Werterhalt: Frühjahrsputz rund ums Gebäude

Im Frühling müssen auch Gebäudedienstleister ihren Schwerpunkt in der Gebäude­bewirtschaftung umstellen. Denn jetzt ist es höchste Zeit für die Prüfung auf Winter­schäden und deren Beseitigung, die Reinigung und Pflege der Außenflächen und ­-anlagen sowie notwendige Instandhaltungsmaßnahmen rund um Fassaden, ­Zufahrten und die Gebäudetechnik.

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    Nach dem Winter steht auch die Reinigung der Außenflächen vor Gebäuden auf dem Plan.
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    An schwerzugänglichen Glasfassaden kommen Industrie­kletterer zum Einsatz.
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    Photovoltaikanlagen werden fit gemacht für die warme Jahreszeit.
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    Die Anlagenwartung geht mit den Reinigungsaktionen nach dem Winter einher.
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    Viel zu tun gibt es nach dem Winter auch in den Grünanlagen.

Dabei geht es nicht nur um einen guten „Auftritt“ der Immobilien, sondern auch um deren Werterhalt. Ein absolutes Muss ist laut Andreas Bentsch, Objektleiter bei Niederberger Berlin, jetzt ein gründlicher Rundumcheck von Gebäuden. Und der beginnt beim Dach: Da verstopfte und überlaufende Dachrinnen zu Durchnässungsschäden an der Fassade führen, müssen Dachrinnen und Fallrohre auch nach dem Winter überprüft und gegebenenfalls gereinigt werden.

Höchste Zeit für die Glas- und ­Photo­voltaikreinigung

Besondere Aufmerksamkeit erfahren jetzt auch ­Photovoltaikanlagen, um Lebensdauer und Leistungsfähigkeit zu erhalten: Mit speziellen Reinigungs­bürsten auf Karbonfaserteleskopstangen und mit ­entmineralisiertem Wasser rücken die Gebäudereiniger dem Winterschmutz der Solarmodule zu Leibe. „Von April bis September liefern Photovoltaikanlagen die meiste Energie, da sollten sie auch fit für die ­warme Jahreszeit sein. Verschmutzungen können nämlich bis zu einem 30 Prozent niedrigeren Solar­ertrag führen“, verdeutlicht Andreas Bentsch.

Auch in der Glasreinigung herrscht jetzt Hochbetrieb. „Bei Minustemperaturen können wir es aus Arbeitsschutzgründen einfach keinem Kollegen zumuten, Außenfassaden zu reinigen. Die Reinigung erfolgt mit entmineralisiertem Wasser, um Flecken, Schlieren oder Streifen zu verhindern. Zudem ­werden ­Rückstände von Tensiden vermieden, die bei der nicht zu unterschätzenden Hitzeentwicklung direkter Sonnen­einstrahlung in die Oberfläche einbrennen könnten“, sagt Bentsch. In schwindelerregenden ­Höhen, wenn die Glasreiniger selbst auf Hebebühnen und mit Teleskopauslegern nicht mehr weiterkommen, sorgen Industriekletterer für saubere Flächen.

Tausalzschäden zu beheben ...

Streugut und Tausalze hinterlassen auf Bodenbelägen in Eingangsbereichen oder Aufgängen von Gebäuden ihre Spuren, die zuverlässig entfernt werden ­müssen. Zu erkennen sind durch Tausalz hervorgerufene ­Schäden an der stumpfen, narbigen Oberfläche des Bodenbelags. Anfällig sind vor allem großporige Natursteine, wie Kalkstein oder Juramarmor.

... kann sehr aufwändig sein

Insbesondere mit Tausalzschäden bei kalkgebundenem Naturstein haben die Gebäudereiniger jedes Jahr zu tun. „Die Sanierung ist hier besonders aufwändig, da die Salze zunächst in mehreren Reinigungszyklen gelöst und die ausgebrochenen Partien anschließend im Trockenstrahlverfahren gereinigt werden müssen. Erst nach Spachtelung der Ausbrüche folgt die Kristallisation des Steins. Dabei wird die Oberfläche poliert, gehärtet und verdichtet, so dass die Salzeinwirkung gehemmt wird. Je nach Schadenausmaß muss der Kristallisationsprozess wiederholt werden“, erklärt Objektleiter Andreas Bentsch. Bei nichtkalkgebundenen Natursteinen kann nach Entfernung der Tausalze die Imprägnierung für das laufende Jahr Schutz vor Witterungseinflüssen und einer schnellen Wiederanschmutzung bieten.

Technische Anlagen nicht vergessen

Bereits mit der Umstellung auf die Sommerzeit mussten auch die Zeitschaltungen von elektrischen Geräten wie Heizungen und Lüftungsanlagen oder Beleuchtung umgestellt werden. Hier gilt es nochmals, dringend zu prüfen, ob alle Zeiten aktuell eingestellt sind. Ansonsten gilt die Aufmerksamkeit den Sickerschächten und Hebeanlagen. Sie müssen gewartet werden und auch Wasserhähne von Wasserentnahmestellen im Außenbereich müssen gecheckt und wieder betriebstüchtig gemacht werden.

Grünanlagen auf Vordermann bringen

Apropos Außenbereich: Der wird jetzt einer regelrechten Verjüngungskur unterzogen. Das fängt bei der Entfernung des Streuguts an, um zu verhindern, dass Bodenabflüsse und Drainageanlagen verstopfen. Insbesondere Entwässerungsrinnen, wie man sie auf großen Freiflächen vorfindet, setzen sich mit dem im Winter aufgebrachten Streugut zu und entwässern infolgedessen nicht mehr zuverlässig.

Rasen und Wege haben oft gelitten

Mauerumfassungen und Wege erhalten mittels Hochdruckreiniger jetzt eine reinigende Dusche, der Grünbelag an Holzverkleidungen, wie Holzzäunen, Pergolen und Spielgeräten, wird entfernt, das Holz imprägniert und, wo nötig, frisch gestrichen.

Hat der Frost Platten auf Wegen und Zufahrten angehoben, werden sie durch kleinere Reparaturarbeiten wieder eingefügt.

Kälte und Nässe der vergangenen Monate haben auch Rasenflächen zugesetzt. Vertikutieren, Düngen und Neuaussaat lassen den Rasen wieder saftig grün und dicht verwachsen, um eine gleichmäßige Grasfläche zurückzugewinnen.

Nicht alle Pflanzen überstehen auch den Winter: Bei Sträuchern und Bäumen werden die Winter­spuren durch Rückschnitt abgestorbener Triebe sowie ­verwucherter Äste beseitigt. Durch Frost abgestorbene Pflanzen werden durch Nachbepflanzung wieder ersetzt.

Reichlich Arbeiten, die der Gebäudedienstleister zu erbringen hat, um nicht nur alles optisch auf Vordermann zu bringen, sondern auch den langfristigen Werterhalt der betreuten Liegenschaften zu sichern.

Quelle: Niederberger, Berlin |peter.hartmann@holzmann-medien.de