Maschinelle Ölspurbeseitigung Wirtschaftliche Spezialeinsätze durch Mehrfachnutzen

Ein Informationsabend im bayerischen Eitting hat gezeigt: Die Beseitigung von Ölspuren bleibt ein ökologisch, wirtschaftlich und rechtlich brisantes Thema im Straßenverkehr. Aber Spezial­maschinen mit dem Gütezeichen LKM der Güte-Gemeinschaft Verkehrsflächenreinigung und Unfallstellensanierung e.V. machen die Ölspurbeseitigung technisch beherrschbar und ­wirtschaftlich interessant.

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    Mit dieser GGVU-geprüften Spezialmaschine auf einem Trägerfahrzeug wurde die fachgerechte maschinelle Ölspurbeseitigung demonstriert.
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    Nach der Überfahrt mit der Heckabsaugung ist die Fahrbahnoberfläche gereinigt und besitzt wieder die notwendige Griffigkeit. Bilder: Bucher Municipal
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    Rund 75 Teilnehmer kamen zu einem Informationsabend der GGVU e.V. zur Ölspurbeseitigung und Unfallstellensanierung. Bilder: Bucher Municipal

Verkehrsunfälle können hohe Folgekosten verursachen, wenn auslaufende Kraftstoffe, Motoröle oder Frostschutzmittel das angrenzende Erdreich, Grund- und Oberflächenwasser kontaminieren, ­Straßenbeläge beschädigen und Rutschgefahren hervorrufen. Zudem drohen hohe Haftungsrisiken durch Folgeunfälle. Daher ­müssen solche gefährlichen Flüssigkeiten gründlich entfernt werden. Dabei bleibt nach Aussagen von Harald H. Glöde, dem Vorstandsvor­sitzenden der Gütegemeinschaft für Verkehrsflächenreinigung und Unfallstellensanierung e.V. (GGVU), die manuelle Beseitigung mit Ölbindemitteln nicht unmöglich, aber technisch und rechtlich ­problematisch: „Die Folgeschäden unsachgemäßer ­Reinigung von Verkehrsflächen sind selten, aber heftig!“ Die ­Baulastträger, also Kommunen, Straßen- und Autobahnmeistereien, aber auch ­Polizei und Feuerwehr seien daher gut beraten, zur Beseitigung von Kraft- und Schmierstoffen gütegeprüfte Entsorgungsfachbetriebe mit GGVU-geprüften Reinigungsmaschinen zu beauftragen.

Dieses Ergebnis lieferte Anfang Oktober 2015 ein GGVU-Informationsabend zur Ölspurbeseitigung und Unfallstellensanierung auf dem Betriebsgelände der Wurzer Umweltdienst GmbH in Eitting bei München. Harald H. Glöde erklärte den rund 75 Teilnehmern, dass das aktuelle Arbeitsblatt DWA-A 716-9 zu Öl- und Chemikalienbindemitteln lediglich Prüfkriterien unter Laborbedingungen regelt und daher wenig praxisdienlich ist. Anwender müssten eigentlich in jedem Einzelfall prüfen, ob das vorgesehene Bindemittel sich hierfür eignet oder nicht. Zur Sicherheit sollte daher immer eine maschinelle Nassreinigung erfolgen.

Nach Aussage von Dipl.-Ing. Achim Lüdecke, dem kaufmännisch Verantwortlichen für Ölspurbeseitigung bei Wurzer Umweltdienst, drohen durch die manuelle Arbeit mit Ölbindemittel zwei ­Gefahren, nämlich dass die Verkehrsfläche nicht die vorgeschriebenen Griffigkeitswerte zurückerhält und dass bei Nieder­schlägen aufschwimmende Ölreste den Fahrbahnbelag wieder gefährlich rutschig machen. Spezielle Reinigungsfahrzeuge dagegen, ­beispielsweise die des dänischen Herstellers Beam, erzielen einen porentiefen Reinigungseffekt.

Den Unterschied zwischen einer manuellen und einer maschi­nellen Ölspurbeseitigung zeigte während des Informationsabends in Eitting ein Vergleichstest auf zwei mit Öl benetzten Flächen: Während auf der manuell gereinigten Fläche nach dem anschließenden Beregnen mit Wasser deutliche Ölrückstände ­hervortraten, zeigte die mit einer Reinigungsmaschine Beam S 9000 H aus dem Fahrzeugbestand von Wurzer Umweltdienst gereinigte Fläche keinerlei Rückstände mehr.

