Viele Ideen und neue Konkurrenten

»Die CMS Berlin 2017 stand im Zeichen der Digitalisierung und es lassen sich spannende Entwicklungen beobachten.«

Markus J. Targiel | Redakteur | markus.targiel@holzmann-medien.de - © Holzmann Medien

Das Trendthema der Reinigungsfachmesse CMS Berlin 2017 war die Digitalisierung. Und es gibt zwei Aspekte an dieser Entwicklung, die mir insbesondere aufgefallen sind und Parallelen zu anderen Branchen aufweisen.

Im Englischen gibt es die schöne Formulierung „Trial and Error“, also frei übersetzt „Versuch und Irrtum“. Dies war meine spontane Assoziation angesichts der Fülle an – mehr oder weniger sinnhaften – Implementierungen der neuen Technologien in Reinigungs- und reinigungsbegleitende Prozesse.  Nicht alles scheint mir ganz ausgegoren zu sein, manchmal vielleicht nicht zu Ende gedacht, im schlimmsten Falle das Ergebnis einer „Wir müssen dabei sein“-Strategie. Nur: Einen anderen Weg gibt es wohl nicht, als Ideen zu entwickeln, von denen man am Ende die meisten wieder verwerfen wird, weil sie sich nicht am Markt durchsetzen werden. Es gibt kein Patentrezept, eine Trial-and-Error-Phase ist ganz natürlich und jedes Unternehmen hofft, den goldenen Wurf hinzukriegen. Noch, so scheint mir, sind wir nicht so weit. Jetzt müssen sich die Ideen am Markt beweisen. Die Branche befindet sich derzeit am Anfang des Digitalisierungsprozesses.

Zum anderen erlebt die Branche eine Entwicklung, welche die Digitalisierung auch in anderen Märkten mit sich gebracht hat: Neue Player betreten die Bühne. Auf der einen Seite gibt es die traditionellen Hersteller, welche die neuen Technologien in ihre Maschinen und Geräte implementieren. Auf der anderen Seite gibt es Spezialisten im Bereich der Robotik, der autonomen Systeme, welche mit ihrer jahrelangen Kompetenz auf diesem Gebiet nun den Reinigungsmarkt für sich entdecken und ihr Wissen in die Entwicklung einer Reinigungsmaschine einfließen lassen. Konkurrenz belebt das Geschäft und Impulse von außen können die weitere Entwicklung des Reinigungsmarktes im Hinblick auf die Digitalisierung befruchten – das ist die sportliche Sichtweise. Dass die nicht überall vorherrscht, ist nachvollziehbar, wenn plötzlich wie aus dem Nichts neue Konkurrenten den Markt betreten. Am Ende müssen sich aber alle – sei es Traditionshersteller oder Start-up – auf dem Markt im Einsatz bewähren. Ein Blick über den Gartenzaun sollte aber jedem klarmachen, dass man solche Quereinsteiger keinesfalls unterschätzen darf: Die Digitalisierung und die damit verbundenen Möglichkeiten haben schon so manche Branche durcheinander­gewirbelt. Feststehen dürfte, dass sich die Entwicklungszyklen mit der Digitalisierung beschleunigen werden. Und wir stehen erst am Anfang dieses Prozesses.

Markus J. Targiel