Cleanin Gebäudereinigung „Wir wollen anders sein“

Seit 2014 bringt die Cleanin Gebäudereinigung aus Dortmund Qualität mit sozialem Engagement zusammen. Das Geschäftsmodell geht auf Martin Stüber, Geschäftsführer beim Bildungsträger ­Integra, zurück. „Das muss auch anders gehen“, waren seine Gedanken, als wiederholt Konflikte und Unzufriedenheit mit dem beauftragten Gebäudereinigungsunternehmen auftraten. Zu wenig Zeit, unzureichende Qualität und kaum greifbare Ansprechpartner waren die vorherrschenden Probleme. Durch jahrelange Erfahrungen im Bereich der beruflichen Rehabilitation bestens mit den Schwierig­keiten des ersten Arbeitsmarktes für gehandicapte Menschen vertraut, entwickelte Stüber die Idee zur Gründung einer Integrationsfirma für Gebäudereinigung.

Von der Idee zum Start der Cleanin Gebäudereinigung ist ein Jahr vergangen: Im Januar 2014 ging das Unternehmen mit neun Mitarbeitern und acht Kunden an den Start. Zum Ende des vierten Jahres nach dem Start ist die Mitarbeiterzahl auf inzwischen 25 gewachsen. Die Kundenzahl ist kontinuierlich auf 23 gestiegen. Cristina da Silva, mittlerweile ausgebildete Fachwirtin für Hygiene- und Reinigungsmanagement, ist der fachliche Kopf der Firma und bildet mit Helena Stüber, Verwaltung, und Maren Vos, psychosoziale Betreuung, das führende Trio.

Mindestens 40 Prozent der Cleanin-Mitarbeiter sind schwerbehindert. Dies ist für ein kleines Unternehmen, das ein langsames, aber stetiges Wachstum anstrebt, eine große Herausforderung. Die gehandicapten Mitarbeiter sind nicht einsetzbar wie gesunde Menschen. Leidensgerechte Arbeitsplätze müssen geschaffen und Besonderheiten berücksichtigt werden. Ein Arbeitnehmer mit einer Sozialphobie kann nicht im Kundenkontakt arbeiten und ein körperlich eingeschränkter nicht in einem großen Treppenhaus ohne Aufzug. Die Defizite der schwerbehinderten Mitarbeiter werden durch das Team aufgefangen. Der in der Gesellschaft schon fast etablierte Leistungsdruck soll bei Cleanin so weit wie möglich minimiert werden. Mitarbeitergespräche stehen an der Tagesordnung ebenso wie Hilfestellungen bei privaten Problemen wie der Therapeutensuche, Begleitungen zu Beratungsstellen und Jobcentern oder der Suche nach einer neuen Wohnung.

Der finanzielle Mehraufwand wird mit Hilfe von unterschiedlichen Fördermitteln, Jobcentern und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gestemmt. Eine sehr engmaschige Begleitung der Mitarbeiter – einerseits fachlich, anderseits psychosozial – ist unverzichtbar und einer der wichtigsten Bausteine zum Erfolg. Schulungen durch externe Experten bieten neu eingestellten, zum größten Teil ungelernten Mitarbeitern das nötige Know-how, um qualitativ zufrieden­stellende Arbeit zu erbringen.

„Unser Anspruch ist es, dass unsere Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen, sich wohlfühlen und sich mit unserem Unternehmen identifizieren“, beschreibt Cristina da Silva die Zusammenarbeit. Eine wertebasierte Unternehmensstruktur, respektvoller Umgang und höchster Qualitätsanspruch bilden die Säulen bei Cleanin.