
Der Unternehmer Walter Hammel hat seinen 90. Geburtstag gefeiert. Eigentlich wollte der Gründer der Firma Harema Ingenieur werden. Doch der Zweite Weltkrieg machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Dreieinhalb Jahre war er in
Ägypten in Kriegsgefangenschaft. „Danach war auch der Wunsch da, etwas Eigenes aufzubauen“, sagt Walter Hammel rückblickend.
So habe er dann zusammen mit seiner Ehefrau Else den Grundstein für Harema mit Sitz in Rodgau gelegt. Inzwischen ist das Unternehmen, das Reinigungssysteme vertreibt, seit 66 Jahren am Markt.
Schon der Großvater und der Urgroßvater mütterlicherseits hatten ein Geschäft mit Naturschwämmen und Fensterledern betrieben. Während des Krieges hatte der Großvater es mangels Waren-Nachschub aufgeben.1949 trat Walter Hammel zusammen mit seinem Großcousin Thomas Bischoff das Erbe an und baute das Geschäft wieder auf. Die beiden Partner betrieben die Firma bis 1960 und gingen dann getrennte Wege.
Thomas Bischof entschied sich für das Geschäftsfeld Schulbedarf und Walter Hammel für die Gebäudereinigung. Dabei spezialisierte er sich auf die Bedürfnisse der Glasreiniger. Mitte der siebziger Jahre wurde aus der Firma Walter Hammel der Harema Reinigungsmarkt, Inhaber Walter Hammel. Gute zehn Jahre später entstand die Harema GmbH.
Das Privatleben von Walter Hammel blieb in diesen glanzvollen Jahren nahezu auf der Strecke. Seine Frau Else arbeitet im Unternehmen mit, die drei Kinder sahen ihren Vater selten. „Urlaub gab es nicht. Wenn Ferien waren, hatten die Gebäudereiniger Hochkonjunktur und da musste ich da sein“, sagt Walter Hammel und fügt hinzu: „Heute würde ich einiges anders machen.“
1991 gründete er in Lichtenstein bei Zwickau eine Niederlassung. Ein Jahr später übergab er die Geschäftsführung an seinen Sohn
Stefan Hammel. Mittlerweile beschäftigt Harema rund 45 Mitarbeiter und betreut mehr als 2.500 Kunden im In- und Ausland. Heute ist Walter Hammel nur noch selten im Büro. Nach dem Tod seiner Frau Else im Jahr 1986 hat er wieder geheiratet und genießt das Leben nun mit Ehefrau Margot. „Mittlerweile bin ich viel gereist, nicht nur innerhalb Deutschlands und Europas, sondern auch zu anderen Kontinenten“, sagt er. Auch gegenüber dem digitalen Zeitalter ist er offen eingestellt: „Meine Reisen buche ich natürlich übers Internet.“