Desinfizierende Reinigung Zuverlässigkeit und strengste Hygiene sind das A und O

Sanitäranlagen in OP-Bereichen müssen einen besonders hohen Hygienestandard erfüllen. Hier ist der Einsatz von zuverlässigem Stammpersonal mit hoher Fachkompetenz erforderlich.

  • Bild 1 von 2
    © Wylegalla
    Nach jedem Eingriff muss der Waschraum für das OP-Team desinfizierend gereinigt werden.
  • Bild 2 von 2
    © Wylegalla
    Die Duschen und Waschräume in der Schleuse werden zweimal täglich desinfizierend gereinigt.

Zuverlässigkeit und strengste Hygiene sind das A und O

-Mit grüner Bekleidung und Gummi-Clogs, Haube, Handschuhen und Mundschutz sind sie kaum vom OP-Team zu unterscheiden. Ihr Einsatz erfolgt indessen immer erst, wenn die OP-Lampen erloschen sind: „Unsere Mitarbeiter sind wie Heinzelmännchen“, sagt Christa Müller schmunzelnd. „Sobald ein frischoperierter Patient ausgeleitet worden ist, bereiten unsere Reinigungskräfte die OP-Säle im Universitätsklinikum Leipzig für die nächsten Eingriffe vor“, so die Bereichsleiterin Gebäudereinigung von Dussmann-Service, Zweigniederlassung Leipzig.

Die Arbeit in einem so hochsensiblen Bereich erfordert absolute Zuverlässigkeit, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein sowie Verständnis für die Notwendigkeit strengster Hygiene. „Darüber hinaus müssen sich insbesondere die im OP-Bereich beschäftigten Mitarbeiter in das zeitliche Regime einordnen und flexibel reagieren können“, so Christa Müller. Nicht immer verlaufe ein chirurgischer Eingriff planmäßig. Komme es zu Verzögerungen, würden Reinigungsarbeiten im Umfeld durchgeführt. „Die Mitarbeiterinnen müssen aber stets die OP-Säle im Blickfeld behalten und sofort einsatzbereit sein, wenn eine Operation beendet ist.“ Klar, dass für den Reinigungsservice im OP-Trakt nur erfahrenes Stammpersonal beschäftigt wird. „Den Mitarbeiterinnen sind in Schulungen Klinikhygiene und das spezifische Wissen für die OP-Reinigung vermittelt worden“, erläutert die Bereichsleiterin. Natürlich in enger Abstimmung mit den Hygienefachkräften sowie den leitenden OP-Schwestern des Universitätsklinikums Leipzig. Das Team wurde auch ausführlich über die Vermeidung von Infektionsrisiken und notwendige Verhaltensmaßnahmen nach Verletzungen aufgeklärt. Weitere Voraussetzungen für den Einsatz im OP-Bereich sind präventive Impfungen gegen Hepatitis B und eine engmaschige Betreuung durch den Arbeitsmedizinischen Dienst.

Integration in den OP-Betrieb

„Anfang der 90er Jahre wurden die Reinigungsleistungen des Universitätsklinikums an Dienstleister vergeben. Seit 2003 ist Dussmann damit beauftragt“, berichtet Martina Friedrich, Abteilungsleiterin für Materialwirtschaft und Dienstleistungen des Universitätsklinikums Leipzig. Insgesamt 85 Dussmann-Mitarbeiter sind rund um die Uhr im Einsatz. 18 davon sind für die Reinigung der OP-Bereiche verantwortlich. Martina Friedrich: „Im operativen Zentrum gibt es zwölf OP-Säle mit Kernarbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr an den Wochentagen. Außerdem werden hier nachts und an den Wochenenden Notoperationen durchgeführt.“ Darüber hinaus betreut das Dussmann-Serviceteam an den Wochentagen sechs OP-Säle in den Kopfkliniken des Universitätsklinikums.

Wochentags sind in der Früh- und Spätschicht jeweils vier und in der Nachtschicht zwei Mitarbeiterinnen im Einsatz. An den Wochenenden werden im operativen Zentrum die OP-Bereiche tagsüber und spät durch je zwei Reinigungskräfte und nachts durch eine Beschäftigte desinfizierend gereinigt. Christa Müller: „Wir wenden ein gelistetes und dem Hygieneplan des Universitätsklinikums entsprechendes Desinfektionsmittel im zweistufigen Hygienewischverfahren an. In den Sanitärräumen werden gegebenenfalls zusätzlich konventionelle Reinigungsmittel eingesetzt.“

Vor Schichtbeginn legen die Reinigungskräfte in der Schleuse die vorgeschriebene Kleidung an. „Möchten sie – z.B. in der Pause – den OP-Bereich verlassen, müssen sie sich aus- und vor der Rückkehr erneut einschleusen“, erläutert die Bereichsleiterin. Vor dem Betreten des OP-Bereichs werden die Hände gründlich desinfiziert.

Stets die OP-Säle im Blickfeld

Jeweils eine Mitarbeiterin ist für die regelmäßige desinfizierende Reinigung von drei OP-Sälen und deren Umfeld verantwortlich. Christa Müller: „Nach jedem Eingriff erfolgt eine Zwischenreinigung als Vorbereitung für die nächste Operation.“ Nach Ablauf des planmäßigen OP-Tagesprogramms ist eine Abschlussdesinfektion mit turnusmäßiger Reinigung aller Nebenflächen erforderlich.

Unmittelbar vor den OP-Sälen befinden sich die Waschräume für die OP-Teams sowie die Ein- und die Ausleitungsräume für die Patienten. Hier müssen Waschbecken, Armaturen, Ablagen, Spiegel und Seifenspender nach jedem Eingriff desinfizierend gereinigt werden. Zudem schreibt das Leistungsverzeichnis vor, dass einmal täglich an den Türen und Klinken die Griffspuren entfernt werden und eine ganzflächige desinfizierende Reinigung an Türen und Türrahmen erfolgt.

Aber auch in den Sanitärräumen für das medizinische Personal werden hohe Anforderungen an den Hygienestandard gestellt. „Duschen, WC-Becken samt Sitzflächen und Deckeln, Spülkästen, Taster und Toilettenbürsten und -halter sind zweimal täglich desinfizierend zu reinigen“, erläutert die Bereichsleiterin. Für Toilettenpapierhalter und Handtuchspender, Rohrleitungen, Wandfliesen, Lichtschalter, Steckdosen und das Mobiliar in der Schleuse ist pro Tag eine desinfizierende Reinigung vorgeschrieben. Ebenso sind einmal täglich alle Beleuchtungskörper in Griffhöhe außen staubbindend zu reinigen.

Die desinfizierende Reinigung der Sanitärräume und der Schleuse wird während der Operationen durchgeführt. „Leerlauf gibt es nicht“, so Christa Müller. Die Mitarbeiterinnen verstehen das Leistungsverzeichnis als Mindestforderung: „Falls notwendig, reinigen sie auch zwischendurch noch einmal nach“, versichert die Bereichsleiterin. Eine gewissenhafte Dokumentation ist hilfreich für die interne Qualitätskontrolle: „Bei der Schichtübergabe können die Kollegen sofort erkennen, welche Leistungen noch zu erledigen sind.“