Azubis reinigen Cessna – und heben ab Vom Propeller bis zur Bügelkante

Die Cessna 152 auf dem Flughafen Hahnweide bei Kirchheim/Teck sieht klein aus, aber zu reinigen gibt es hier genug. Mwajoma, Simon und Ozan sind gute fünf Stunden beschäftigt, bis die Maschine vom Propeller bis zur Bügelkante glänzt. Dann gibt’s einen Rundflug über Metzingen.

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    Mwajoma saugt das Cockpit aus und reinigt anschließend die Innen verkleidung mit Kunststoffreiniger.
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    Simon freut sich über den „fahrbaren Untersatz“ des Flughafen-Mechanikers. Die Cessna soll schließlich auch von unten sauber werden.
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    Ozan entfernt den Fliegendreck an den Flügelunterseiten und den Rudern. Teilweise muss er über Kopf arbeiten – ganz schön anstrengend.
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    Ausbilder André Methner, ask Gebäude-Management, mit seiner „Crew“: Simon Schumacher, Ozan Sicak und Mwajoma Dorsch.

Vom Propeller bis zur Bügelkante

-Bügelkante? Ein Flugzeug wird natürlich nicht mit dem Bügeleisen behandelt. Bügelkante nennt man die Metallkante am Heck der Maschine. An dieses empfindliche Teil dürfen die drei Auszubildenden von ask Gebäude-Management (Vaihingen/Enz) nicht ran, denn sie ist exakt eingestellt und einmal verbogen, könnte sich der Pilot nicht mehr auf seine Instrumente verlassen. Bei viel, sehr viel Mückendreck, der auf dem Propeller, dem Rumpf und fast 15 m2 Flügelflächen klebt, gibt es allerdings reichlich Flächen, die Mwajoma, Simon und Ozan bearbeiten können.

Die Idee, eine Cessna zu reinigen, stammt von Ausbilder und Hobbypilot André Methner. „Ich dachte mir, dass ist doch mal was anderes als die ewige Sanitär- oder Glasreinigung. Außerdem wollte ich die Azubis mit einem kleinen Rundflug über der Berufsschule Metzingen überraschen.“ Aber vor dem Vergnügen kommt bekanntlich die Arbeit.

Einsatzbesprechung: „Mwajoma, du kümmerst dich um den Innenraum. Simon und Ozan, ihr fangt mit mir vorne am Propeller an dann arbeiten wir uns Stück für Stück nach hinten.“ Methners Anweisung ist klar. Wichtig ist, die Arbeitsabschnitte genau einzuteilen, damit nicht eine Fläche vergessen und eine andere dafür doppelt gesäubert wird. André Methner sprüht die einmotorige Maschine mit einer Reinigungslösung ein. Von der Leiter aus erreicht er auch die Tragflächen. Jetzt schrubbt und wischt die Reinigungscrew gute fünf Stunden an dem Zweisitzer – gut, dass es kein Jumbojet ist. Anstrengend ist die Arbeit, das merkt man allen dreien an. Mwajoma hat in dem kleinen Cockpit nicht viel Platz, müht sich aber ehrgeizig, auch die letzte Ecke auszusaugen, um anschließend mit Kunststoffreiniger die Innenwände abzureiben. Ozan ist mittlerweile an den Unterseiten der Flügel angelangt und reinigt über Kopf. Der Fliegendreck ist hartnäckig. Glücklicherweise scheint die Herbstsonne heute kräftig und die Arbeit im Freien ist bei 20 °C richtig angenehm. Der Flughafen-Mechaniker hilft Simon noch mit einem fahrbaren Untersatz aus. Jetzt kann er relativ bequem den Bauch der Maschine reinigen.

Am späten Nachmittag, nach einem letzten pflegenden Auftrag, der die Maschine so richtig zum Glänzen bringt, ist es geschafft. André Methner löst sein Versprechen ein. Die Azubis steigen einer nach dem anderen in eine Cessna und fliegen mit ihrem Ausbilder nach Metzingen, wo unter ihnen die Gewerbliche Schule, die alle drei besuchen, auftaucht. Dann dreht Pilot Methner ab und es geht zurück nach Kirchheim. „Bin ich wirklich 15 Minuten geflogen?“, fragt Ozan ungläubig, ihm kam der Flug viel kürzer vor. Die Auszubildenden sind sich einig: „Der Herr Methner ist voll cool!“, sagen sie. Sein Projekt „Flugzeugreinigung“ werden sie sicher nicht so schnell vergessen.

Rebecca Eisert | rebecca.eisert@holzmannverlag.de

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