Nach einem Verkehrsunfall mit Ölaustritt müssen Reinigungskräfte die betroffene Straßenoberfläche möglichst gründlich ­reinigen und dauerhaft griffig machen, bevor die Unfallstelle wieder ­freigegeben werden kann. Genaue technische Vorgaben liefern das DWA-Merkblatt M 715 der Deutschen Vereinigung für ­Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. sowie die noch ­strengeren Forderungen der Gütegemeinschaft GGVU. Danach erfüllen nur solche Reinigungsmaschinen die Güte- und Prüf­bestimmungen für Maschinen und Geräte (Leistungsklasse
M – LK M) RAL-GZ 899 der GGVU, wenn die behandelte Fahrbahn nach ihrem Einsatz mindestens 90 Prozent ihrer früheren ­Griffigkeit erreicht. Die Reinigungsmaschinen S 9000 (9 m³) und S 14000 (14 m³) von Beam, einem Tochterunternehmen von ­Bucher Municipal (eine von fünf Divisionen des Bucher Konzerns mit Sitz in ­Niederweningen bei Zürich), übertreffen sogar diese strengen Forderungen. Sie dürfen daher das besondere RAL-­Gütesiegel der GGVU tragen.

Spezialmaschinen mit Mehrfachnutzen

Moderne Reinigungstechnik verwendet auch seit Jahren die ­Wurzer Umweltdienst GmbH. Der Betrieb beseitigt Ölspuren vom ­Großraum München bis nach Passau und verwendet – neben einem halben Dutzend Kehrfahrzeugen von Bucher Municipal für die reguläre Straßenreinigung – für diese Einsätze die Spezial­maschinen von Bucher Beam. „Wir beschafften im Jahr 2010 zunächst die Reinigungsmaschine S 9000 und nach guten ­Erfahrungen auch das größere Modell S 14000“, berichtet Achim Lüdecke: „Beide Maschinen arbeiten seitdem zuverlässig und ­störungsfrei, darum haben wir uns als dritte Maschine für die Beam S 9000 H  ­entschieden.“ Dieses neue, vollhydrostatisch angetrie­bene Modell mit Euro-6-Motor kann wie die anderen Spezialkehrfahrzeuge vom Hersteller mit diversen Standards und Optionen auf die An­forderungen seiner Kunden zugeschnitten werden – zum Beispiel für die Ölspurbeseitigung mit einer Hochdruckanlage (300 bar, 136 l/min) plus Waschbalken an der Fahrzeugfront, einem ­T­op-Flo-Mischer zum Beimischen von Chemikalien ins Prozesswasser, einem heckseitigen Rotorcleaner, in dessen Innerem ­Dreh­kreuze mit Hochdruckdüsen rotieren und die gelösten Ölrückstände aus der Fahrbahnmatrix herausbe­fördern, sowie schließlich der Heckabsaugung der S 9000 H für die Flüssigkeitsaufnahme.

Alle drei Ölspurfahrzeuge von Wurzer Umweltdienst sind so ausgerüstet – auch die S 9000 H, mit welcher am Infoabend in Eitting den Teilnehmern das effiziente Verfahren einer maschinellen Ölspurbeseitigung gezeigt wurde. Der GGVU-­Vorstandschef Harald H. Glöde resümiert: „GGVU-geprüfte ­Spezialmaschinen zur Ölbeseitigung helfen mit, Haftungsrisiken deutlich zu verringern.“ Achim Lüdecke von Wurzer Umweltdienst ergänzt: „Neben unseren jährlich rund 150 bis 250 Einsätzen zur Beseitigung von Kraftstoff- oder Ölspuren verwenden wir die ­Kehrfahrzeuge hauptsächlich im regulären Reinigungsdienst und kommen damit insgesamt auf rund 1.600 jährlichen Einsatzstunden pro Maschine – alles ohne Störungen. Wir können also unsere spezielle Dienstleistung zu wettbewerbsfähigen Stundensätzen anbieten. Kurz gesagt: Die Spezialkehrfahrzeuge fahren zuverlässig und kostengünstig. Sie bilden unsere technische Grundlage, Ölspuren fachgerecht und wirtschaftlich zu beseitigen.“

Quelle: Bucher Municipal | markus.targiel@holzmann-medien.de