den Objektleiter auch rein sprachgesteuert über ein Tool wie ChatGPT unterstützen kann. Thomas Bakeberg nennt ein Beispiel: "Stellen wir uns vor, die Objektleitung sitzt im Auto und kann jetzt die KI fragen: Wer ist eigentlich gerade aktuell im Objekt? Oder: Wann gab es die letzte Reklamation beim Kunden? Genauso könnte die Objektleitung über den Blink Buddy per Sprache eine Vertretung definieren beziehungsweise deren Verfügbarkeit erfragen."

In allen diesen Fällen fragt ChatGPT dabei jeweils die API-Schnittstelle (Application Programming Interface) von Blink an und meldet auf diesem Wege auch die Antworten der Objektleitung an die Software zurück, in der dann automatisch die entsprechende Planungsänderung erfolgt. Kurzum: Alle Daten, die eh in Blink vorhanden sind, ließen sich über einen sprachbasierten Chat-Client ausliefern, ohne dass der Objektleiter sich durch zig Seiten in der App bewegen muss, um diese Information zu erhalten. Bevor eine solche Lösung kommerziell verfügbar wird, gelte es aber noch einiges zu klären – unter anderem in ­puncto Datenschutz. "Wenn wir der KI Zugriff auf das System geben, muss man natürlich enorm aufpassen“, betont ­Thomas Bakeberg und schließt mit den Worten: "Die Entwicklung bei KI ist im Moment ultraschnell. Insofern brauchen wir bei diesem Thema einen verlässlichen Partner, bei dem wir sicher sind, dass die hinter der KI-Lösung stehende Logik sich nicht ständig ändert." /GH