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Eigenschaften von Schmutzfangmatten Waschen ist die beste Methode

Der Verleih von Schmutzfangmatten gehört für viele Gebäudedienstleister zum Serviceangebot. Tipps zur Beschaffung, Wiederaufbereitung und den Wechsel von Matten gibt Dr. Helmut Klingenberger, stellvertretender Leiter des Deutschen Teppichforschungs-Instituts (TFI), Aachen.

rationell reinigen: Worauf muss der Einkäufer eines Gebäudedienstleisters achten, wenn er Schmutzfangmatten einkauft?

Dr. Klingenberger: Bei der Anschaffung von Schmutzfangmatten ist zu beachten, dass sich die Matte dafür eignet, den eingetragenenSchmutz zu verbergen. Daher sollte die Oberfläche mindestens zweifarbig meliert sein, denn Schmutz ist auf unifarbenen Fasern leichter zu sehen. Bei mehrfarbigen Matten können auch drei Farben miteinander kombiniert werden. Generell gilt:Je dunkler die Faserfarbe einer Schmutzfangmatte ist, desto weniger sieht man den aufgenommenen Schmutz auf ihr. Für Matten, die im Leasingverfahren gewaschen werden, eignet sich als Poolware grau-weißes Material besonders gut. Fest verlegte Teppiche werden in ihrer Farbgebung häufig an die anderen Farben des Objektes angepasst.

Bei der gummierten oder PVC-Unterseite einer Matte sollte der Einkäufer darauf achten, dass sie wasserundurchlässig ist. Diese Eigenschaft ist besonders bei Regen- und Schneewetter von Bedeutung. Denn Schnee wird in großen Mengen in die Gebäude hineingetragen und kehrt im warmen Raum zu seiner Ursprungsform Wasser zurück. Die Undurchlässigkeit ist vor allem bei textilem Nutzboden ausschlaggebend, da Feuchtigkeit durch die Matte hindurch bis zum Estrich gelangen und ihn zerstören kann.

rationell reinigen: Welche Fasern werden für die Herstellung von Schmutzfangmatten verwendet?

Dr. Klingenberger: Bei der Faserzusammensetzung unterscheidet man heute zwischen Baumwollfasern und Chemiefasern (zumeist Polyamid). Beide Stoffe haben ihre Vor- und Nachteile:Baumwolle nimmt zwar mehr Schmutz und Feuchtigkeit auf als die Chemiefasern, dafür verschleißt die natürliche Faser schneller. Daher besteht heute die klassische Ware aus Chemiefasern. Diese ist zwar strapazierfähiger, ihre Aufnahmeleistung bleibt jedoch hinter der der Baumwolle zurück.

Ein weiterer Vorteil der Chemiefaser für den Hersteller:Sie ist einfacher zu färben. Dazu gibt es zwei Verfahren:Zum einen das sogenannte Differenzial Dyeing, zum anderen die Einzelfärbung der Fasern. Bei Ersterem handelt es sich um ein Färbeverfahren, bei dem das unterschiedliche Farbaufnahmevermögen von Chemiefasern genutzt wird. Dadurch können verschiedene Farben in nur einem Bad entstehen. Eine unempfindlichere Färbung des Gewebes erreicht jedoch das zweite Verfahren, bei dem die Chemiefasern einzeln eingefärbt werden. Dabei befinden sich die Farbträger in den Polyamidfasern, die im Anschluss an die Färbung gemischt und zu einem Garn gesponnen werden. Da die Farbechtheit mit diesem Verfahren besser ist als beim Differenzial Dyeing, bevorzugen die Hersteller es heute.

rationell reinigen: Für die Reinigung von textilen Bodenbelägen gibt es mehrere Verfahren:die Shampoonierung, die Sprühextraktion oder die Wäsche. Wie bewerten Sie diese?

Dr. Klingenberger: Bei der händischen Wäsche mit Shampoonieren wird der Teppich – nachdem eine Klopfmaschine oder ein Schüttler den Grobschmutz entfernt hat – auf dem Boden liegend mit Hilfe einer Scheibenmaschine eingeschäumt und anschließend abgesaugt. Bei der Sprühextraktion bringt man ein Gemisch aus Wasser und Reinigungsverstärker mit Druck auf den Teppich auf, wodurch sich die Verschmutzungen lösen. Im gleichen Arbeitsgang saugt die Maschine das Schmutzwasser ab.

Beide Verfahren werden üblicherweise direkt am fest installierten Teppich direkt im Objekt durchgeführt. Das Shampoonierverfahren hinterlässt mehr Reinigungsmittel- und Schmutzrückstände. Dafür ist die optische Reinigungswirkung besser. Das Sprühextraktionsverfahren spült teilweise Schmutz und Reinigungsmittel heraus, erreicht jedoch eine weniger gute sichtbare Wirkung. Die Verfahren sind auch kombinierbar:Dann wird zunächst shampooniert und im Anschluss die Sprühextraktion eingesetzt.

rationell reinigen: Wie beurteilen Sie das Waschen in einer Maschine?

Dr. Klingenberger: Die Wäsche in der Waschschleudermaschine ist für Schmutzfangmatten die beste Methode. Vor der Nassreinigung muss der Grobschmutz durch Bürstsaugen oder Schütteln aus dem Flor entfernt werden – soweit dies mit einem mechanischen Verfahren möglich ist. Je nach Beschaffenheit der Matte wird sie nach der Wäsche getumbelt oder an der Luft getrocknet. Dies kann gespannt, flachliegend oder hängend erfolgen. Der Vorteil des Tumblers:Der Flor richtet sich von selbst wieder auf. Tut er dies nicht, muss aufgebürstet werden, damit die Matte erneut die Fähigkeit hat, Schmutz aufzunehmen. Dies ist vor allem bei Matten aus Baumwolle notwendig.

rationell reinigen: Woran erkennt die Fachkraft, dass sie eine Matte wechseln muss?

Dr. Klingenberger: Eine Matte muss gewechselt werden, wenn sich zu viel Grobschmutz in ihr sammelt, dann hat sie keinen Aufnahmeeffekt mehr. Bei der Einschätzung, wann dieser Zustand erreicht wurde, spielen Erfahrungswerte eine Rolle, ebenso wie die Jahreszeit und die Frequentierung des Gebäudes, in dem die Matte liegt. Bei Baumwollfasern werden dann Verschleißerscheinungen, bei Chemiefasern Oberseitenveränderungen in Form von Verfilzungen sichtbar. Auch der PVC-Untergrund wird von den Aufbereitungszyklen beeinflusst. Ränder können ausfransen. Daher ist eine Wäsche nicht über 60°C, wenn möglich sogar nur bis 40°C, empfehlenswert. Als Hilfsmittel sind Waschmittel mitwenig optischem Aufheller empfehlenswert.

rationell reinigen: Herr Dr. Klingenberger, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: RWTextilservice, Linda Quadflieg

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