Die RKI-Richtlinien und die im Gesundheitswesen geltenden Hygienestandards verlangen vom Dienstleister absolut korrektes Arbeiten. Wischbezüge spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle. Nicht nur bei der Reinigungsarbeit, sondern bereits bei der Aufbereitung.
Verbesserte Hygiene, klare Kosten
-Für eine professionelle Unterhaltsreinigung ist eine sach- und fachgerechte Aufbereitung der Feuchtwischbezüge unabdingbar. Mangelhafte Aufbereitung gefährdet besonders in hygienesensiblen Bereichen wie Krankenhäusern und Altenpflegeheimen nicht nur das Reinigungsergebnis, sondern auch die gesamte Hygiene.
Keimverschleppung und Kontaminierung von patientennahen Flächen sind die Folge. Zur Lösung dieser Problematiken gibt es mittlerweile Systeme beziehungsweise spezifische Lösungen für das gesamte Gesundheitswesen und andere hygienesensible Bereiche. Aber auch die klassische Unterhaltsreinigung kann davon profitieren – nicht zuletzt, wenn es um die Nachverfolgung der Wischbezüge geht.
Leichte Identifizierung
Das Mietsystem für Wischtextilien beispielsweise, das wir in diesem Beitrag betrachten, bietet hier interessante Ansätze. Basis des gesamten Systems ist neben der professionellen Aufbereitung der Feuchtwischbezüge in vollautomatisch arbeitenden Waschstraßen und themperaturgesteuerten Trockneranlagen die Nachverfolgbarkeit der Bezüge. Über einen eingenähten Transponderchip kann jederzeit beispielsweise festgestellt werden, wann ein Bezug an den Dienstleister geliefert wurde und wer ihn wo im Objekt einsetzt. Die Auswertungsmöglichkeiten über die zum System gehörende Software sind vielfältig, ganz wesentlich ist allerdings die Schwundanalyse. Dazu später mehr. Die über den Chip identifizierten Wischbezüge werden in 10er- oder 20er-Paketen verpackt und bei der Kommissionierung mittels Barcode dem Kunden beziehungsweise dem Objekt zugeordnet.
Nach der Rücknahme der schmutzigen Bezüge und dem erneuten Aufbereitungsprozess in der Wäscherei erfolgt innerhalb der Qualitätskontrolle die Registrierung über den Chip und damit die Entlastung beim Kunden. Die Bezüge werden neu kommissioniert und hygienisch einwandfrei, da aufbereitet nach RKI-Richtlinien, wieder ausgeliefert.
Verbräuche lassen sich zuordnen
Durch den ursprünglichen Gedanken, eine Lösung zur Einhaltung der RKI-Richtlinien anzubieten, entstand nach und nach ein durchgängiger Dienstleistungskreislauf. Dazu gehört auch die bereits erwähnte Kundensoftware, die den Dienstleister vor Ort durch Scannen der Pakete in die Lage versetzt, ständig aktualisierte Informationen über revierbezogene Verbräuche und Verluste zu verwalten. Dabei beschränkt sich das System nicht alleine auf Wischbezüge und Wischtücher, auch weitere Verbrauchsmaterialien wie Reiniger usw. können mit angelegt und verwaltet werden. Über Internet oder E-Mail kann der Kunde jederzeit einen aktuellen Datenabgleich über gelieferte und zurückgegebene Wischbezüge mit der Wäscherei vornehmen.
Weniger Bezüge verschwinden
Die Software, eine Eigenentwicklung der Clean+ System GmbH, verarbeitet diese Daten und zeigt dem Anwender für einen frei definierbaren Zeitraum die erhaltenen und zurückgegebenen Mengen an Wischbezügen an. Schwund, also das oft manchmal „unerklärliche Verschwinden“ von Bezügen, lässt sich damit nachweislich deutlich begrenzen. In manchen Objekten konnte der Verlust von Feuchtwischbezügen auf unter ein Prozent reduziert werden.
Vergleiche beim Verbrauch, bei Verlustmengen und auch die Zuordnung der Kosten können so revier- bzw. personenbezogen einfach und schnell erstellt werden. Somit werden die einzelnen Objekte für den Dienstleister insgesamt erheblich transparenter und können besser kontrolliert werden. Zur besseren Kontrolle trägt auch ein Wischbezug-Rückgabegerät bei, das sich vor allem in größeren Objekten bewährt hat. Dabei werden die vom Personal abgegebenen Wischbezüge vor Ort in einem geschlossenen System registriert, die Reinigungskraft erhält einen Lieferschein beziehungsweise einen Bon und kann so im Zweifelsfall die Rückgabe der Wischbezüge belegen.
Insgesamt ist dieses System, das unter dem Namen Clean+ vertrieben wird, ein interessanter Ansatz, um die geforderte Hygiene in den Objekten sicherzustellen und gleichzeitig ein verbessertes Reinigungsergebnis zu erzielen. Die professionelle Aufbereitung der Wischbezüge sorgt für eine schnellere Einsatzfähigkeit und steigert damit auch die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter.
Durch die Zuordnung der Bezüge und die Dokumentation der eingesetzten Menge pro Revier ergibt sich eine Schwund- und damit Kostenreduzierung. Da keine Investitionen für Waschmaschinen vor Ort und auch kein Einkauf der Feuchtwischbezüge notwendig sind, wird die Liquidität des Dienstleisters geschont.
Peter Hartmann | peter.hartmann@holzmannverlag.de