Beim Kauf oder dem Leasing von Berufsbekleidung spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Zwei davon sind objektiv messbar: der physiologische Trage komfort und die Hygienequalität eines Bekleidungsstückes. An den Hohensteiner Instituten wurden geeignete Bewertungsmethoden entwickelt.
Tragekomfort ist messbar
-Berufsbekleidung erfüllt vielfältige Funktionen: Sie sorgt dafür, dass sich der Arbeitnehmer mit seinem Unternehmen identifiziert und dass dem Kunden ein einheitliches Erscheinungsbild präsentiert wird. Arbeitsbekleidung, die im Umgang mit Lebensmitteln getragen wird, schützt zudem das Produkt. Und natürlich soll sich der Träger in seiner Bekleidung auch wohl fühlen. Unter all den Faktoren, die in der Praxis bei der Auswahl von Berufsbekleidung herangezogen werden, sind zwei objektiv messbar: der physiologische Tragekomfort und die Hygienequalität.
Mit dem physiologischen Tragekomfort ist die Fähigkeit eines Kleidungsstückes gemeint, die physiologischen Vorgänge im Körper, und hier besonders die Temperaturregelung in Abhängigkeit von dem Umgebungsklima und der Tätigkeit, zu unterstützen. Ist der physiologische Tragekomfort ungenügend, empfindet der Träger die Bekleidung lästig oder unangenehm. Zudem werden der Stress am Arbeitsplatz sowie die Gefahr von Gesundheitsschäden durch übermäßige physiologische Belastung erhöht. Falsches Trageverhalten beeinträchtigt außerdem die Funktion der Bekleidungsstücke als Schutz vor hygienischen Beeinträchtigungen.
Am internationalen Textilforschungsinstitut Hohensteiner Institute in Bönnigheim hat man in den vergangenen Jahrzehnten objektive Bewertungsmethoden für die verschiedenen Aspekte des Tragekomforts entwickelt. Die Ergebnisse der Untersuchungen fließen in die so genannte Tragekomfortnote ein, die von 1 für „sehr gut“ bis 6 für „ungenügend“ reicht.
Ein Bekleidungsstück muss die hygienischen Anforderungen über die gesamte Nutzungsdauer hinweg erfüllen können. Deshalb soll die Bekleidung unter den Bedingungen einer gewerblichen Wäscherei behandelbar sein, d.h. waschbar, desinfizierbar und finishbar. Von entscheidender Bedeutung für die Hygiene ist die Arbeitsqualität in der Wäscherei.
Betriebe, die das RAL-Gütezeichen 992/3 für Wäsche aus Lebensmittelbetriebe führen dürfen, erfüllen die notwendigen hygienischen Anforderungen. Die Mitgliedsbetriebe der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege e.V. unterwerfen sich den strengen Kontrollen, die der Vergabe des Gütezeichen zugrunde liegen und gleichzeitig die Vorgaben des Hygienemanagementsystems RABC der DIN EN 14065 abdecken. Alle Mitgliedsbetriebe haben ein Hygienemanagementsystem installiert. Dazu gehören regelmäßige Eigenkontrollen der Betriebe sowie textiltechnologische, mikrobiologische und hygienetechnische Kontrollen aller hygienerelevanten Stellen in den Betrieben durch eine unabhängige Institution.
Quelle: Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege e.V.