Seit gut einem Jahrzehnt sind beziehungsweise waren knapp 100 Menschen aus dem Dorf Ganesti in Siebenbürgen für die Gebäudereinigung Wasserle tätig. Als Ausdruck der Wertschätzung spendete der Dienstleister nun für die Renovierung einer Schule vor Ort in Rumänien.

Es begann vor fast zehn Jahren, als junge Menschen aus Ganesti nach Deutschland kamen, um bei Wasserle zu arbeiten. Was zunächst als individuelle Arbeitsmöglichkeit losging, entwickelte sich schnell zu einer tiefen Verbindung zwischen beiden Seiten. Markus Wasserle, Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Kaufering, und seine Familie besuchten regelmäßig auf Einladung ihrer Mitarbeitenden das Dorf und knüpften enge Beziehungen zu den Einwohnern. Bis heute arbeiten und arbeiteten insgesamt 93 Menschen aus diesem Ort mit rund 3.100 Einwohnern bei Wasserle. Insgesamt beschäftigt der Dienstleister aktuell 421 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus insgesamt 28 verschiedenen Nationen.
Der allgegenwärtige Mangel an Fach- und Arbeitskräften in Deutschland stellt die Gebäudereinigungsbrache schon lange vor große Herausforderungen, die Markus Wasserle zufolge nur durch den Zuzug von Menschen aus dem Ausland gedeckt werden können. Schon früh stellte sich ihm dabei aber auch die Frage, welche Auswirkungen die Abwanderung junger Menschen aus ihrer Heimat auf die Gesellschaft vor Ort hat. In einem Gespräch mit dem Schulleiter der Grund- und Mittelschule in Ganesti im Jahr 2015 sei deutlich geworden, dass es sinnvoller ist, den jungen Menschen in Deutschland Arbeitsmöglichkeiten und Einkommen zu bieten, anstatt sie in ihrer Heimat der Arbeitslosigkeit auszusetzen. Gleichzeitig müsse nach Wasserles Auffassung "eine Rückkehr in die Heimat jederzeit möglich sein." Idealerweise erfolge dies dann in ein Umfeld mit einer verbesserten Lebenssituation durch funktionierende Infrastruktur wie Schule und Kindergarten vor Ort.
19.000 Euro für einen Pausenhof
Bisher wurden die Kinder in der Schule in Ganesti unter einfachsten Bedingungen oder in der nahe gelegenen Stadt unterrichtet. Obwohl EU-Mittel für die Sanierung des Schulgebäudes und eines Erweiterungsbaus zur Verfügung standen, reichten sie nicht für die Gestaltung des Schulhofes und der Außenanlagen. Hier sprang nun Wasserle ein und übernahm die Kosten für die Errichtung eines sicheren und funktionalen Pausenhofs für die Kinder, insgesamt 19.000 Euro. "Unser Unternehmen hat sich dank der großartigen Leistungsbereitschaft und des persönlichen Engagements der Menschen aus Ganesti hervorragend entwickelt. Daher sind wir sehr glücklich, nun auch die Entwicklung in der Heimat dieser Menschen fördern und den Erfolg teilen zu können", äußert Markus Wasserle seine Freude über die Möglichkeit, etwas zurückzugeben.
Bei einer Feier Ende August wurde vor Ort eine Ehrentafel übergeben, die im Oktober nach Fertigstellung des Pausenhofs am Schulgebäude angebracht wird und auf der unter anderem alle 93 Namen der Personen aus Rumänien aufgeführt sind, die je bei Wasserle gearbeitet haben. /GH