Nassreinigung und Mangeln Waschkörbe voll Arbeit

Mit einem professionellen Wäscheservice erweitert der Gebäudereiniger seine Angebotspalette und macht es dem Kunden leicht, mehrere seiner Dienste zu nutzen. Nachhaltiger Erfolg ist aber nur zu erwarten, wenn der Markt am Standort noch nicht übersättigt ist.

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    Links Die Mangel wird mit Gas betrieben. Der erwartete Einspareffekt war leider nicht von Dauer.
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    Rechts Vier Mitarbeiterinnen pflegen in zwei Schichten jede Woche durchschnittlich 1 t Wäsche.

Waschkörbe voll Arbeit

-Wenn in den Sommermonaten die Betten eines nahegelegenen Kindererholungszentrums ausgebucht sind, laufen in der Wäscherei der Böhm-Gebäudereinigung GmbH in Schneeberg die Maschinen auf Hochtouren. Mitunter muss dann sogar sonnabends gearbeitet werden. „Unsere Kunden sind froh, dass wir ihnen sämtliche Dienstleistungen aus einer Hand anbieten können“, berichtet Geschäftsführer Roland Böhm. Seine Mitarbeiter verrichten in dem Erholungszentrum auch die Unterhaltsreinigung, das Housekeeping und manch andere Dienstleistung. Der Gebäudereinigermeister hatte 1987 seinen Betrieb gegründet. „Unser Schwerpunkt war die Glasreinigung. Nur für wenige Kunden führten wir damals schon Unterhaltsreinigungen durch“, berichtet er.

Nach der Wende musste das Leistungsspektrum rasch erweitert werden. Böhm: „Einige Kunden fragten, ob wir auch ihre Wäsche pflegen würden.“ In der Garage standen ohnehin eine 7-kg-Waschmaschine und ein Trockner für die Mopps. „Durch den Wäscheservice konnten wir die Maschinen besser auslasten“, so der Unternehmer. Anfang 1994 zog der Betrieb in eine ehemalige Fabrik um. „Wir hatten zahlreiche Neukunden gewonnen“, berichtet der Gebäudereinigermeister. Insbesondere die Inhaber kleiner Hotels und Gaststätten, die ihn mit Reinigungsleistungen beauftragt hatten, wünschten nun auch zunehmend die Wäschepflege. In der Fabrik war genug Platz für eine Kapazitätserweiterung. „Die Wäscherei ist für uns nie ein Schwerpunktthema gewesen, sondern nur eine von über 20 Dienstleistungen.“ So soll es auch in Zukunft bleiben. Dennoch musste die Technik immer wieder an den zunehmenden Bedarf angepasst werden: „Vor zehn Jahren reichten zwei Waschmaschinen (insgesamt 17 kg Fassungsvermögen) und eine Haushaltsmangel einfach nicht mehr aus, um das Auftragsvolumen effektiv zu bewältigen“, erinnert sich Böhm. In der Firma „Haaß-Wäschereitechnik“ in Lauter/Sachsen fand er einen zuverlässigen Partner, der ihn professionell berät und gegebenenfalls auch Maschinen so rasch wie möglich repariert.

Auf 60 m2 eine komplette Wäscherei

Heute pflegen vier Mitarbeiterinnen in zwei Schichten jede Woche durchschnittlich 1 t Wäsche. Das Spektrum reicht von Haushaltswäsche über Berufskleidung bis zu Tisch- und Bettwäsche für Kunden aus dem gesamten Regierungsbezirk Chemnitz. Ein Leasingservice für Damasttischwäsche von der Firma Kurt Bauer, Aue, ergänzt die Leistungspalette. In drei Waschschleudermaschinen von Electrolux mit Fassungsvermögen von 7, 10 und 12 kg können sowohl kleine als auch größere Mengen energie- und wassersparend gewaschen werden. Für Großaufträge wurde 2006 eine Grand-impianti-Waschschleudermaschine installiert. Der Unternehmer: „Sie hat eine Kapazität von 17 kg und ist mit Hightech ausgestattet. Deshalb können wir sogar Bettfüllungen waschen.“ Darüber hinaus werden die Maschinen auch für die Schmutzmattenreinigung sowie die Moppwäsche genutzt. Zwei Trockner von Electrolux (12 und 20 kg Fassungsvermögen) gewährleisten bei entsprechender Programmierung eine mangelgerechte Restfeuchte.

Vor zweieinhalb Jahren investierte der Gebäudereinigermeister in eine gasbetriebene Mangel von Grandimpianti. „Wir hofften, Energiekosten einzusparen. Inzwischen ist aber auch der Gaspreis gestiegen“, räumt Roland Böhm ein. Der Platzbedarf ist relativ gering: Auf 60 m2 Fläche befinden sich außer dem Waschraum ein unreiner Bereich für die Lagerung der angelieferten Wäsche sowie ein reiner Bereich für die Auslieferung und ein Lager für die Waschchemie. Weil die Mitarbeiterinnen die Auftraggeber gut kennen und die Maschinen meistens kundenspezifisch gefüllt werden, ist ein Kennzeichnungssystem nicht notwendig: „Es genügt, wenn zur Schichtübergabe die Wäschekörbe mit Schildern versehen werden“, meint der Unternehmer.

Allerdings musste er in einen Iveco mit einer Ladekapazität von 5,5 t und absenkbarer Ladebordwand investieren, um aus dem Kindererholungszentrum jeden Monat 1 bis 3 Tonnen Wäsche abholen und wieder ausliefern zu können. „Auf einer Fahrt können wir sechs bis acht Wäsche-Rollcontainer transportieren.“ Durch den Einsatz auch für andere Leistungen wie zum Beispiel die Bauendreinigungen ist das Fahrzeug gut ausgelastet. Um „Laufkunden“ im wahrsten Sinn des Wortes entgegenzukommen, eröffnete der Unternehmer vor über drei Jahren in einem Einkaufszentrum eine Annahmestelle. Seit dem 1. November 2007 ist der Wäscheservice direkt in der Innenstadt präsent. Roland Böhm: „Hier sind die Bedingungen optimal. Der Markt ist ganz in der Nähe und beinahe vor der Ladentür befinden sich die Bushaltestellen für den Stadt- und den Regionalverkehr.“ Viele Privatkunden, aber auch in der City ansässige Gewerbetreibende bringen ihre Wäsche direkt zur Annahmestelle. An drei Wochentagen ist eine Mitarbeiterin anwesend, um die Teile gleich im Geschäft zu waschen, zu trocknen und zu mangeln. Außerdem wird Garderobe für eine chemische Reinigung entgegengenommen.

Nicht selten werden in der Annahmestelle Aufträge für weitere Dienstleistungen erteilt: „Mancher Kunde möchte zum Wohnungsauszug den Teppichboden reinigen lassen. Oder aber eine Seniorin beauftragt uns, die Fenster in ihrer Wohnung zu reinigen und die Gardinen zu waschen“, so der Unternehmer. „Es entstehen immer wieder Synergien. Somit ist der Wäscheservice eine sinnvolle Ergänzung unserer breiten Leistungspalette“, resümiert Böhm. Allerdings warnt er vor unrealistischen Erwartungen: „Mit unserer Wäscherei erwirtschaften wir drei bis fünf Prozent des Gesamtumsatzes.“ Deshalb sei sie immer nur dem Bedarf entsprechend gewachsen und er habe stets mit Augenmaß investiert. Dienstleister, die in dieses Segment neu einsteigen möchten, sollten zuvor sorgfältig die Standortbedingungen analysieren.