Miele startet weltweites Effizienzprogramm

Miele (Gütersloh) hat ein weltweites Effizienzprogramm gestartet, um bis 2026 zusätzlichen finanziellen Handlungsspielraum in Höhe von rund 500 Millionen Euro zu gewinnen.

Bis zu 2.700 von weltweit rund 23.000 Stellen könnten bei Miele - hier zu sehen der Hauptsitz in Gütersloh – entfallen oder von Verlagerung betroffen sein.

Die konzernweite Kosten- und Effizienzinitiative soll zu rund zwei Dritteln durch Verbesserungen auf der Umsatzseite sowie durch Reduktion der Material- und Sachkosten realisiert werden. Zudem ist nach Unternehmensangaben eine "substanzielle Senkung der Personalkosten unausweichlich".

Weltweit könnten bis zu 2.700 von insgesamt rund 23.000 Stellen – 11.800 davon in Deutschland – entfallen oder von Verlagerung betroffen sein. Die Umsetzung soll "so sozialverträglich wie möglich" erfolgen.

Den weltweiten Einbruch der Nachfrage nach Hausgeräten sowie die drastischen Preissteigerungen auf der Kostenseite habe auch die Miele-Gruppe zu spüren bekommen, der vorläufige Umsatz im Jahr 2023 sei um 9 % zurückgegangen, so heißt es in einer Pressemitteilung. "Was wir derzeit erleben, ist keine vorübergehende Konjunkturdelle, sondern eine nachhaltige Veränderung der für uns relevanten Rahmenbedingungen, auf die wir uns einstellen müssen", sagt die Geschäftsleitung der Miele-Gruppe. Deshalb werde man schnell und entschlossen handeln, um aus dieser herausfordernden Situation gestärkt hervorzugehen. Den Rahmen soll die Initiative "Miele Performance Program" liefern, die auf Strukturen, Prozesse und Kostenpositionen in allen Bereichen gerichtet sei.

Bis zu 2.000 Stellen sind potentiell von Streichungen betroffen, vorwiegend in den sogenannten indirekten Bereichen, also nicht an den Produktionsmaschinen und Montagelinien. Zudem sollen weitere Teile der Gütersloher Waschmaschinenproduktion und produktionsnaher Bereiche ins Miele-Werk im polnischen Ksawerów verlagert werden. Geplant ist, dass bis 2027 fast alle Waschmaschinen für den Haushalt in Ksawerów montiert werden. Insgesamt würden im Werk Gütersloh dadurch etwa 700 Stellen schrittweise entfallen. Die übrigen Teile der dortigen Geräteproduktion wie Presswerk, Gießerei oder Bearbeitung der gegossenen Teile wären davon nicht erfasst, sondern verblieben bis auf Weiteres in Gütersloh. Dies gelte auch für die Montage der Waschtrockner und der Kleingewerbemaschinen.

Welche Bereiche in welchem Umfang von personellen Einschnitten betroffen sein können, steht nach Unternehmensangaben noch nicht fest. Die Details seien in den kommenden Monaten weiter auszuarbeiten und mit den Sozialpartnern zu verhandeln.

Miele ist nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter von Premium-Hausgeräten. Hinzu kommen Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner für den gewerblichen Einsatz sowie Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsgeräte für medizinische Einrichtungen und Labore. Das Unternehmen, das in diesem Jahr 125-jähriges Bestehen feiert, unterhält acht Produktionsstandorte in Deutschland, je ein Werk in Österreich, Tschechien, China, Rumänien und Polen sowie zwei Werke der italienischen Medizintechnik-Tochter Steelco Group. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2022 rund 5,43 Milliarden Euro – 12,2 % mehr als im Jahr zuvor. /HH