DTM-Rennen am Norisring Mit 26,5 PS durch die Boxengasse

Albert Rascher, Leiter Material- und Beschaffungswirtschaft bei dias Gebäudemanagement, ist Mitglied des Motor Sport Club Nürnberg und seit Jahren Boxenfunktionär beim DTM-Rennen am Norisring. Nebenher übernimmt er am Rennwochenende auch noch die Reinigung der Boxengasse.

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    Albert Rascher ist glühender Motorsportfan.
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    Während Albert Rascher die kleine Kenter Sweep 65 AB fährt, um auch mal im Boxenbereich kehren zu können, ...
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    ... gibt Theofanis Markopoulos mit der Sweep 100 AHD Vollgas in der Boxenstraße.
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    Öl an der Ausfahrt der Boxengasse: Zunächst wird ein Bindemittel verstreut und eingearbeitet, ...
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    ... anschließend fahren beide Kehrmaschinen bei voller Saugleistung mehrfach über die verschmutzte Stelle, um das Gemisch aufzunehmen.

Mit 26,5 PS durch die Boxengasse

- Er bezeichnet sich selbst als „glühenden Fan“ des Motorsports. Albert Rascher ist seit 28 Jahren ein engagiertes Mitglied des Motor Sport Club Nürnberg und dort inzwischen zu einer Institution geworden. Der fast 63-jährige nimmt auch als sogenannter „Marshall“, als Boxenfunktionär offizielle Funktionen beim DTM-Rennen auf dem Nürnberger Norisring wahr: Er überwacht während des Rennens, dass der ihm zugewiesene Rennstall alle Regeln einhält. Eine verantwortungsvolle und zugleich auch ausfüllende Aufgabe, möchte man meinen. Nebenher jedoch ist Rascher während des DTM-Wochenendes (Freitag bis Sonntag) aber auch noch mit der Reinigung der Boxengasse betraut, und zwar rund um die Uhr, wann immer er gebraucht wird.

„Ich habe mir das selbst zuzuschreiben“, erzählt der Leiter der Material- und Beschaffungswirtschaft des Münchener Dienstleisters dias Gebäudemanagement zwinkernd. Was lag näher als Beruf und Hobby einfach zu verbinden? „Also stelle ich seit fünf Jahren, mit freundlicher Unterstützung meines Arbeitgebers, zwei Kehrmaschinen von Kenter kostenlos zur Verfügung, inklusive meiner Arbeitsleistung.“ Es versteht sich von selbst, dass Rascher diese Aufgaben nicht während seiner Arbeitszeit wahrnimmt, sondern sich für den Freitag einen Tag Urlaub nimmt. „Sollte mein Chef einmal sagen, ich könnte an diesem Freitag des DTM-Wochenendes nicht frei nehmen können, dann würde ich sofort kündigen, auch wenn ich inzwischen seit zehn Jahren bei der Firma bin.“

Da Albert Rascher auch offizielle Funktionen übernimmt, ist es notwendig, dass ihn ein zweiter Mann bei der Reinigung unterstützt. Diesen brauchte er aber nicht lange zu suchen: Man(n) lässt sich nicht zwei mal bitten, wenn einem die Chance geboten wird, Motorsport wahrhaftig hautnah zu erleben. „Vor zwei Jahren durfte ich das erste Mal mit“, erzählt Theofanis Markopoulos, Bereichsleiter bei dias. „Die Nähe zum Geschehen es ist einfach gigantisch. Wenn die Autos nach dem Boxenstopp am Ende der Boxengasse driftend an uns vorbeischießen, dann trennt uns manchmal nicht mal ein Meter von ihnen.“ Man müsse ständig wachsam sein und auch schon mal zur Seite hüpfen, bekräftigt Rascher. „Und, nun ja die Girls sind halt auch noch da ...“, fügt er trocken an. „Da lässt man sich schon mal gern mit ihnen fotografieren.“ Wann kommt man(n) schließlich schon dazu, zwischen Playboy-Hasen zu posieren?!

Auch wenn die beiden durchaus ihren Spaß an der Aufgabe haben, „drei Tage Dauereinsatz schlauchen ungemein“, konstatiert Rascher. „Sonntag Abend bin ich dann wirklich k.o.“ An einem DTM-Wochenende finden nämlich sieben, acht Rennen in den verschiedensten Klassen statt. Hinzu kommen Trainigs- und Qualifikationsläufe. Dazwischen bleiben den beiden Männern maximal jeweils 15 Minuten, um die Boxengasse einmal durchzukehren. Am schlimmsten sei es nach dem sogenannten Pitwalk, wenn Tausende von Fans in die Boxengasse dürfen. „Anschließend müssen wir erst die Leute im wahrsten Sinne des Wortes aus der Boxengasse raustreiben. Dann verbleiben uns beiden noch zehn Minuten für die Reinigung, bevor der Rennbetrieb wieder weitergeht.“

Neben den rund zehn planmäßigen Kehreinsätzen am Tag müssen die beiden Männer auch auf Anforderung ausrücken, sei es von einem der Teams oder von der Rennleitung. Hierzu ist Markopoulos per Funk mit der Rennletung verbunden. Spektakulär war z.B. ein Einsatz vor zwei Jahren, als ein Wagen nach dem Boxenstopp losfuhr, bevor der aufgesetzte Benzintank abgenommen wurde. Am Ende der Boxengasse löste sich dieser und fing durch Funkenflug Feuer. Nachdem die Feuerwehr ihren Job mittels Schaumkanone erledigt hatte, mussten die beiden Männer ran und die Strecke wieder auf Vordermann bringen, damit andere Fahrzeuge nicht gefährdet wurden. Während Rascher noch erzählt, kommt eine Meldung rein: An der Ausfahrt der Boxengasse hat ein Wagen Öl verloren. Und schon sind die beiden Männer weg. Es ist früh am Morgen sozusagen eine Aufwärmrunde für die Männer und ihre Maschinen, bevor es drei Tage lang heiß hergehen wird.

Markus J. Targiel | markus.targiel@holzmannverlag.de