Trendanalyse industrielle Reinigungstechnik „Und wie reinigen wir das Teil?“

Konstrukteure von Fertigungsanlangen bedenken oft nicht, wie die Bauteile später gereinigt werden können. Das ist eines der Ergebnisse der Markt- und Trendanalyse der Fraunhofer- Allianz Reinigungstechnik. 6.000 Unternehmen wurden dazu befragt.

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    © Fraunhofer Allianz für Reiniungstechnik
    Die Abbildung zeigt die derzeit in der Fertigung eingesetzten Reinigungs verfahren.
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    © Fraunhofer Allianz für Reiniungstechnik
    Das Schaubild zeigt, wann die „Reinigbarkeit“ der Bauteile Thema in der Planung wurde.

„Und wie reinigen wir das Teil?“

-Umso besser das Reinigungsmanagement, desto weniger Ausschuss wird in der industriellen Teilefertigung produziert. 80 Prozent der Befragten einer von der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik durchgeführten Marktstudie sind sich bewusst, dass der optimale Einsatz von Reinigungstechnik Kosten einspart.

In dieser Allianz bündeln zehn Fraunhofer-Institute ihre Kompetenzen auf dem Gebiet der Reinigungstechnik. Mit ihrem Know-how bedienen sie die gesamte Prozesskette der Reinigungstechnik von der Prozessanalyse und Beratung über Reinigungstechnologien, Systementwicklung, Anlagen- und Komponentenbau bis hin zur Qualitätssicherung und -prüfung sowie Entsorgung.

Strukturdaten sind bisher rar

Die industrielle Teilereinigung beschäftigt rund 110.000 Mitarbeiter im deutschsprachigen Raum und hat einen jährlichen Umsatz von schätzungsweise 20 Milliarden Euro. Obwohl die Branche seit zehn Jahren kontinuierlich wächst, sind Informationen über ihre Struktur rar. Die Studie Markt- und Trendanalyse in der industriellen Teilereinigung der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik leistet daher Pionierarbeit, indem sie 6.000 Unternehmen nach ihrem Aufbau, dem Stand der Technik und nach technologischen Trends der kommenden Jahre befragt. Es handelt sich sowohl um Unternehmen, die Reinigungsanlagen, -komponenten und – -mittel herstellen oder Dienstleistungen im Bereich industrielle Teilereinigung anbieten wie auch Unternehmen, die Reinigungstechnologien in ihrer Fertigung anwenden.

Einer der genannten Trends liegt klar darin, Teilereinigung als festen Faktor zu begreifen und frühzeitig in den Produktionsprozess zu integrieren. Die größten Herausforderungen der kommenden Jahre beschreiben die Befragten mit den Schlagwörtern Energieeinsparung und Umweltschutzmaßnahmen. Damit reagiert die Branche auf die sich verschärfenden Umweltvorschriften durch den Staat.

Die Trendanalyse umfasste folgende Themengebiete:

  • Einleitende Darstellung der Bedeutung der Reinigungstechnik durch eine Zeit- und Kostenanalyse bei der Fertigung repräsentativer Bauteile.
  • Branche, Funktion, Verantwortungsbereich der Unternehmen bzw. Teilnehmer.
  • Wirtschaftlicher Teil: Umsatz- und Mitarbeiterentwicklungen
  • Geografischer Teil: Sitz, Absatzmärkte, Zweigstellen.
  • Kommunikation und Informationsbeschaffung.
  • Reinigungsverfahren: vor fünf und zehn Jahren, heute, Trends.
  • Aufbau und Integration der Teilereinigung Bauteile, Verschmutzungen, Werkstoffe.
  • Integration der Reinigung in die Fertigung Überwachungsprozesse.
  • Vorgehensweise bei der Auswahl neuer Verfahren und Technologien.
  • Von Anwendern in den nächsten Jahren geplante Veränderungen in der Teilereinigung.
  • Einschätzung der Hersteller und Anwender über die zukünftige Entwicklung bestimmter Verfahren und Anwendungen: Welche Verfahren gewinnen, welche verlieren an Bedeutung?

Die ermittelten Ergebnisse wurden der Abschätzung der zukünftigen Bedeutung gegenübergestellt. Über eine Hochrechnung wurde die weitere Entwicklung für die kommenden Jahre ermittelt. Das ermittelte Wachstum wurde dadurch bestätigt, dass 73 Prozent der Befragten eine steigende Entwicklung der Mitarbeiterzahlen prognostizieren.

Des Weiteren wurden die Unternehmen mit Thesen konfrontiert, die Behauptungen aus dem Bereich Teilereinigung beinhalten. Die Ergebnisse dieser Thesen wurden mit den ermittelten Ergebnissen verglichen. Ein Beispiel: Nur 24 Prozent der Unternehmen gaben an, die „Reinigbarkeit“ eines Bauteils bereits in der Konstruktions- und Entwicklungsphase des Produktes zu berücksichtigen. Dagegen bewerteten mehr als 90 Prozent die These „Die ,Reinigbarkeit‘ eines Bauteils sollte bereits in der Konstruktionsphase berücksichtigt werden“ mit „Diese Aussage trifft zu bzw. voll zu“. Dieses Ergebnis zeigt, dass der Handlungsbedarf erkannt wurde.

Die vollständige Analyse umfasst einen 60-seitigen Bericht, in dem alle Ergebnisse detailliert dargestellt sind. Sie kann über die Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik zum Selbstkostenpreis von 160 Euro bezogen werden.

rebecca.eisert@holzmannverlag.de